Prinz Manni führt Stadtlohner Karnevalisten in eine ungewisse Session

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Noch 133 Tage bis zum Sessionstart. Das zeigte der Countdown der Stadtlohner Karnevalisten am Dienstag an. Jetzt steht aber fest: Am 11.11. wird es wegen Corona kein neues Prinzenpaar geben.

Stadtlohn

, 30.06.2020, 15:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Karnevalsprinz wollte Manfred Schwenz ja selbst eigentlich gar nicht werden. Der Vizepräsident der Karnevalsgesellschaft „Üm Bütt un Pütt“ (KG) war ja zusammen mit Präsident Andreas Rotherm eher der Prinzenmacher der KG. Doch zum Jubiläum der KG ließ er sich doch breitschlagen. Jetzt schreibt er zusammen mit Prinzessin Susanne II. (Hornhues) Karnevalsgeschichte: Ihr närrisches Regiment wird um ein Jahr verlängert. „Wir sind das Sturm-, Regen- und Corona-Prinzenpaar“, sagt Manfred Schwenz und lacht. Den Humor hat er nicht verloren.

Das gab es in der 50-jährigen Geschichte der KG erst einmal: Harry I. (Winking)

Ulla II. (Doelle) regierten ebenfalls zwei Sessionen. 1991 verzichteten die Stadtlohner Karnevalisten wegen des Zweiten Golfkriegs auf ihren Rosenmontagszug. Das Prinzenpaar blieb im Amt, um ein Jahr später den Rosenmontagszug doch noch auf dem Prinzenwagen erleben zu dürfen. Vor 29 Jahren brachte der Krieg den närrischen Kalender durcheinander. Jetzt ist es die Corona-Pandemie.

Auch Kinderprinzenpaar bleibt im Amt

„Wir haben uns dazu entschlossen, am 11.11. kein neues Prinzenpaar zu proklamieren, sondern mit unseren amtierenden Prinzenpaaren in die neue Session zu starten“, erklärte KG-Präsident Andreas Rotherm am Montag in einem Schreiben an die Karnevalisten. Die Entscheidung des geschäftsführenden Vorstandes gilt nicht nur für Prinz Manni II. und Prinzessin Susanne II. Auch die Schülertollitäten Prinz Florian I. (Wolters) und Prinzessin Nelia I. (Cirtaut) bleiben im Amt. Der Kinderkarnevalsumzug in diesem Jahr ist schon wegen Sturms ausgefallen.

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„Das ist schade für den Karneval. Aber ich freue mich trotzdem mit Susanne Hornhues auf eine zweite Session“, sagt Manfred Schwenz. Lieber aber hätte er jetzt mit Präsident Andreas Rotherm so wie in jedem Sommer seit 2012 ein neues Prinzenpaar ausbaldowert. Lieber hätte er sich auf ein rauschende Proklamation in 133 Tagen gefreut. Lieber hätte er unbeschwert den Büttabenden und dem Rosenmontagszug am 15. Februar entgegengefiebert.

Eine Session voller Fragezeichen

„Wir haben die Session aber noch nicht aufgegeben“, betont Andreas Rotherm. Warum gibt es dann kein neues Prinzenpaar? „Weil wir keinem neuen Prinzenpaar eine Session voller Fragezeichen zumuten wollten“, sagt Manfred Schwenz. „Jeder Prinz und jede Prinzessin hat eine ehrenvolle Proklamation verdient. Wir wissen jetzt noch nicht, wie wir den 11.11. gestalten können“, so Schwenz weiter.

Auch was aus den Büttabenden und dem Rosenmontagszug 2021 wird, steht noch in den Sternen. Schwenz: „Wir können jetzt noch nicht sagen, welche Auflagen gelten und wie wir sie erfüllen können.“ Und es kommt noch eine Unwägbarkeit hinzu. Die Finanzierung der Veranstaltungen ist fraglich. „Wir wissen heute noch nicht, wie freigiebig die Einzelhändler und andere Sponsoren angesichts der Coronakrise sein werden.“

Austausch mit den Nachbarvereinen

Ihren Optimismus wollen sich Prinz und Präsident aber nicht nehmen lassen. Andreas Rotherm: „Wir hoffen im nächsten Jahr ein wie auch immer geartetes Karnevalsfest feiern zu können.“ Für Entscheidungen sei es aber jetzt noch zu früh, so Manfred Schwenz. Aus seiner Sicht müsse man über eine „abgespeckte Version“ nachdenken. „In dieser Frage tauschen wir uns auch mit den Nachbarvereinen in Weseke, Südlohn, Vreden und Wüllen aus“, so Schwenz weiter. „Wir versuchen alles.“

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Klar sei aber auch, dass der Schutz vor Verbreitung des Coronavirus unbedingten Vorrang haben müsse. „Wir müssen alles daransetzen, dass wir hier keinen Corona-Hotspot bekommen wie es in der Karnevalssitzung in Heinsberg passiert ist.“

2021 wird also eine Session der Ungewissheiten. Doch eines ist sicher: Präsident Andreas Rotherm und Vizepräsident Manfred Schwenz werden ihre Ämter auch in schwierigen Zeiten in jüngere Hände legen. Manfred Schwenz: „Ja, es bleibt dabei. Und es gibt vielversprechende Gespräche über eine Nachfolge.“

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