Beim Disc-Golf gilt es, mit der Frisbeescheibe in möglichst wenig Würfen in den Zielkorb zu treffen. © Raphael Kampshoff
Disc-Golf

Politiker skeptisch: Frisbeescheiben sollen nicht im Losbergpark segeln

Die SPD macht sich für eine Disc-Golf-Anlage im Losbergpark stark. Aber gefährden fliegende Frisbeescheiben Spaziergänger oder spielende Kinder? Auf diese Frage gibt es noch keine Antwort.

Otger Harks hat sich viel Mühe gemacht. Für den Losbergpark hat der SPD-Fraktionsvorsitzende ein Konzept für neun Disc-Golf-Bahnen erarbeitet. Disc-Golf oder Frisbee-Golf wird ähnlich gespielt wie das klassische Golfspiel, bei dem mit einem Schläger versucht wird, einen Ball in ein Loch zu befördern. Aber statt der Schläger und Bälle haben Disc-Golfer Frisbeescheiben, die sie in einen Fangkorb aus Metall werfen – den Disc-Golf-Korb.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Otger Harks einen Antrag gestellt. Am Dienstagabend nun stellte er im Bauausschuss sein Konzept vor, das er zusammen mit Torsten Offermanns (DG Chainsmokers Reken) entwickelt hat. Offermann hat eine ähnliche Anlage bereits in Reken geplant.

Otger Harks ist davon überzeugt, dass sich sein Konzept sehr gut mit den anderen Nutzungen des Losbergparks vereinbaren lässt. „Die Spielbahnen sind so konzipiert, dass der Werfer den Zielkorb immer vom Abwurf aus einsehen kann und niemanden gefährdet.“ Die Wurfrichtung ziele immer weg von den Wegen.

Fördermittel in Aussicht

Die Kosten, so Harks, seien nicht sehr hoch. Außerdem sieht er die Möglichkeit, das Projekt durch das Förderprogramm Vital.NRW Region Berkel Schlinge bezuschussen zu lassen. Harks: „Das Land NRW und der Bund fördern wieder regionale Kleinprojekte in den Leader- und Vital-Regionen, um den ländlichen Raum als Lebens-, Arbeits-, Erholungs- und Naturraum weiterzuentwickeln.“

„Allerdings müssten wir bis zum 17. Februar einen Antrag einreichen“, mahnte Harks zur Eile.

Grundsätzlich stieß Harks Idee auf Zustimmung, allerdings gab es auch Bedenken. Erwin Plate (UWG) lobte: „Das Projekt wäre eine Bereicherung für Stadtlohn. Wir sollten die Fördermittel auf jeden Fall beantragen.“

CDU, FDP und Grüne fürchten Nutzungskonflikte

Dennis Bausch (FDP) sah dagegen noch offene Fragen: „Grundsätzlich begrüßen wir das Projekt, wir sehen im Detail aber noch Klärungsbedarf.“ Das sah auch Cäcilia Völker (CDU) so. Sie fürchtet Nutzungskonflikte im Losbergpark, dessen Spielplätze und Liegewiesen ja von vielen Familien genutzt werden. „Da könnte auch jemand eine Scheibe an den Kopf bekommen.“ Sie schlug daher vor, sich Gedanken zu machen, ob nicht ein anderes Areal als der Losbergpark infrage komme. Günter Dirks von den Grünen teilte ihre Bedenken.

Darius Sonnenberg vom Jugendkomitee, der als sachkundiger Bürger dem Bauausschuss angehört, fand die Idee der Disc-Golf-Bahn „nicht schlecht“. Seiner Ansicht nach braucht der Losbergpark aber ein Gesamtkonzept anstelle immer wieder mal neuer Einzelmaßnahmen.

Am Ende beschloss der Ausschuss mit zehn Stimmen von UWG, FDP, Grünen und SPD, einen Förderantrag für eine Disc-Golf-Anlage zu stellen. Die fünf CDU-Mitglieder enthielten sich der Stimme. Die Stadt stellt eine Fläche dafür bereit. Die Entscheidung, ob dies der Losbergpark sein wird, die wurde vertagt.

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Stefan Grothues

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