Pferderipper: Auch Stadtlohner Pferdefreunde sorgen sich um ihre Tiere

dzPferdequälerei

Nach einer tödlichen Attacke auf ein Pferd in Dorsten und einem vermeintlichen Pferdediebstahl in Borken sind auch Pferdehalter in Stadtlohn in Sorge, dass ihren Tieren Leid geschehen könnte.

Stadtlohn

, 30.09.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Unbekannter hat am Wochenende auf einer Weide in Dorsten eine Stute zu Tode gequält. Diese schreckliche Tat sorgt nicht nur bei Pferdefreunden für Fassungslosigkeit und Unverständnis. Bei Pferdehaltern und Reitern kommt noch die Sorge um die eigenen Tiere hinzu. Auch Stadtlohner Pferdefreunde fragen sich: Kann man die Tiere noch auf die Weide lassen?

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„In den WhatsApp-Gruppen laufen die Drähte heiß“, sagt Markus Weber, der Vorsitzende des Stadtlohner Reitvereins St. Martin. „Pferderipper sind leider immer wieder mal ein trauriges Thema. Man kann sich ja nicht vorstellen, was einen Menschen zu einer solchen Tat bewegt.“ Für zusätzliche Unruhe in Reiterkreisen, so Markus Weber, habe die Nachricht von einem Pferdediebstahl in Borken gesorgt.

Pferdediebstahl in Borken war nur ein Missverständnis

Doch in diesem Fall kann die Polizei inzwischen beruhigen. „Ja“, sagt Polizeisprecher Thorsten Ohm, „es hat vor zwei Wochen in Borken eine Anzeige wegen eines gestohlenen Pferdes gegeben. Es hat sich aber herausgestellt, dass es sich nicht um einen Diebstahl, sondern eher um ein kommunikatives Problem gehandelt hat.“

Doch die Polizei im Kreis Borken spürt die Unruhe unter den Pferdehaltern. „Wir bekommen viele Anrufe und besorgte Nachfragen“, sagt Thorsten Ohm. Er betont aber: „Es gibt im Kreis Borken aktuell keinen Fall von Tierquälerei im Zusammenhang mit Pferden.“

Pferderipper immer wieder aktiv

Schließlich trete das Phänomen der Pferderipper immer wieder mal auf. In Haltern verletzte im Oktober 2018 ein Unbekannter ein Pferd an den Beinen. Im Juli 2018 wurden im Kreis Warendorf drei Pferde misshandelt. 2009 beklagten Pferdehalter in Nordwalde und Altenberge, das Unbekannte ihren Tieren Schnittwunden zufügten.

Nach dem aktuellen Fall in Dorsten sagt Freya Mels, die leitende Reitlehrerin an der Johannes-Reithalle in Stadtlohn: „Die Sorge in der Community ist groß, aber auch das Mitgefühl für die betroffenen Pferdehalter.“ Einen sicheren Schutz vor solchen Taten aber könne es wohl nicht geben. Nicht jede Weide lässt sich mit einer Kamera überwachen. Das sagt auch Markus Weber. Die Herbstzeit sei kritisch. Die Temperaturen seien so, dass die Pferde noch auf der Weide stehen können. Auf der anderen Seite böte die Dunkelheit den Tätern mehr Schutz.

Stall ist keine Alternative

Wäre es da nicht eine Alternative, die Pferde im Stall zu halten? „Nein“, sagt Markus Weber, „das wäre keine artgerechte Haltung.“ Auch Freya Mels lehnt das ab. „Wir haben nur kurz darüber nachgedacht. Aber wir wollen und können die Pferde ja nicht dafür bestrafen, dass es solche Menschen gibt.“ Markus Weber setzt auf die Sensibilität aller Passanten: „Wir sind auf die offenen Augen aller angewiesen.“

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