Auf der Stadtlohner Karnevalskostümbörse wurden in den vergangenen zehn Jahren viele Stadtlohner Närrinnen und Narren fündig. Mit dem Erlös unterstützt Marlies Dapper die Arbeit ihrer Schwester Christel Lammers. © Susanne Dirking
Karnevalskostümbörse

Närrische Hilfe soll weiter von der Stadtlohner Bäke in die Karibik fließen

Die Stadtlohnerin Marlies Dapper hat vor elf Jahren die Karnevalskostümbörse ins Leben gerufen. Auch sie ist dem Corona-Lockdown zum Opfer gefallen. Das hat Auswirkungen bis in die Karibik.

„Stadtlohn an de Bäke …“ Marlies Dapper hat die Melodie des Stadtlohner Karnevalsklassikers in diesen Tagen oft im Kopf. Dann denkt die Vorsitzende des Spielmannszuges der Karnevalsgesellschaft „Üm Bütt un Pütt“ an die vielen fröhlichen und bunt kostümierten Menschen im Kinderumzug am Sonntag oder im Rosenmontagszug. Viele der Kostüme sind durch ihre Hände gegangen.

„Das vermisse ich wirklich“, sagt Marlies Dapper. Karneval in Coronazeiten ist eine traurige Angelegenheit. Denn wenn et Trömmelche nicht jeht und wenn nicht geschunkelt wird, dann ist der Rosenmontag nur ein Eintrag im Kalender, der manches Stadtlohner Herz bluten lässt.

Marlies Dapper (vorne Mitte) mit dem Alt- und Tenorregister des Spielmannszuges.
Marlies Dapper (vorne Mitte) mit dem Alt- und Tenorregister des Spielmannszuges. © KG „Üm Bütt un Pütt“ © KG „Üm Bütt un Pütt“

Marlies Dapper denkt aber nicht nur an die entgangene Freude. Sie denkt auch an entgangene Hilfe für die Ärmsten der Armen in den Slums in Santo Domingo, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik. Aber was hat der Stadtlohner Karneval mit der Karibik zu tun?

Unterstützung für die Schwester in den Slums von Santo Domingo

Marlies Dapper hat vor elf Jahren die Stadtlohner Karnevalskostümbörse aus der Taufe gehoben. „Wir hatten zuhause über die Jahre einen großen Kostümfundus angesammelt“, sagt sie. Schließlich ist die vierköpfige Familie seit vielen Jahren im Karneval aktiv.

„Viele Kostüme, die am Wochenende zuvor den Besitzer gewechselt hatten, sieht man dann im Karnevalstrubel wieder“, sagt Marlies Dapper und lacht dabei. Noch mehr freut sie aber etwas anderes: „Was die Börse ausmacht ist, dass wir mit ihr gleichzeitig auch Gutes tun können.“ 20 Prozent des Verkaufserlöses und der Erlös des Kuchenbuffets kommen den Kindern der Kleinen Schule Sonnenstrahl in der Dominikanischen Republik zugute.

Die Stadtlohnerin Christel Lammers (r.) bei ihrer Arbeit in der Kleinen Schule Sonnenstrahl in der Dominikanischen Republik.
Die Stadtlohnerin Christel Lammers (r.) bei ihrer Arbeit in der Kleinen Schule Sonnenstrahl in der Dominikanischen Republik. © privat © privat

Dort arbeitet seit vielen Jahren die Stadtlohnerin Christel Lammers. Sie ist die Schwester von Marlies Dapper. Christel Lammers schreibt: „Für die behinderten Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus den Elendsvierteln in der Dominikanischen Republik ist die Kleine Schule Sonnenstrahl mehr als nur ein Unterrichtsort. Sie erleben hier eine kleine Auszeit, weil sie hier Verständnis finden, sich geliebt fühlen und für ein paar Stunden raus sind aus dem Elend, das sie umgibt. Und nicht zuletzt, weil sie hier eine Schulspeise erhalten, die für viele von ihnen die einzige Mahlzeit am Tag ist.“

Corona lässt Spendenstrom abreißen

„Da zählt jeder Euro. Und da habe ich als Schwester ebenfalls den Entschluss gefasst, das Projekt unterstützen zu wollen“, sagt Marlies Dapper. Mit ihrer Kostümbörse sammelte sie zunächst Jahr für Jahr einige hundert Euro, zuletzt aber über tausend Euro. Das Börsen-Team ist inzwischen auf ein Dutzend Frauen angewachsen.

Doch Corona ändert nun alles: kein Karneval – keine Karnevalsbörse. Und kein Verkaufserlös, der den Kindern in der Kleinen Schule Sonnenstrahl gespendet werden kann. Auch andere Spendenströme für die Kleine Schule Sonnenstrahl sind coronabedingt versiegt. Dort werde die Unterstützung aber dringender denn je gebraucht, sagt Marlies Dapper.

Marlies Dapper appelliert an die Karnevalistenherzen

Nachdem die Kleine Schule Sonnenstrahl in den ersten Pandemiemonaten geschlossen bleiben musste, erhielt sie im September 2020 eine Sondererlaubnis vom dominikanischen Schulministerium und seither erhalten die Kinder in einer Art Wechselunterricht erneut die Förderung und Hilfe.

Damit die Sonnenstrahl-Förderzentren diese schwere Zeit überleben können, hofft das Team der Karnevalsbörse auf Spenden auch ohne Kostümglück. Marlies Dapper: „Vielleicht denken die Stadtlohner ja gerne daran zurück, wie sie auf der Kostümbörse gestöbert haben und sich für die Tollen Tage inspirieren ließen.“

Spende können auf das Spendenkonto des deutschen Fördervereins der Kleinen Schule Sonnenstrahl „Jacintas Kinder e.V.“ bei der Darlehenskasse Münster überwiesen werden. Nähere Informationen gibt es auf der Homepage der Kleinen Schule Sonnenstrahl unter www.jacintaskinder.de oder bei Marlies Dapper per WhatsApp unter Tel (0157) 32 53 19 05.

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Stefan Grothues

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