Nachbarn streiten sich vor dem Verwaltungsgericht

Ärger um Dachfenster

STADTLOHN/ MÜNSTER Ein handfester Nachbarschaftsstreit in Stadtlohn beschäftigt seit Dienstag das Verwaltungsgericht in Münster. Ein Ehepaar will unbedingt verhindern, dass am Haus nebenan eine Einliegerwohnung im Dachgeschoss gebaut werden darf. Offenbar befürchten die Eheleute, dass ihre Nachbarn ihnen von dort aus auf das Grundstück schauen können.

von Von Martin von Braunschweig

, 23.11.2010, 17:44 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das Gericht steht nun vor einer heiklen Entscheidung: Zum einen können sich die Antragssteller natürlich auf so eine Art Gewohnheitsrecht berufen. Fakt ist nämlich, dass die ominösen Fenster schon im Jahr 1900 installiert wurden und die damaligen Grundstücksnachbarn dazu sogar ganz offiziell ihr Einverständnis gegeben hatten. Zum anderen aber stellte auch die 2. Kammer des Verwaltungsgerichts gestern klar, dass es auch nur das Gewohnheitsrecht sein kann, das die Dachgeschoss-Fenster rettet. Ein Neubau mit solchen Fenstern würde beispielsweise nie und nimmer genehmigt werden können. Dafür stünden die beiden Häuser einfach viel zu nahe beieinander.

Für den Außenstehenden wurde gestern schnell klar: Dieser Fall schreit förmlich nach einer Kompromiss-Lösung. Schließlich wollen beide Familien doch noch lange weiter nebeneinander leben. Alle Hoffnungen darauf platzten jedoch schon bald nach Prozessbeginn. „Keine Chance“, wiegelten die beiden zerstrittenen Nachbarn ab. Für den Richter war dies jedoch kein Problem. Er will in den nächsten Wochen eine Entscheidung treffen und freut sich offenbar sogar schon darauf: „Ich finde diesen Fall so interessant, dass ich ihn nachher veröffentlichen will.“

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