Nach einem Flirt mit der AfD 2014 grenzt sich Stadtlohner Kreistagsmitglied heute klar ab

dzStreit um AfD

Wahl und Rücktritt des Regierungsschefs in Erfurt schlagen hohe Wellen, auch bis ins Münsterland. FDP-Kreistagsmitglied Bernd Schöning grenzt sich klar von der AfD ab. Das war nicht immer so.

Stadtlohn

, 06.02.2020, 16:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unbekannte haben nach der Wahl des FDP-Ministerpräsidenten in Thüringen in Vreden das FDP-Büro mit Anti-Nazi-Parolen beschmiert. Hintergrund könnte die Unterstützung des FDP-Kandidaten durch die AfD in Thüringen sein.

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Die Vredener FDP reagierte betroffen. Schließlich sei sie es gewesen, die 2014 eine Zusammenarbeit mit der AfD auf Kreistagsebene verhindert habe.

Schöning wollte 2014 eine Fraktionsgemeinschaft mit der AfD

Anders als Bernd Schöning, FDP-Fraktionschef im Stadtlohner Rat und Kreistagsmitglied. Er hatte sich 2014 für eine Kooperation mit der AFD ausgesprochen, um beiden Kleinstgruppierungen im Kreistag einen Fraktionsstatus zu sichern. Er sah damals im Kreistag anders als auf Bundesebene viele Gemeinsamkeiten zwischen FDP und AfD.

Gegen diese Überlegungen liefen 2014 Basis und Parteispitze allerdings Sturm. Auch die CDU machte damals klar, dass für sie eine Zusammenarbeit mit einer FDP/AfD-Fraktion nicht infrage komme.

Schon nach zwei Tagen wurde der FDP-Plan begraben. „Es kam von beiden Seiten Druck“, sagte Schöning damals. Von unten und von oben. Er sagte damals auch, er sei „auf eine Art traurig“, dass die Zusammenarbeit mit der AfD gescheitert sei, weil „einiges sehr gut zusammengepasst“ hätte.

„Zusammenarbeit heute unvorstellbar“

Heute wird Bernd Schöning nicht gerne daran erinnert. „Man lernt immer dazu. Gut, dass es damals nicht zu einer Zusammenarbeit gekommen ist“, sagte der Stadtlohner am Donnerstag auf Anfrage unserer Redaktion.

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Schöning zieht heute eine klare Grenzlinie: „Die AfD hat sich in eine völlig falsche Richtung entwickelt. Der konservative Anteil wurde zurückgedrängt. Der rechtsradikale Höckeflügel hat sich langsam schleichend immer weiter nach vorne gedrängt.“

Damals, 2014, sei die AfD unter dem Vorsitz von Bernd Lucke noch eine ganz andere Partei gewesen. Heute sei eine Zusammenarbeit mit der AfD unvorstellbar, so Bernd Schöning.

Schöning ist für schnellstmögliche Neuwahlen in Thüringen

Mit Blick auf die aktuelle Situation in Thüringen vertritt Schöning heute eine ganz klare Haltung. „Kemmerich hat zwei große Fehler gemacht: Erstens, dass er zur Wahl angetreten ist. Zweitens: dass er sie angenommen hat.“

Aus seiner Sicht sind Neuwahlen schnellstmöglich erforderlich – „auch wenn Kemmerich mit der FDP dann untergeht. Das könnte er dann wenigstens erhobenen Hauptes tun. Er muss für seine Fehler geradestehen“, so Schöning am Donnerstagmorgen, einige Stunden vor dem Rücktritt Thomas Kemmerichs.

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