Der ADAC-Experte Dirk Krüger rät privaten Autoverkäufern dazu, die Kaufinteressenten auf der Probefahrt zu begleiten. © picture alliance/dpa
Autoverkauf

Nach Autobetrug in Stadtlohn: Experte rät zu begleiteten Probefahrten

Vor einer Woche erregte ein dreister Betrüger in Stadtlohn Aufsehen: Er unterschlug bei einer Probefahrt einen VW Touareg und verschwand spurlos. Ein Experte gibt Tipps für private Autoverkäufe.

Vor einer Woche wurde ein Stadtlohner Opfer eines professionellen Betrügers: Nach einer Probefahrt mit einem gebrauchten VW Touareg verschwand der Mann spurlos mit dem Auto. Die Dokumente, mit denen er sich ausgewiesen hatte, waren gefälscht. Nach dem Betrüger wird noch gefahndet.

Bei dieser Tat handelt es sich im juristischen Sinne nicht um einen Diebstahl, sondern um eine Unterschlagung, sagt Dietmar Brüning, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde. Das betont auch Dirk Krüger, Bereichsleiter Technik und Verkehr des ADAC Westfalen. „In solchen Fällen wird das Auto ja nicht gestohlen, sondern einem Dritten wissentlich zu einer Probefahrt überlassen.“ Und das könne für die Betrugsopfer fatale Folgen haben. Krüger: „Unterschlagungen sind anders als Diebstähle üblicherweise nicht versichert.“

Um die 100 Autodiebstähle im Kreis, aber wenige Unterschlagungen

Autodiebstähle sind im Kreis Borken keine Seltenheit. Im vergangenen Jahr wurden kreisweit 92 Autos gestohlen, im Jahr davor waren es sogar 143. Zahlen zu betrügerischen Unterschlagungen von PKW weist die Polizeistatistik nicht aus. Polizeisprecher Brüning: „Unterschlagungen kommen aber vergleichsweise selten vor.“

Genaue Zahlen hat auch Dirk Krüger vom ADAC nicht. Er rät aber privaten Autoverkäufern dazu, die Probefahrt zu begleiten. Das Risiko, dass Betrüger die Eigentümer gewaltsam aus dem Auto drängen, hält der Experte für gering. „Gewaltanwendung ist eine Schwelle, die die meisten Betrüger nicht überschreiten“, so der ADAC-Experte im Gespräch mit unserer Redaktion.

Pfand-Pkw ist eine Alternative

Alternativ könnten Autoverkäufer auch auf die Hinterlegung eines Pfands zurückgreifen. Krüger: „Das kann praktischerweise der Pkw sein, mit dem der Kaufinteressent anreist. Natürlich sollte man darauf achten, dass der Wertunterschied zwischen den beiden Fahrzeugen nicht zu groß ist.“

Wichtig sei auch, dass man sich die Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) aushändigen lasse, in der der Halter eingetragen sein sollte. „Andernfalls läuft man Gefahr, ein gestohlenes Auto als Pfand untergeschoben zu bekommen“, so Dirk Krüger.

Die Auto-Unterschlagung bei einer Probefahrt ist aber nur einer von vielen möglichen Fallstricken im Zusammenhang mit dem Gebrauchtwagenkauf oder -verkauf. Der ADAC warnt auf seiner Internetseite vor weiteren Betrugsmaschen. Dort sind auch Musterkaufverträge, Checklisten und Möglichkeiten zu Fahrzeuguntersuchungen in ADAC-Prüfzenten zu finden.

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Stefan Grothues

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