Viel Energie und Teamgeist brauchen die Sechstklässler bei „Korbball“ © Jenny Kahlert
Projekttage

Mit Video: Nach Homeschooling zur Gemeinschaft werden durch sportliches Teambuilding

Zwei Tage lang dreht sich bei den sechsten Klassen der Losbergschule Stadtlohn alles um Sport – und darum, ein Team zu werden. Am Ende gab es Autogramme von einem Ex-Bundesliga-Fußballprofi.

Wenn Schulen eine Projektideen haben, wird meistens selbst nach Sponsoren gesucht, die dieses dann unterstützen möchten. An der Losbergschule in Stadtlohn sind die Projekttage „Teambuilding“ der sechsten Klassen genau andersherum entstanden.

„Ins Leben gerufen wurde die eigentliche ‚Schnapsidee‘ von den vielen Sponsoren, die sich an dem Projekt beteiligt haben. Wir waren selber überrascht, wie schnell dann alles ging“, erinnert sich Schulsozialarbeiter Gerrit Messelink.



Bei diesen Projekttagen geht es vor allem um das Thema Sport. Unterstützt wird die Schule dabei von den externen Trainern der Sportabteilung „Aktivwelten“ nach Ingo Anderbrügge.

Auf die Schülerinnen und Schülern warten an den zwei Tagen verschiedene sportliche Einheiten rund um das Thema Bewegung. Darunter fallen nicht nur Kondition, Koordination und Geschicklichkeitsspiele, sondern auch Einheiten, die den Klassenverband stärken sollen. Stichwort Teambuilding.

Speziell die sechsten Klassen wurden für dieses Projekt ausgewählt. Warum, erklärt Gerrit Messelink: Diese hatten durch das pandemiebedingte Distanzlernen nur wenig die Chance, ihre neue Klasse richtig kennenzulernen und als Klasse zusammenzuwachsen.

Sport verbindet die Klassen

Die Sechstklässler tragen alle ein orangenes „Aktivwelten“ Trikot. Jeder Klasse werden zwei Trainer zugeteilt, die die Klassen dann das gesamte Projekt über begleiten.

Am ersten Tag bleiben die Klassen mit ihren Trainern zusammen, am nächsten Tag folgt dann eine „Jahrgangschallenge“. Dabei treten die drei Klassen in verschiedenen Spielen gegeneinander an.

„Die Hauptaufgabe der Klassen ist es hierbei ,dass sie selber entscheiden müssen, welcher Schüler welche Aufgabe übernimmt. Dabei muss jeder ein Mal eine Aufgabe gemacht haben. Die Schüler müssen sich deswegen die Frage stellen: ‚Was sind meine Stärken und was können andere besser als ich? Selbstreflexion ist hier ein wichtiges Stichwort‘“, erzählt Fabienne Hoffmann.

Sie begleitet die Klasse 6a als Trainerin. Zusammen mit Marcel Bechmann hat sie Anfang des Jahres die Leitung der Abteilung „Aktivwelten“ übernommen.

„Korbball“ ist ein beliebtes Spiel

Die Klasse 6b spielt am Morgen zusammen mit Trainer Marcel Bechmann in einer Turnhallenhälfte „Korbball“. Ein Spiel, das bei den Kindern sehr gut ankommt, so auch bei dem elfjährigen Milan: „Das beste Spiel war bis jetzt Korbball, aber eigentlich hat mir alles sehr viel Spaß gemacht“, berichtet er.

Auch seinem Mitschüler Till gefällt das Spiel: „Ich finde es einfach cool, dass wir uns hier so viel bewegen können. Das Spiel in der Turnhalle hat mir auch Spaß gemacht“, erzählt der Elfjährige.

Till(11) gefallen besonders die Einheiten in der Sporthalle.
Till(11) gefallen besonders die Einheiten in der Sporthalle. © Jenny Kahlert © Jenny Kahlert

Neben Korbball sind auch die Fußballeinheiten sehr beliebt. „ Ich finde es hier richtig gut, weil man so viel Fußball spielen kann. Aber Handball und das Koordinationsspiel war auch gut“, so Armin aus der Klasse 6b.

Ein paar Schüler konnten während der Coronazeit weniger sportlich aktiv werden, der Schulsport hat ihnen gefehlt. „ Ich habe Sport in der Schule schon ein bisschen vermisst“, erinnert sich Till.

Viele Schüler haben Bewegungsdrang

Trainer Marcel Bechmann ist am Ende der Einheit sehr zufrieden, „Wir haben wirklich viel geschafft, vielmehr als ich am Anfang gedacht habe. Zusammen haben wir uns jetzt gut zwei Stunden bewegt, das war wirklich sehr intensiv für alle“, berichtet der Trainer.

Von außen ist nicht zu erkennen, dass die Trainer die Klassen erst seit heute kennen. Alle sind vertraut miteinander, haben Spaß und spielen zusammen wie ein richtiges Team. „Unsere Trainer sind richtig nett“, bestätigen die Freundinnen Katharina und Luciana aus der Klasse 6b.

„Die Trainer machen einen guten Job“, finden Luciana und Katharina (11).
„Die Trainer machen einen guten Job“, finden Luciana und Katharina (11). © Jenny Kahlert © Jenny Kahlert

Alex Kaminski begleitet die Klasse 6b als Erzieher, er ist schon jetzt von den Resonanzen des Projekts begeistert. „Man kann sehen, wie sich die Klassengemeinschaft der Kinder durch das Projekt stärkt. Gerade bei dieser sehr energiegeladenen Klasse tut es den Kindern gut, die Chance zu haben, sich ein Mal richtig auszupowern und auf andere Gedanken zu kommen“, erzählt der Erzieher.

Zwischen Volleyball und Fußball können die Schüler selbst entscheiden.
Zwischen Volleyball und Fußball können die Schüler selbst entscheiden. © Jenny Kahlert © Jenny Kahlert

Diese Meinung teilt auch Kirsten Kobus, Klassenlehrerin der 6a. „Wir freuen uns einfach tierisch, dass alles so geklappt hat. Nach Corona konnte man bei einigen Kindern den Drang nach Bewegung deutlich merken. Zwar haben wir als Schule immer versucht, über IServ verschiedene Alternativen anzubieten, aber so wie jetzt ist es einfach am besten“, erzählt sie.

Auch Selbstreflexion ist ein wichtiger Bestandteil

Nach der Mittagspause geht Marcel Bachmann mit der 6b auf den Schulhof. Er ruft die Kinder zusammen, setzt sich mit ihnen in einen Halbkreis und fragt: „Was macht eigentlich einen guten Sportler aus?“. Es folgt ein Austausch über die gemeinsamen Werte im Sport, wo vor allem eins thematisiert wird: Fair Play und die eigene Reflexion.

„Was macht einen guten Sportler aus?“ Marcel Bechmann regt die Kinder zur Selbstreflexion an.
„Was macht einen guten Sportler aus?“ Marcel Bechmann regt die Kinder zur Selbstreflexion an. © Jenny Kahlert © Jenny Kahlert

„Zu morgen überlegt sich ein Mal jeder, was er heute gemacht hat und morgen ein kleines bisschen besser machen kann. Das muss nicht mit Sport zutun haben, sondern kann auch sein, wie ich mich heute generell verhalten habe“, spricht Marcel Bauchmann und beendet damit die Runde.

Der bewegungsreiche Tag endet für die Klasse 6b mit Fußball oder mit Volleyball – die Kinder dürfen darüber selber entscheiden.

Zum großen Abschluss kommt Ingo Anderbrügge an die Losbergschule.
Zum großen Abschluss kommt Ingo Anderbrügge an die Losbergschule und muss natürlich Autogramme verteilen. Er war Bundesliga-Fußballer. © Hubert Stroetmann © Hubert Stroetmann

Am nächsten Tag folgt dann neben der große Jahrgangschallenge ein Abschlussgrillen mit allen Klassen. Zu dieser Abschlussfeiern kommt auch der ehemalige Bundesligafußballer Ingo Anderbrügge, der die Fußballschule „Fußballfabrik“ und damit auch die Abteilung „Aktivwelten“ gegründet hat. Er verteilt natürlich fleißig Autogramme.

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.