Auf der Minigolfbahn im Losbergpark sollen bald wieder die Bälle rollen. Die Ausgabe des Spielgeräts soll per Smartphone über einen Automaten ermöglicht werden. © Stefan Grothues
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Minigolf im Losbergpark: Automat soll Bälle und Schläger smart verleihen

Feuersbrunst und Pandemie: Minigolfer in Stadtlohn erlebten in den vergangenen Jahren mehr als nur eine Zwangspause. Jetzt soll der Golfball wieder rollen. Die Stadt will eine smarte Lösung.

Die Minigolfanlage im Losbergpark lag in den vergangenen Jahren öfter brach, als dass auf ihr gespielt wurde. Mal fehlte ein Pächter, dann brannte der Kiosk und schließlich verhinderte die Corona-Pandemie den Spielbetrieb. In diesem Sommer aber soll der Ball wieder rollen. Eine digitale Schlägerausgabe soll es möglich machen. Das hat der Wirtschaftsförderungs-, Infrastruktur- und Stadtentwicklungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung auf Antrag der FDP beschlossen.

Pächter verloren nach Kioskbrand das Interesse

Nach dem Brand des Kiosks und der Toiletten im Losbergpark 2017 hatte kein Pächter mehr ein Interesse daran, die Minigolfanlage zu führen. Für die Ausleihe der Schläger und Bälle fand die Stadt aber eine einfache Lösung: Das Personal des Losbergbads gab das Spielgerät heraus.

Da das Losbergbad 2020 aber wegen der Corona-Pandemie nur eingeschränkt geöffnet war, blieb der Minigolfplatz im vergangenen Jahr erneut geschlossen. Zum Leidwesen von Dr. Albert Daniels: „Die Bahn ist doch noch in einem guten Zustand. Und Minigolf ist ‚in‘, das hat mich selber auch erstaunt“, erklärte der FDP-Fraktionsvorsitzende in der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses.

FDP: „Minigolfanlage droht, Schandfleck zu werden“

Die Ausleihe im Losbergbad nannte er „kompliziert“. Er machte sich für eine automatisierte Entleihstation mit Unterstützung der Chayns-App des Ahauser Unternehmens Tobit.Labs stark. Daniels: „Das wäre eine wirklich smarte Lösung. Im Losbergpark befindet sich ja bereits eine Entleihstation für Spielgeräte über Chayns.“ Und eine Mahnung schickte Daniels noch hinterher: „Sollte die Inbetriebnahme nicht zügig in Angriff genommen werden, wird die Minigolfanlage zu einem Schandfleck im Losbergpark verkommen.“

Die CDU zeigte sich skeptisch. „Die Ausleihe über das Losbergbad ist gut organisiert. Wir wollen ja im Losbergpark in Coronazeiten auch keine Massenaufläufe pushen. Außerdem könnten die Ausleihstationen Ziel von Vandalismus sein“, so Michael Boos.

FDP findet Unterstützung bei UWG, Grünen und SPD

Günter Hovestadt (UWG) nannte es dagegen „schade, dass die Minigolfanlage an den Betrieb des Losbergbades“ gekoppelt sei. „Ich halte eine elektronische Abwicklung für sinnvoll und würde das unterstützen.“ Ähnlich äußerten sich auch Christian Nienhuis von den Grünen, Marvin Brockmann vom Jugendkomitee als Sachkundiger Bürger und Matthias Tenhumberg von der SPD. Tenhumberg schlug vor, auch die „analoge Alternative“, also die Ausleihe im Losbergbad, beizubehalten für alle diejenigen, die kein Smartphone dafür benutzen möchten.

Schließlich stimmte der Stadtentwicklungsausschuss dem Antrag der FDP ohne Gegestimme zu und beschloss gleichzeitig, die Ausleihe im Bad beizubehalten. Die CDU enthielt sich bei der Abstimmung der Stimme.

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Stefan Grothues
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