Maschinenfabrik Kemper wächst am Breul

dzLandmaschinen

300 Mitarbeiter zählt die Maschinenfabrik Kemper. Viele kommen mit dem Auto zur Arbeit. Für sie werden nun am Breul neue Parkplätze geschaffen. Doch auch auf dem Firmengelände wird gebaut.

Stadtlohn

, 22.11.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Breul tut sich was, das ist für alle Stadtlohner offensichtlich: Auf einem 5400 Quadratmeter großen, vormals städtischen Areal gegenüber der Maschinenfabrik Kemper haben Bagger eine große Fläche ausgekoffert.

Kemper schafft 80 neue Parkplätze

„Die Stadt Stadtlohn hat die Fläche an die Firma Kemper verkauft, um ihr neue Möglichkeiten zu geben, sich etwas auszudehnen“, sagt der Erste Beigeordnete Günter Wewers. Was das genau bedeutet, erklärt Cliff Kalmbach, Leiter der Instandhaltung der Maschinenfabrik Kemper: „Wir schaffen dort 80 neue Parkplätze. Sie sollen bis zum Frühjahr fertig sein.“

Maschinenfabrik Kemper wächst am Breul

Auf dem Betriebsgelände der Maschinenfabrik Kemper wird es eng. Ein neuer Parkplatz, der jetzt auf der Fläche südlich der Straße Breul (auf dem Luftbild links des Wäldchens) geschaffen wird, soll Entlastung schaffen. © Geodaten Kreis Borken

Bislang parken die Mitarbeiter ihre Autos teils auf dem Firmengelände, teils entlang der L 608. Die aktuelle Parksituation sei nicht befriedigend, sagt Cliff Kalmbach. Und sie enge die Zukunftsoptionen der Firma ein.

Optionen offenhalten

Wer sich das 100.000 Quadratmeter große Firmenareal der Stadtlohner Traditionsfirma auf dem Lufbild anschaut, kann das auf einen Blick nachvollziehen: Eingezwängt zwischen Berkel, Breul sowie der benachbarten Firmen- und Wohnbebauung ist ein Wachstum über die Bestandsflächen hinaus nicht möglich. „Der neue Parkplatz auf der anderen Straßenseite hält uns aber künftig neue Optionen auf dem Firmengelände offen“, sagt Cliff Kalmbach.

Kemper ist in den letzten zehn Jahren kontinuierlich gewachsen

Und das ist wichtig. Der Firma Kemper geht es nach eigenen Angaben blendend. „Wir sind jetzt zehn Jahre lang, abgesehen von einigen Dellen, kontinuierlich gewachsen. Und das wollen wir auch in Zukunft.“

Brexit und Trumps Drohungen mit Strafzöllen bereiten den Stadtlohner Landmaschinenbauern keine großen Sorgen. „Wir vermarkten unsere Produkte weltweit, da sind wir nicht so von einzelnen Märkten abhängig“, sagt Cliff Kalmbach.

Keine Umzugsabsichten

Cliff Kalmbach betont auf Nachfrage: „Wir kommen an unserem Standort in Stadtlohn gut klar. Umzugsabsichten gibt es auf keinen Fall.“ Das unterstreicht auch eine weitere Kemper-Baustelle die nicht so offensichtlich ist wie der neue Parkplatzbau.

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Im hinteren Bereich des Firmenareals hat der Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes begonnen. Kalmbach: „Die alten Büros sind nicht mehr zeitgemäß und genügen nicht den neuen Anforderungen.“ Was aus dem alten Verwaltungsgebäude wird, sei noch nicht entscheiden.

111-jährige Firmengeschichte

Die Firma Kemper, deren Produkte heute weltweit vertrieben werden, kann in Stadtlohn auf eine lange Geschichte zurückblicken. Gegründet wurde sie im Jahr 1908 von Wilhelm Kemper. 1950 übernahm sein Sohn Heinz Kemper den Betrieb.

Das Unternehmen produzierte und exportierte schon bald eine große Palette landwirtschaftlicher Geräte und Maschinen, vom Rübenvollernter, Ladewagen, Stalldungstreuer, Siloanlagen und Mäher.

In den 1970er-Jahren geriet die Landmaschinenbranche in eine Krise. Kemper musste 1974 Konkurs anmelden. Eine Interessengruppe gründete daraufhin 1975 die Kemper GmbH und übernahm das Programm der Kemper KG, die in einigen Gebieten der Landtechnik als führend galt.

Seit 22 Jahren im John-Deere-Konzern

Seit 1997 gehört Kemper zu Deere & Co. Der Konzert beschäftigt weltweit rund 60.000 Mitarbeiter.

Wichtigste Produkte der Stadtlohner Maschinenfabrik Kemper sind heute Mähvorsätze für selbstfahrende Feldhäcksler verschiedener Hersteller, Fahrwerke für Vorsätze, Pickup’s für selbstfahrende Feldhäcksler und Mais-Pflück-Vorsätze für John-Deere-Mähdrescher.

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