Viel Platz für gemütliche Sommerabende: Bernd Busert, Inhaber der Firma Zelte Stockhorst, will im zweiten Corona-Sommer wieder einen Pop-up-Biergarten im Losbergpark anbieten. © Stefan Grothues
Bahnbiergarten

Losbergpark: Biergartenbetreiber will andere Wirte mit ins Boot holen

Der Bahnbiergarten im Losbergpark steht am Mittwoch auf der Tagesordnung der Stadtlohner Politik. Bei der ersten Debatte im Februar gab es Bedenken. Bernd Busert hat am Konzept gefeilt.

Die Temperaturen sind an diesem Dienstag im März noch einstellig, ein kalter Wind pfeift über die große Rasenfläche im Losbergpark. Doch Bernd Busert sieht hier vor seinem geistigen Auge schon laue Sommerabende. Menschen, die sich nach Feierabend auf ein Bier treffen. Bernd Busert sieht eine Neuauflage seines Bahnbiergartens.

Ein Rettungsanker für die Firma Zelte Stockhorst

„Ohne diesen Biergarten“, so sagt der 34-jährige Stadtlohner, „gäbe es meine Firma vielleicht gar nicht mehr.“ Bernd Busert hat vor zwei Jahren die Veranstalterfirma „Zelte Stockhorst“ übernommen. Dann kamen Corona und der Lockdown. Bernd Busert trotzte der Pandemie im Sommer 2020 mit einem coronakonformen Pop-up-Biergarten.

Der Biergarten in Stadtlohn verlängert um eine Woche.
Der Biergarten in Stadtlohn verlängert um eine Woche. © Bernd Schlusemann © Bernd Schlusemann

Für sein Unternehmen war der Bahnbiergarten ein kleiner Rettungsanker in einer Zeit ohne Schützenfeste und Großveranstaltungen. Für viele Stadtlohner war er ein beliebter und sicherer Treffpunkt für eine gemütliche Runde unter Menschen – natürlich auf Abstand.

Dennoch gab es in der Stadtlohner Politik auch Bedenken, als im Februar eine neuerliche Genehmigung für den Sommer 2021 auf der Tagesordnung stand. Bernd Busert hatte beantragt, den Biergarten vom 30. April bis zum 8. August zu öffnen, also mehr als drei Monate lang. Der Biergarten im vergangenen Sommer war zunächst nur für vier Wochen genehmigt worden. Dann wurde er aber zwei Mal verlängert, insgesamt um drei Wochen.

In der Februarsitzung gab es zwei Hauptbedenken. Erstens: Der Biergarten belaste die Anwohner des Losbergparks zu sehr, wenn er über drei Monate hinweg betrieben werde. Und zweitens: Der Biergarten sei eine zu starke Konkurrenz für die ohnehin coronagebeutelte Gastronomie in der Innenstadt.

Kooperationen mit anderen Gastronomen angestrebt

Bernd Busert hat sich auf beide Kritikpunkte eingestellt: „Wir planen jetzt, den Biergarten erst zum Pfingstwochenende, also drei Wochen später, zu eröffnen.“ Die Laufzeit sei also nur ein Wochenende länger als im vergangenen Jahr. Geöffnet ist der Biergarten jeweils von mittwochs bis sonntags. Bernd Busert betont, dass er die Verkürzung der Laufzeit der Stadt schon vor einigen Wochen angeboten habe, also deutlich vor den jüngsten Berliner Corona-Beschlüssen.

Und auch auf den zweiten Kritikpunkt ist Bernd Busert eingegangen. „Ich will keinen Alleingang machen. Ich bin offen für Kooperationen mit anderen Stadtlohner Gastronomen.“ Mit sechs Berufskollegen habe er bereits Gespräche geführt. „Einer war rigoros gegen den Biergarten, die anderen fünf können sich eine Zusammenarbeit vorstellen“, sagt Bernd Busert.

Zwei konkrete Projekte seien bereits in der Planung. Mit Thomas Terschluse, dem Wirt der Rusty-Bar im Kettelerhaus, plant Busert einen Cocktail-Abend. Und Dominik Hintemann vom Gasthaus Schlüter will den Biergarten mit einem kulinarischen Spargel-Abend bereichern. Auch der Stadtlohner Partyservice Arira werde wieder eingebunden. „Ich bin auch offen für weitere Ideen anderer Gastronomen“, sagt Bernd Busert.

Bahnbiergarten nur für die Coronazeit geplant

Er glaubt nicht, dass der Biergarten eine erdrückende Wirkung auf die Außengastronomie in der Innenstadt hat. „Ich habe in der Innenstadt rund 400 Sitzplätze in der Außengastronomie gezählt. Das ist nicht zu viel für eine Stadt mit fast 21.000 Einwohnern“, sagt Bernd Busert.

Sollte der Biergarten wieder ein Erfolg werden, plant er dann auch einen weiteren für die Nach-Corona-Zeit? „Nein“, sagt Bernd Busert. „2022 wird es keinen Biergarten geben. Dann werden ja hoffentlich wieder zwei Schützenfeste und eine Zeltparty im Losbergpark gefeiert. Und da wollen wir die Nachbarn ja nicht überstrapazieren.“

Entscheidung fällt am Mittwoch im Haupt- und Finanzausschuss

Der Haupt- und Finanzausschuss entscheidet am Mittwoch, 24. März, über den Antrag von Bernd Busert, im Sommer 2021 den Bahnbiergarten erneut im Losberpark öffnen zu dürfen. Die öffentliche Sitzung beginnt um 17 Uhr in der Stadthalle.

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Stefan Grothues

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