Lokaler Onlinehandel: Bekommt Stadtlohn ein digitales Kaufhaus?

dzDigitales Kaufhaus

Bekommt der Stadtlohner Einzelhandel ein gemeinsames digitales Kaufhaus im Internet? Der Rat der Stadt Stadtlohn hat das SMS beauftragt, mit den Einzelhändlern die Möglichkeiten auszuloten.

Stadtlohn

, 09.09.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das SMS-Stadtmarketing und die Stadtlohner Einzelhändler sollen gemeinsam die Möglichkeiten eines gemeinsamen digitalen Marktplatzes oder digitalen Kaufhauses ausloten. Das hat der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Stadtlohn in seiner jüngsten Sitzung einstimmig bei einer Stimmenthaltung beschlossen.

Bringservice soll dauerhaft installiert werden

Die CDU hatte einen entsprechenden Antrag gestellt. „Der Onlinehandel hat zugenommen. Die Coronapandemie hat diesen Prozess noch einmal beschleunigt“, erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende Helmut Stowermann. Aus seiner Sicht sollte die Initiative „Stadtlohn bringt‘s“, die vor allem auch während der Corona-Krise einen stadtweiten Bringservice des Einzelhandels auf die Beine gestellt hatte, zu einem dauerhaften Online-Marktplatz ausgebaut werden.

„Dieses Shopsystem“, so Stowermann, könne helfen, den heimatnahen Konsum zu fördern. Auf einer technischen Plattform könnten die Stadtlohner Einzelhändler ihr Produktsortiment zeigen, sich sichtbar machen, Waren verkaufen und liefern.“

Überblick über das breite Stadtlohner Sortiment

So könnte nach Ansicht Helmut Stowermanns ein digitaler Marktplatz entstehen, „der Kundinnen und Kunden einlädt, online und trotzdem vor Ort zu kaufen, was die gute Absicht vieler, lokaler zu kaufen, unterstützt.“ Gleichzeitig bekämen die Kunden einen besseren Überblick über das breite in Stadtlohn angebotene Sortiment „und verzichten auf den Kauf bei großen Internetanbietern“, so die Hoffnung des CDU-Fraktionsvorsitzenden.

SPD: Ureigene Aufgabe für das SMS-Stadtmarketing

Otger Harks (SPD) sprach von einer „ureigenen Aufgabe des SMS“ und kündigte die Zustimmung seiner Fraktion zum CDU-Antrag an. Auch Marlies Dertmann (FDP) erklärte: „Ich stehe voll hinter dem Projekt“. Es stehe und falle mit den dafür Verantwortlichen. Sie frage sich, welcher Weg der richtige sei. Marlies Dertmann: „Kosten, Pflege, Umsetzung – es gibt noch so viele offene Fragen.“

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Diese Bedenken äußerte auch Karl Herbstmann (UWG), der als einziger dem Projekt seine Zustimmung verweigerte. Er enthielt sich der Stimme. Karl Herbstmann: „Ich sehe das sehr kritisch. Die Stadtlohn-App ist ja schon gestorben. Ich fürchte, dass das Interesse der Gewerbetreibenden zu gering ist. Die Frage ist doch: Wer soll das alles pflegen?“ Er habe das Gefühl, dass es in dieser Frage bein den Verantwortlichen nicht ganz rundlaufe.

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