Carsten Büning zeigt ein Doppelzimmer in der Citypension Stadtlohn. © Stefan Grothues
Coronavirus

Lockdown verhagelte den Start der Citypension am Kalterweg in Stadtlohn

Einen schlechteren Zeitpunkt hätte es für die Eröffnung kaum geben können: Die neue Citypension am Kalterweg ging im November mit dem Lockdown an den Start. Die Investoren wollen durchhalten.

Viele Jahre haben Stadtlohner und Besucher in Stadtlohn darauf gewartet: auf eine moderne, komfortable und günstige Übernachtungsmöglichkeit im Herzen der Stadt. In Stadtlohn fehlte es viel zu lange an Hotels und Pensionen.

Dann wurde die Citypension am Kalterweg gebaut, eine zweigeschossige Unterkunft, die mit 22 Betten in zwölf Zimmern und einem Apartment Übernachtungsmöglichkeiten für Monteure, Touristen und Handelsvertreter mitten in der Stadtlohner Innenstadt bietet. Für die Fertigstellung aber hätte es kaum einen schlechteren Zeitpunkt geben können.

Nach der Eröffnung kam der Lockdown

Am 1. November wurde die Citypension eröffnet. Am 2. November begann der Lockdown: Übernachtungsangebote zu touristischen Zwecken wurden untersagt. „Dabei hatten wir vor Weihnachten und vor Silvester viele Anfragen von möglichen Gästen, die zu den Feiertagen ihre Familien in Stadtlohn besuchen wollten“, sagt Svenja Riede. Der unverschuldete Fehlstart der Pension zehrt an den Nerven der Pensionsmanagerin.

Existenzielle Sorgen aber muss sie sich – anders als viele andere im Gastgewerbe – vorerst nicht machen. Denn hinter ihr steht ein Investorenteam mit langem Atem und Erfahrung. Carsten Büning ist einer der Investoren. „Wir sind alle Handwerker und kannten uns gut aus verschiedenen schlüsselfertigen Bauprojekten“, sagt er. Sein Bruder Sven Büning gehört dazu, Dirk Wörmer, Sebastian Warmers und Grundstücksbesitzer Werner Hecking.

Übernachtung in der Citypension kostet 45 Euro

45 Euro kostet eine Übernachtung in der Citypension für Selbstversorger. Pensionsmanagerin Svenja Riede überfliegt die Übernachtungsstatistik: „Seit der Eröffnung vor zweieinhalb Monaten hatten wir erst 43 Gäste.“ Es handelt sich um Monteure oder Handlungsreisende, die trotz des Lockdowns beherbergt werden dürfen. „In Vreden hatten wir die dreifache Zahl an Gästen“, sagt Carsten Büning.

Die Investorengemeinschaft hat schon vor drei Jahren eine Citypension in Vreden mit 21 Betten in sieben Zimmern und zwei Apartments errichtet. „Das lief 2019 schon richtig gut. Wir hatten eine gute Mischung aus beruflichen und touristischen Gästen“, sagt Carsten Büning. Der Erfolg beflügelte die Investitionspläne für das Projekt in Stadtlohn. „Da war ja von Corona noch keine Rede“, so Carsten Büning.

Gute Zahlen im Jahr 2019 in der Citypension in Vreden

Dann aber kam die Pandemie. 2020 brachen auch die Übernachtungszahlen der Citypension in Vreden ein. Mit dem ersten Lockdown im Frühjahr kam aber auch die Soforthilfe. Carsten Büning: „Das ging relativ schnell und unbürokratisch. 9000 Euro haben wir schon nach einigen Wochen bekommen.“ Die Erstattung der Umsatzausfälle im November war deutlich schwieriger. „Ohne Steuerberater wäre da nichts gegangen. Und es läuft schleppend“, sagt Carsten Büning. Einen ersten Abschlag hat es gegeben, zwei weitere stehen noch aus.

Das gilt aber nur für die Vredener Citypension. Die neueröffnete Stadtlohner Citypension konnte ja keine Vergleichsumsätze aus dem November 2019 präsentieren. Der Erstattungsbetrag in Stadtlohn lag daher bei genau null Euro. „Wenn ich eine Pension eröffnet hätte und davon leben müsste, stünde ich jetzt schon vor dem Aus“, sagt Svenja Riede.

Neue finanzielle Einlagen für die Durststrecke

Sie ist froh, dass die Eigentümer andere wirtschaftliche Standbeine im florierenden Handwerk haben und die Durststrecke durchstehen wollen. Carsten Büning sagt aber auch: „Wir haben uns vor kurzem zu einer Krisensitzung getroffen und neue Privateinlagen vorgenommen. Die Kosten für Tilgung und Betrieb der Pension laufen ja weiter.“ Irgendwann muss mit der Citypension aber Geld verdient werden.

Carsten Büning zeigt sich optimistisch: „Wir wissen ja, dass unser Konzept gut ist und funktioniert. Das haben wir in Vreden ja gesehen.“ Jetzt setzten er, seine Mitinvestoren und Svenja Riede auf das Frühjahr, auf mehr Geschäftsreisende und auf unbeschwerte Kurzurlauber und Fahrradtouristen.

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Stefan Grothues

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