Lasersäulen ersetzen alte Starenkästen zwischen Stadtlohn und Südlohn

dzBlitzer

Einer der beiden „Starenkästen“ an der L572 zwischen Stadtlohn und Südlohn ist demontiert worden, der zweite folgt bald. Die in die Jahre gekommenen Blitzer werden durch Lasersäulen ersetzt.

Stadtlohn

, 05.08.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für die einen sind „Radarfallen“ ein Ärgernis, für die anderen sorgen sie für mehr Verkehrssicherheit. Mit 28 fest stationieren Messgeräten kontrolliert der Fachbereich Verkehr des Kreises Borken die Geschwindigkeit der Autofahrer an ausgewählten Unfallhäufungsstellen und an Abschnitten mit hohem Unfallpotenzial.

Einer der beiden "Starenkästen" an der L572 zwischen Stadtlohn und Südlohn ist entfernt worden, der zweite folgt in Kürze. Moderne Lasersäulen übernehmen hier demnächst die Tempoüberwachung.

Einer der beiden "Starenkästen" an der L572 zwischen Stadtlohn und Südlohn ist entfernt worden, der zweite folgt in Kürze. Moderne Lasersäulen übernehmen hier demnächst die Tempoüberwachung. © Bernd Schlusemann

Vorübergehend werden es nur 26 Messstationen sein: Auf der L572 zwischen Stadtlohn und Südlohn ist bereits ein „Starenkasten“ demontiert worden, und zwar der in Fahrtrichtung Südlohn. Sein Pendant auf der Gegenseite wird in Kürze ebenfalls abgebaut. Im Rahmen des Moderniserungsprogramms ersetzt der Kreis hier die alte Messschleifentechnik durch moderne Lasercan-Säulen.

Starenkästen seit 1988 im Kreis Borken im Einsatz

1988 wurde der erste Starenkasten im Kreis Borken aufgestellt. Deren Technik basiert auf Sensorschleifen, die in die Fahrbahn eingelassen sind. Bei überhöhter Geschwindigkeit löst der Blitz im Starenkasten aus.

„Diese Technik hat den Nachteil, dass die die Sensorschleifen auf stark befahren Fahrbahnen regelmäßig erneuert werden müssen“, erklärt Bernhard Sieverding, stellvertretender Fachbereichsleiter beim Kreis Borken im Gespräch mit unserer Redaktion. Auch bei Straßenbauarbeiten bereiten die Sensorschleifen Probleme.

In Gescher wurde bereits eine neue Lasersäule installiert – und mit grüner Farbe attackiert. Inzwischen ist die Säule längst wieder einsatzbereit.

In Gescher wurde bereits eine neue Lasersäule installiert – und mit grüner Farbe attackiert. Inzwischen ist die Säule längst wieder einsatzbereit. © Schulenkorff

Hinzu komme, dass Starenkästen alter Bauart nicht über einen eigenen Stromanschluss verfügen. Sieverding: „Wir müssen die Akkus regelmäßig austauschen.“ Mit der neuen Laserscan-Technik wird alles besser. Bei dieser Technik überwachen Laserstrahlen, die sich fächerförmig über die Fahrbahn ausbreiten, den gesamten Verkehr – berührungslos und mit einer dauerhaften Stromversorgung über das Leitungsnetz.

Lasergeräte sind stationär und mobil einsetzbar

Die Laserscan-Geräte haben nach Sieverdings Worten noch einen weiteren Vorteil: Sie können in den stationären Säulen eingesetzt werden, aber auch im Pkw zur mobilen Überwachung. Noch werden die Messdaten auf Speichermedien in der Säule festgehalten und müssen dort abgeholt werden. Sobald die rechtlichen Voraussetzungen gegeben sind, werden die Daten direkt von der Säule ins Kreishaus nach Borken übertragen.

Nach und nach, so Bernhard Sieverding, werden alle alten Starenkästen im Kreis durch Lasersäulen ersetzt. Wenn die beiden Anlagen zwischen Stadtlohn und Südlohn fertig sind, soll noch in diesem Jahr jeweils eine neue Säule an den Standorten B70 in Gronau in der Nähe des Heidehofs und L570 in Schöppingen-Gemen aufgestellt werden. Im Jahr 2021 sollen vier weitere Standorte modernisiert werden. Sieverding: „Welche das sein werden, ist noch nicht endgültig entschieden.“

Kosten werden schnell duch Bußgelder wieder eingespielt

Rund 50.000 Euro kostet ein Radarscanner nach Bernhard Sieverdings Angaben. Hinzu kommen 25.000 bis 30.000 Euro für den Aufbau der Säule und die notwendigen Anschlüsse. Das ist nicht nur eine gute Investition in die Verkehrssicherheit. Die Bußgeldstelle des Kreises Borken leitet im Jahr rund 5000 Bußgeldverfahren aufgrund der stationären Blitzer ein. Damit fließen aus Blitzereinnahmen rund eine Drei­vier­tel­mil­li­on Euro in den Haushalt des Kreises. Bernhard Sieverding: „Die Anlagen spielen die Kosten schnell wieder ein.“

Die acht festen Blitzer im Verbreitungsgebiet der Münsterland Zeitung:

  • L570, Schöppinger Straße zwischen Ahaus und Schöppingen, in Höhe der Kreuzung mit der L574 (Tempo 70)
  • Zweimal Borkener Straße, zwischen Ahaus und Stadtlohn in beiden Fahrtrichtungen (je 100)
  • Zweimal L572, zwischen Stadtlohn und Südlohn in beiden Fahrtrichtungen (je 100)
  • B70 Vreden, Großemast, Fahrtrichtung Oeding (70)
  • B70, Alstätte, vor der Kreuzung mit der L575 in Richtung Vreden (70)
  • B70, Alstätte, vor der Kreuzung mit der K17 in Richtung Gronau (70)
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