Kein Poller für die Hohe Straße – das Verkehrsschild muss reichen

dzInnenstadt Stadtlohn

Ab abends sollen die Mühlen- und die Dufkampstraße autofrei bleiben. Deswegen sollte ein Poller in die Hohe Straße gebaut werden. Der Bauausschuss nahm jetzt seinen Beschluss zurück.

Stadtlohn

, 29.05.2020, 10:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Durchfahrt ist verboten. Darauf weist das Schild hin: Von 18.30 Uhr bis 4 Uhr dürfen Autofahrer nicht von der Hohen Straße auf die Mühlenstraße fahren. Der Hintergrund: In den Abendstunden sollen die Mühlenstraße und die Dufkampstraße vom Verkehr befreit werden und somit an Aufenthaltsqualität gewinnen. Aber: Viele Autofahrer halten sich schlicht nicht an das Verbot.

Unmut bei den Anwohnern

So beschloss der Bauausschuss nach längerer Diskussion vor gut einem Jahr, dass in der Hohen Straße eine solche automatische Polleranlage installiert werden soll, wie sie schon direkt in der Mühlenstraße vorhanden ist. Die Anwohner seien darüber allerdings „not amused“ gewesen, berichtete Bürgermeister Helmut Könning in der Planungsausschusssitzung am Dienstag.

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Anlieger des Kühlsgangs und der Dufkampstraße hatten sich zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen und ihren Unmut der Verwaltung und den Fraktionen mitgeteilt. Mit einer solchen Polleranlage sei privater Besuch nicht oder nur schlecht möglich, argumentierten sie, auch verwiesen sie auf die Notwendigkeit, dass Taxis die Durchfahrt weiterhin nutzen dürfen sollten. Die Gastronomie in der Dufkampstraße habe noch viele ältere Bürger als Stammgäste, die zu später Stunde Taxis für die Heimfahrt nutzen würden. Das Gleiche gelte aus dem Sicherheitsaspekt heraus für Frauen.

Verkehrsschau: Schild muss reichen

Die Anlieger regten einen verstärkten Hinweis auf das Durchfahrtsverbot hin. So schlug die Verwaltung als eine Möglichkeit vor, eine Signalanlage vor dem Schild zu installieren. Die anderen Möglichkeiten: den Poller zu installieren – oder alles so zu lassen, wie es ist. Denn auch die Vertreter aller zuständigen Behörden hatten bei der jüngsten Verkehrsschau ein sehr klares Fazit gezogen: „Das Verkehrsverbot gilt durch die Verkehrszeichen. (...) Die Kfz-Fahrer sind für die Beachtung der Verkehrsregeln verantwortlich. Alternative Lösungen ergeben sich nicht.“

Wunsch nach mehr Bußgeldern

Auch die Kommunalpolitiker waren noch einmal in sich gegangen. „Wir haben viel diskutiert“, sagte Cäcilia Völker (CDU). Mit dem Ergebnis, dass die Fraktion mit großer Mehrheit dafür sei, es bei dem Verkehrsschild zu belassen. Das sah die Ausschussmehrheit auch so. Den Wunsch von Hermann Steverding (UWG), dass die Polizei dort öfter kontrollieren und Bußgeld kassieren würde, wolle er gerne dort vortragen, aber ohne große Hoffnung, so Ordnungsamtsleiter Thomas Gausling. „Das ist polizeilich uninteressant“, umschrieb er seine Einschätzung.

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„Jeder Jugendliche, der mit dem Rad auf der falschen Seite fährt, zahlt zehn Euro“, zog Ludger Brockherde (SPD) empört einen Vergleich. Aber, so schränkte Thomas Gausling ein, auch solche Verkehrsvergehen würden immer nur im Zuge von Schwerpunktkontrollen geahndet.

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