Karte zeigt zum ersten Mal die Details der Herrschaft Lohn

dzHeimatforschung

Mehrere Heimatforscher auf beiden Seiten der Grenze haben sich mit der Herrschaft Lohn beschäftigt. Das Ergebnis ist eine neue, detaillierte Karte. Und das ist nur der Anfang.

Stadtlohn

, 21.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass es die Herrschaft Lohn gab, das steht fest. Wie genau aber das Gebiet aussah, das ist heute – mehr als 700 Jahren später – nur schwer nachzuvollziehen. Arjan Ligtenbarg hat es dennoch versucht. Gemeinsam mit Heimatvereinen auf beiden Seiten der Grenze hat er zum ersten Mal eine detaillierte Karte erstellt.

Die Anregung dazu kam von Bernd Holtz, einem Stadtlohner Bürger, der die Geschichte der Herrschaft Lohn schlichtweg interessant fand. Über Bekannte kommt der Kontakt zu Grafiker Arjan Ligtenbarg zustande.

Schwierige Forschung zur Herrschaft Lohn

„Das Problem ist, dass damals vieles an Personen gebunden war, nicht an regionale Gegebenheiten“, erklärt der Niederländer. Anhand der Gerichtstätten aber lässt sich ablesen, was wohl alles zur Herrschaft Lohn gehörte. Er musste sich also die Mühe machen, die Urkunden durchzusehen.

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Dabei hat er auch Hilfe vom Stadtlohner Heimatverein, vom Stadtarchivar Ulrich Söbbing und von Richard Lammers bekommen. Denn schließlich sollte die Karte möglichst genau werden und auch die einzelnen Höfe darstellen. „Immer wenn ein Hof schon vor 1330 erwähnt wurde, kam er auf die Karte“, erklärt Arjan Ligtenbarg das Vorgehen. Das Ergebnis: In der Karte sind rund 100 Höfe eingezeichnet. Das ist neu, denn die bisherigen Karten zeigen lediglich ganz grob das Gebiet, das sich von Hengelo bis Stadtlohn erstreckt.

Damals gab es noch keine Staatsgrenze

Das ist die Region, in der die Grafen von Lohn von 1068 bis 1316 zuständig waren. „Über die Machtverhältnisse gab es immer wieder Streit“, berichtet Richard Lammers, der im Eichenhof das Museum zur Schlacht im Lohner Bruch betreibt. „Der Graf war der Meinung, dass ihm die Höfe in der Region gehörten. Der Bischof von Münster aber sah ihn nur als Verwalter.“

Die Karte ist in zwei verschiedenen Größen erhältlich.

Die Karte ist in zwei verschiedenen Größen erhältlich. © Victoria Garwer

Auch diese Diskrepanz wird in der Karte aufgefangen. Spannend zu sehen ist auch, dass es zu dieser Zeit noch keine Staatsgrenze gab. Niederlande und Deutschland waren in der Herrschaft Lohn noch eins.

Neuer Schwerpunkt im Museum im Eichenhof

Seinen Hauptsitz hatte der Graf von Lohn in der Burg Lohn im heutigen Stadtlohn. Die hat es Richard Lammers besonders angetan: „Wir arbeiten gerade an einem Modell der Burg als Diorama. Zum ersten Mal seit hunderten Jahren bekommen wir dann eine Vorstellung davon, wie diese Burg ausgesehen haben könnte.“

Dieses Modell soll im Museum seinen Platz finden, neben den Ausstellungsstücken zur Schlacht im Lohner Bruch. „Die Herrschaft Lohn wird der nächste Schwerpunkt“, kündigt Richard Lammers an.

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Die neue Karte ist der erste Schritt dahin. Die erste Auflage ist in zwei Größen erhältlich. Die kleine Variante in A2 beinhaltet auf der Rückseite noch zahlreiche Infos zur Herrschaft Lohn und kostet sechs Euro. Das große Plakat in A1 ist zum Einrahmen gedacht und kostet neun Euro. Bestellungen sind bei Richard Lammers möglich: lammers@eichenhof.de oder Tel. (02563) 204233.

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