Die Berkel hat sich im Februar 2020 am Ginsterweg in den Gärten breit gemacht. © Stefan Grothues (Archiv)
Hochwassergefahr

Karte: Diese Häuser und Gebiete in Stadtlohn wären von Hochwasser betroffen

Wo tritt die Berkel bei einem Hochwasser über die Ufer und welche Bereiche werden überflutet? Auf diese Fragen geben Karten der Bezirksregierung detaillierte Antworten.

Wohngebiete sind überflutet, Sport- und Spielplätze stehen komplett unter Wasser, die Berkel ist mehrere hundert Meter breit und mehr als vier Meter tief, Felder und Wiesen werden überschwemmt. Diese Bilder zeichnen die Hochwasser-Karten der Bezirksregierung Münster (flussgebiete.nrw.de).

Darin ist genau zu sehen, wo die Berkel bei starken Regenfällen über die Ufer tritt und wie sich das Wasser in so einem Fall verteilt. Die Daten für Stadtlohn stammen aus dem April 2019. Die Bezirksregierung hat drei Szenarien mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten berechnet.

Das erste Szenario ist ein Hochwasser, das relativ häufig vorkommt, nämlich im Schnitt alle 10 bis 20 Jahre. Schon in diesem Fall macht sich die Berkel sehr breit. In der Karte ist zu sehen, dass das Flussbett an einigen Stellen im Normalzustand circa 10 Meter breit ist. Doch bei einem Hochwasser mit hoher Wahrscheinlichkeit breitet sich das Wasser auf einem fast 200 Meter breiten Korridor aus.

Schon bei einem Hochwasser mit hoher Wahrscheinlichkeit macht sich die Berkel sehr breit.
Schon bei einem Hochwasser mit hoher Wahrscheinlichkeit macht sich die Berkel sehr breit. © Bezirksregierung Münster © Bezirksregierung Münster

In den Außenbereichen werden jedoch vor allem landwirtschaftliche Flächen überschwemmt. Bewohnte Höfe sind meist nur am Rand betroffen. Im Stadtgebiet sieht das etwas anders aus. Mehrere Gärten am Kalterweg und Am Bülten stehen unter Wasser – und zwar bis zu zwei Meter tief.

Schutzmaßnahmen verhindern die größten Schäden

Die größten Schäden aber verhindern Schutzmaßnahmen an der Berkel. Sowohl westlich als auch östlich der Berkelmühle gibt es Deiche oder mobile oder stationäre Hochwasserschutzwände. Sie reichen insgesamt von der Fliednerschule bis zum Freibad und verhindern, dass die Wohnsiedlungen an der Mühlenstraße, An de Bleeke und Timpenweide überflutet werden. Auch die Losbergschule und das Reittherapiezentrum werden so geschützt. Denn ohne diesen Deich würde der komplette Bereich überschwemmt, so ist es in den Karten eingezeichnet.

Die Deiche schützen den Bereich nördlich der Berkel vor Überschwemmungen. Die gelb markierte Fläche würde ohne diesen Schutz überflutet.
Die Deiche schützen den Bereich nördlich der Berkel vor Überschwemmungen. Die gelb markierte Fläche würde ohne diesen Schutz überflutet. © Bezirksregierung Münster © Bezirksregierung Münster

Das zweite Szenario ist ein sogenanntes Jahrhundertereignis, also ein Hochwasser, das im Schnitt alle hundert Jahre vorkommt. In diesem Fall können auch die Schutzmaßnahmen nicht mehr viel ausrichten. Sowohl die Wohnhäuser als auch die Schule, die Sport- und Reitplätze und die Betriebe nördlich der Berkel stehen unter Wasser.

Auch am anderen Ufer kommt es zu großflächigen Überschwemmungen. Wohnhäuser und Betriebe an den Straßen Meskesweide, Schanzring, Burgstraße und Kalterweg sind betroffen. Doch auch in so einem Fall können die Deiche noch größere Schäden verhindern. Denn ohne diese Schutzmaßnahmen würden noch deutlich mehr Häuser überschwemmt, zum Beispiel am Fürstenkamp.

In den Außenbereichen zeigt sich ein ähnliches Bild wie bei einem häufigen Hochwasser. Die Berkel schlängelt sich in einem breiten Korridor durch die Landschaft, Wiesen und Äcker werden überflutet.

Bei Extremhochwasser versagen die Schutzeinrichtungen

Das dritte Szenario ist ein Extremhochwasser, das im Schnitt deutlich seltener als alle hundert Jahre vorkommt. Die Bezirksregierung geht davon aus, dass in so einem Fall alle Deiche und andere Schutzmaßnahmen versagen würden. Deswegen sind auch in Stadtlohn große Schäden zu erwarten.

Die Deiche können das Wasser nicht aus den Wohngebieten halten. Über fast 2,5 Kilometer tritt die Berkel über die Ufer und überflutet Wohnhäuser, Gärten, Betriebe, Schulen und Sporteinrichtungen.

Bei einem Extremhochwasser versagen die Schutzeinrichtungen und zahlreiche Wohngebiete werden überflutet.
Bei einem Extremhochwasser versagen die Schutzeinrichtungen und zahlreiche Wohngebiete werden überflutet. © Bezirksregierung Münster © Bezirksregierung Münster

In Estern tritt zudem ein kleiner Bach, der in die Berkel mündet, über die Ufer. Mehrere Höfe werden überschwemmt oder von Wasser eingeschlossen. Ansonsten sind im Außenbereich vor allem Überschwemmungen auf landwirtschaftlichen Flächen zu erwarten.

Um solch große Überschwemmungen zu verhindern, arbeitet die Stadt seit mehreren Jahren an einem Hochwasserschutzkonzept. Bauarbeiten an der Berkelmühle laufen zurzeit.

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Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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