Karneval in Stadtlohn: Manni und Susanne genießen die Prinzenrolle ihres Lebens

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Eigentlich war Manni II. ein Prinzenmacher. Und auch Susanne II. drehte die Räder hinter den Karnevalskulissen. Jetzt führen sie als Prinzenpaar durch die 50. Session der KG „Üm Bütt un Pütt“.

Stadtlohn

, 31.01.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Närrische Halbzeit: 42 offizielle Sessionstermine stehen im Kalender von Prinz Manni II. und Prinzessin Susanne II. – Proklamationen, Gardebesuche, Frühschoppen ... Und am Donnerstag wird Termin Nummer 22 abgehakt: Die Generalprobe für den großen Büttabend, bei dem über 300 Karnevalisten ehrenamtlich mitwirken.

Doch die offiziellen Termine sind nur die Spitze des Eisbergs. Das Prinzenpaar ist sich auch für das große Stühlerücken in der Stadthalle nicht zu fein. Manfred Schwenz hat erst jüngst eigenhändig die Banner in der Innenstadt aufgehängt. Und Susanne Hornhues wurde beim Flyerverteilen gefragt: „Hast du als Prinzessin denn nicht Leute dafür?“

Freuen sich auf die bevorstehenden Höhepunkte der Session (von links): Manfred Schwenz alias Prinz Manni II., Susanne Hornhues alias Prinzessin Susanne II. und Präsident Andreas Rotherm.

Freuen sich auf die bevorstehenden Höhepunkte der Session (von links): Manfred Schwenz alias Prinz Manni II., Susanne Hornhues alias Prinzessin Susanne II. und Präsident Andreas Rotherm. © Stefan Grothues

„Was für eine Frage“, sagt Susanne Hornhues lachend. Seit vielen Jahren ist sie im Vorstand der KG „Üm Bütt und Pütt“ aktiv. Die Karnevalsgesellschaft ist seit 50 Jahren der Motor des Stadtlohner Karnevals. So sei das eben, sagt Manfred Schwenz: „Karneval steht überall im Kalender, aber er passiert nicht von allein. Man muss etwas dafür tun.“

Karnevalskarriere startete mit Cowboyhut und Pistole

Als die Karnevalsgesellschaft 1970 gegründet wurde, war Manfred Schwenz sechs Jahre alt und trug einen Cowboyhut und eine Pistole. „Mich hat der Karneval immer schon begeistert“, sagt er. Damals feierte er noch mit der Nachbarschaft Breulonia. Später organisierte er als Zugleiter die Rosenmontagsumzüge. Seit 2012 steht er als Vize mit Präsident Andreas Rotherm an der Spitze der KG.

Die „besten Freunde“ waren es auch, die seither gemeinsam die Prinzenpaare auswählten. Manfred Schwenz, im bürgerlichen Leben Personalrat der Stadtlohner Stadtverwaltung, hatte selbst keine Prinzen-Ambitionen. Wenn Präsident Andy Rotherm darauf zu sprechen kam, winkte Manfred Schwenz immer ab: „Ach, lass mich mal da raus!“ Vor zwei Jahren aber überlegten die Prinzenmacher in geselliger Vorstandsrunde, wer denn in der Jubiläumssession regieren sollte. Andy Rotherm bohrte erneut bei Manfred Schwenz. Der sagte: „Aber nur mit Susanne!“

Prinzessin wurde in den Karneval hineingeboren

Susanne Hornhues (51) wurde als Susanne Aust in den Karneval hineingeboren. Sie zeigt ein Familienfoto: „Das hier ist mein Vater, der war Präsident der KG, daneben mein Mann Matthias. Der ist stellvertretender Stadtkommandant der Stadtgarde. Meine Tochter Lara ist Funkenmariechen und Sohn Jan-Gerd spielt im Spielmanns- und Fanfarenzug.“ Das liebt Susanne Hornhues am Stadtlohner Karneval: dass er die Generationen auf fröhliche Weise verbindet.

Eine durch und durch närrische Prinzessinnen-Familie : Vater und Ex-Präsident Richard Aust, Prinzessin Susanne (Hornhues) II., Ehemann Matthias Hornhues, stellvertretender Kommandant der Stadtgarde, Tochter Lara, Funkenmariechen, und Sohn Jan-Gerd, Spielmanns- und Fanfarenzug.

Eine durch und durch närrische Prinzessinnen-Familie : Vater und Ex-Präsident Richard Aust, Prinzessin Susanne (Hornhues) II., Ehemann Matthias Hornhues, stellvertretender Kommandant der Stadtgarde, Tochter Lara, Funkenmariechen, und Sohn Jan-Gerd, Spielmanns- und Fanfarenzug. © Bernd Schlusemann

Aber Karneval ist nicht nur fröhlich. Karneval kostet auch Geld, viel Geld. „Wir bewegen jedes Jahr eine sechsstellige Summe“, sagt Präsident Andreas Rotherm: für den Wagenbau, für die Wagenbauhalle, für die Ausstattung der Tanzgarden, für Sicherheitsmaßnahmen während der Straßenumzüge und für vieles andere mehr.

Susanne Hornhues sorgt als KG-Marketingchefin für Einnahmen

Als Marketingchefin der KG sorgt Susanne Hornhues für einen gehörigen Teil der Einnahmen. Die gelernte Fleischereimeisterin und „Hobby-Pommes-Frites-Verkäuferin“ hat als Buchhalterin im Unternehmen ihres Mannes Erfahrungen gesammelt.

„In Stadtlohn gibt es viele Unternehmen und Wirte, die unsere ehrenamtliche Arbeit als Sponsoren unterstützen“, sagt Präsident Rotherm. Aber anders als früher gebe es auch Gastronomen, die die Bedeutung des Karnevals nicht richtig einschätzten und ihn nicht unterstützten. „Dabei ziehen wir mit unseren beiden Umzügen am Sonntag und Montag viele Tausend Menschen die Innenstadt und sorgen für volle Gaststätten“, so Andreas Rotherm.

Präsident und sein Vize geben ihre Ämter 2021 in jüngere Hände

Das könne in Zukunft nur mit guter finanzieller Ausstattung gelingen. „Der Karneval muss attraktiv bleiben. Und er muss sich stetig wandeln“, sagt der Präsident. Darum wollen er und sein Vize Manfred Schwenz ihre Ämter im nächsten Jahr zur Verfügung stellen. „Wir wollten das von Anfang an nur für zehn Jahre machen“, sagt Andreas Rotherm. Es sei wichtig, dass solche Ämter rechtzeitig in jüngere Hände gelegt werden. Rotherm: „Frischer Wind, junger Spirit und neue Ideen sind wichtig.“

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Doch an die Zukunft denkt Prinz Manni II. jetzt noch nicht. Er genießt das Prinzsein. Und bietet seit geraumer Zeit seinen Besuchern immer augenzwinkernd Plätzchen aus der Prinzenrolle an. Ihm geht es wie seiner Prinzessin. Sie sagt: „Als Vorstandsmitglieder haben wir schon viele Prinzenpaare begleitet. Aber wenn man selbst im Ornat vor den jubelnden und fröhlichen Menschen in der proppevollen Stadthalle steht, dann ist das einfach unbeschreiblich.“ Und Manni II. fügt stolz hinzu: „In Stadtlohn gibt es elf Schützenkönige und Schützenköniginnen – aber nur einen Prinzen und eine Prinzessin.“

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