Kampfmittelsuche an der Berkel: Zahlreiche „Schätze“ kommen zum Vorschein

dzPrüfbohrungen

Der Wasserstand der Berkel wurde für notwendige Kampfmittelprüfbohrungen in Höhe der Losbergschule abgesenkt. Die Arbeiter suchen nach Blindgängern, gefunden haben sie bisher aber andere Dinge.

Stadtlohn

, 13.11.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im Auftrag der Stadt Stadtlohn ist seit Mittwoch ein Nottulner Unternehmen mit schwerem Gerät an (und in) der Berkel unterwegs, um Probebohrungen im Rahmen der Kampfmitteluntersuchung durchzuführen (wir berichteten). Notwendig sind die Arbeiten, da Ende nächsten Jahres an dieser Stelle die Bauarbeiten, unter anderem für die neue Wehranlage, beginnen sollen.

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Gesucht wird nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg, gefunden haben die Mitarbeiter bislang aber vor allem andere Dinge. Zahlreiche Fahrräder, Elemente von Bauzäunen, Straßenschilder und einen Einkaufswagen fischten die Männer bis zum Donnerstagmittag aus dem Fluss.

Gelegenheit für weitere Arbeiten genutzt

„Da wir den Pegel der Berkel für die Kampfmittelsuche sowieso absenken mussten, haben wir die Gelegenheit genutzt, alle die Dinge zu beseitigen, die die Leute meinen, unrechtmäßig ins Wasser schmeißen zu müssen. So häufig haben wir ja nicht die Chance, bis auf die Gewässersohle gucken zu können“, berichtet Gerd Große Frericks, zuständig für das Thema Hochwasserschutz bei der Stadt Stadtlohn.

Fahrräder, Einkaufswagen, Bauzaun: In der Berkel fand sich viel illegal entsorgter Müll.

Fahrräder, Einkaufswagen, Bauzaun: In der Berkel fand sich viel illegal entsorgter Müll. © Carsten Berthues

Die Ergebnisse der Kampfmittelprüfung werden hingegen noch dauern. „Wir bohren acht Meter in die Tiefe und entnehmen durch circa acht Zentimeter dicke Kunststoffrohre mithilfe einer Prüfsonde Proben von metallischen Gegenständen. Anschließend warten wir auf die Auswertung der Tests“, so Große Frericks. Daher gebe es bisher auch für ihn noch keine Indizien, ob nicht gezündete Bomben sich in diesem Bereich befinden.

Fund käme nicht überraschend

Eine Überraschung wäre ein Fund allerdings nicht. „Bekanntlich wurde Stadtlohn während des Zweiten Weltkrieges zu großen Teilen zerstört. Nach Auswertung der Luftbilder wurde entschieden, dass auch dieser Abschnitt als bombardierter Bereich gilt und untersucht werden muss“, erklärt der Mitarbeiter der Stadt.

Schon am Freitag, 13. November, sollen die Arbeiten beendet sein. Auch der Wasserstand der Berkel wird sich dann schnell wieder normalisieren.

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