Im Zwei-Stundentakt ins Freibad, die Frage ist nur ab wann

dzCoronavirus

Die Freibäder in Stadtlohn und Vreden sollen Mittwoch, 3. Juni, öffnen. So sagte es Bürgermeister Helmut Könning im Stadtlohner Ausschuss. Bei der SVS ist man nicht sicher, ob das klappen wird.

Stadtlohn, Vreden

, 28.05.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

26 Grad sind für Mittwoch, 3. Juni, in Stadtlohn und Vreden angesagt. Gefühlte 28 Grad. Bestes Freibad-Wetter also. Doch ob dann die ersten Badegäste in die Becken springen werden, ist noch unklar. „Mittwoch ist unser Zieltermin“, sagt Thomas Spieß, Geschäftsführer der SVS. Aber noch sind die Vorbereitungen nicht abgeschlossen.

Damit revidiert Thomas Spieß die Aussage von Bürgermeister Helmut Könning am Mittwochabend im Hauptausschuss. Der hatte den 2. Juni genannt und auch schon erste Einzelheiten verraten, wie in Corona-Zeiten der Freibad-Besuch geregelt wird. Unbegrenzten Badespaß wird es nicht geben.

Auszubildender Erwin Erbis am Becken im Stadtlohner Freibad.

Auszubildender Erwin Erbis am Becken im Stadtlohner Freibad. © Markus Gehring

Knackpunkt ist, ob bis Mittwoch die IT steht. Denn einfach so ins Freibad gehen, werden die Besucher nicht können. „Es geht nur mit einer Online-Anmeldung“, so Spieß. Nur so lässt sich festhalten, wer wann im Freibad war, also die Kontaktpersonennachverfolgung gesichert ist. „Das kann keiner an der Kasse leisten“, so Spieß.

Nach zwei Stunden ist der Badespaß vorbei

Wahrscheinlich wird dann eine Bestätigung per Email versandt, die der Besucher im Bad vorzeigen kann. Aber wie gesagt, an den Einzelheiten wird noch getüftelt. Auch daran, wie bezahlt werden kann. „Vielleicht wird es auch Donnerstag oder Freitag“, so Thomas Spieß am Donnerstag zum Saisonstart in der kommenden Woche.

Vorgesehen ist im Sinne der Sicherheit, dass die beiden Freibäder jeweils zwei Stunden öffnen. Danach bleiben die Bäder eine Stunde geschlossen, um zu desinfizieren und zu reinigen. Dann können die nächsten Besucher zwei Stunden ins Becken.

Damit jeder eine Chance bekommt, in eines der beiden Freibäder zu kommen, also eine durchgehende Öffnung anzubieten, wird versetzt gestartet. In Vreden um 6 Uhr, in Stadtlohn um 7 Uhr, so hatte es Bürgermeister Könning dem Hauptausschuss in Stadtlohn erläutert. Einzelheiten zu den Öffnungszeiten wird die SVS aber noch bekanntgeben.

100 Besucher dürfen maximal gleichzeitig ins Freibad

Damit greift die SVS eine Regelung auf, wie sie auch in anderen Freibädern der Region, zum Beispiel in Ochtrup, praktiziert wird. In Ahaus dagegen haben sich die Betreiber entschlossen, das Freibad in Alstätte durchgehend zu öffnen. Und das schon seit dem 20. Mai. Maximal 600 Tagesgäste werden dort ins Freibad gelassen.

Das Aquahaus in Ahaus wird ab 2. Juni ebenfalls normale Öffnungszeiten ohne Stundenbeschränkungen haben. Hier müssen sich allerdings alle Besucher wegen ihrer Daten vor und nach dem Besuch an der Kasse melden. 1500 Tagesgäste sind hier möglich.

Die Vorbereitungen für die Eröffnung in Corona-Zeiten sind besondere

Die Vorbereitungen für die Eröffnung in Corona-Zeiten sind besondere. © Markus Gehring

Auch in Stadtlohn und Vreden soll die Zahl beschränkt werden. „Erst einmal 100 Besucher in zwei Stunden“, so Spieß. An guten Sommertagen werden in beiden Bädern durchaus mehr als 1000 Besucher gezählt.

Eine Preisanpassung wurde in Stadtlohn diskutiert

„Das ist alles ein Riesenaufwand“, erläutert der SVS-Geschäftsführer, „sowohl personell wie finanziell.“ Nicht nur, die Online-Anmeldungen in der Kürze der Zeit mit einem IT-Dienstleister auf die Beine zu stellen, auch die Vorbereitungen im Bad mit den Möglichkeiten zur Desinfektion. Wer wann in die Duschen kann, wie man verhindert, dass zu viele Menschen in die Sammelumkleide gehen – es gibt viel zu klären.

Damit das alles klappt, soll so viel wie möglich in beiden Freibädern einheitlich sein. Das ist wohl auch der Hintergrund einer geplanten Preiserhöhung. Dieses Ansinnen der SVS hatte Stadtlohns Bürgermeister Helmut Könning im Hauptausschuss mitgeteilt.

Startklar: das Freibad in Stadtlohn

Startklar: das Freibad in Stadtlohn © Markus Gehring

In beiden Freibädern zahlen Besucher 3 Euro Eintritt. Die ermäßigten Preise variieren allerdings mit 1,50 Euro in Stadtlohn und 2 Euro in Vreden. Und auch die 10er- und 50er-Karten sind in Stadtlohn in beiden Fällen günstiger als in Vreden. Thomas Spieß sagte dazu am Donnerstag: „Das ist Sache der Politik.“ Und ergänzt: „Wir sollten eine pragmatische Lösung treffen.“

Keine Preiserhöhung auf „kaltem Wege“

Empört hatte am Mittwochabend Reinhold Dapper (SPD) im Stadtlohner Haupt- und Finanzausschuss die angedachte Preiserhöhung zurückgewiesen: „Das ist eine Unverschämtheit, im Windschatten der Corona-Krise und an der Politik vorbei die Preise erhöhen zu wollen. Die Epidemie hat mit der Preiserhöhung nichts zu tun.“

Weniger vehement, aber dennoch sehr zurückhaltend reagierten auch die anderen Fraktionen auf das Ansinnen der SVS, die Preise erhöhen zu wollen. Bürgermeister Helmut Könning stellte klar: „Der Aufsichtsrat muss einer Preiserhöhung zustimmen. Und das geht nicht ohne Zustimmung des Rates. Es wird keine Preiserhöhung auf kaltem Wege geben.“

Lesen Sie jetzt