Hülsta-Möbel kann man jetzt auch mieten – für wen sich das wirklich rechnet

dzMieten statt kaufen

Hülsta-Möbel können Kunden seit Kurzem auch mieten. Der Möbelhersteller kooperiert dafür mit Otto Now. Möbel mieten statt kaufen? Wir haben einmal nachgerechnet.

Stadtlohn

, 20.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Zwei Beispiele: Das Babybett „minimo“ der Marke Now! by Hülsta gibt es ebenso wie ein komplettes Kinderzimmer der Serie zu mieten.

Das „Minimo“ Babybett kostet beispielsweise bei Otto online regulär 389,99 Euro – bei Otto Now kostet es 14,99 Euro monatlich bei 24-monatiger Laufzeit, bei zwölf Monaten beträgt die Miete 20,19 Euro, bei nur sechs Monaten schon 30,39 Euro. Sprich: Je länger der Kunde es mietet, desto günstiger scheint das Angebot.

Otto Now bietet es auch an, das Produkt während oder nach der Mietphase zu einem „guten Kurs“ zu kaufen. Rein rechnerisch wäre das Bett nach zwei Jahren zur Rate bei 24-monatiger Laufzeit auch schon fast komplett bezahlt. Kunden würden also mit dem Kauf – gegebenenfalls auch Ratenkauf – besser fahren: Schließlich würde einem das Bett am Ende der Laufzeit gehören.

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Ähnlich sieht es beim kompletten Babyzimmer aus: Bei Otto Now beträgt die Monatsmiete bei 24 Monaten Laufzeit 54,99 Euro. Setzt man diese Rate voraus, dann wäre das komplette Zimmer, das regulär bei Otto für 1549 Euro gehandelt wird, nach knapp zweieinhalb Jahren auch abbezahlt.

Es lohnt sich nur auf kurze Dauer

Lohnen kann sich das Miet-Investment immer dann, wenn man einen Artikel nur mal für kurze Zeit ausprobieren oder nutzen will. Man muss sich aber auch dann bei der Mietdauer festlegen, um den entsprechenden Monatspreis zu finden. Nach Unternehmensangaben von Otto Now liegt die Mietdauer meist zwischen einem und sechs Monaten. Weitere Vorteile: Lieferung, Aufbau, Abhol- sowie Reparaturservice sind inklusive.

Hülsta-Möbel kann man jetzt auch mieten – für wen sich das wirklich rechnet

Ein komplettes Kinderzimmer mit Hülsta-Möbeln könnte sich der Endkunde über Otto Now mieten. Verbraucher müssen aber genau darauf achten, in welchen Fällen sich das lohnt. © Otto Now

Mit seinem Angebot geht Otto Now den Trend in Richtung Flexibilität. Schließlich ändert sich in vielen Bereichen das Einkaufsverhalten. Eine Lösung sieht das Unternehmen eben im Ansatz „Mieten statt kaufen“.

Otto Now will Flexibilität anbieten

Der Ansatz: Der gewünschte Artikel kann für sechs, zwölf oder auch 24 Monate gemietet werden – mittlerweile gar für nur einen Monat. Da nun nicht nur Privatkunden angesprochen werden sollen, sondern auch Geschäftsleute – vorrangig Freiberufler und Einzelunternehmen – können sich Kunden zum Beispiel einen Beamer für Präsentationen mieten, ohne gleich in eine teure und womöglich nicht notwendige Anschaffung investieren zu müssen.

Privatkunden haben womöglich eine Kamera für den Sommerurlaub im Blick. Oder auch ein Babybett für die ersten Monate. Da kann der Mieter dann gegebenenfalls für den abzusehenden Zeitraum auch mal mit einem Designermöbel auftrumpfen.

Möbelbranche setzt auch bei Nobelmarken auf Mietmodelle

In die Möbelbranche ziehen aber durchaus längerfristige Mietmodelle ein. Ein Portal ist Lyght Living, das vor allem auf hochwertige Nobelmarken setzt. Aber auch dort gilt: Je länger man sich festlegt, desto niedriger wird der Monatsbetrag. Wer also für einen befristeten Zeitraum umzieht oder eine Zweitwohnung bezieht, der kann durchaus ein Schnäppchen machen. Nach Ende der vorgesehenen Mietdauer hat der Kunde dann die Möglichkeit, weiter zu mieten, das Produkt zu tauschen, es zurückzugeben oder zu erwerben.

Und auch der Branchenriese Ikea bietet mittlerweile Möbel-Abos an – als Pilotprojekt auch in der Schweiz. Hauptkunden sind in diesem Fall meist Unternehmen, die ihre Büromöbel laufend modernisieren und anpassen und ihr Kapital nicht gebunden haben wollen. Ab nächstem Jahr sollen nun Tests mit Leasing-Angeboten auch in Deutschland folgen. Ziel ist es dabei auch, die „Kreislaufwirtschaft“ anzukurbeln.

Dadurch, dass Ikea - oder auch Otto Now - Eigentümer des Produkts bleibt, kann es auch am Ende des Lebenszyklus dafür sorgen, dass es recycelt und in den Kreislauf zurückgegeben wird. Dadurch wird der zweite vorrangige Ansatz neben der Flexibilität hinter der Miet-Idee deutlich: die Nachhaltigkeit.

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