Hip-Hop-Duo 257ers dreht Videoclip mit Alpakas in der Stadtlohner Bauerschaft Almsick

dzRap-Stars in Stadtlohn

Alpakas gelten als die neuen Einhörner. Hip-Hop-verdächtig waren sie bislang aber nicht. Das neue Album der „257ers“ heißt nun „Alpaka“ – und das Werbevideo wurde in Almsick gedreht.

Stadtlohn

, 11.04.2019 / Lesedauer: 4 min

Die hektische Rap-Musik ist wohl das genaue Gegenteil von den ruhigen Weiten der Bauerschaft Almsick. Und die liebenswerten Alpakas, die in Stadtlohn auf grünen Wiesen grasen, sind dem Hip-Hop so fern wie den Anden. Aber nicht für Daniel „Shneezin“ Schneider und Michael „Mike“ Rohleder. Das verrückte Deutsch-Rapper-Duo 257ers (sprich: „Zwei-Fünf-Siebeners“) hat jetzt mit den Alpakas in Almsick ein Video gedreht.

„Alpaka“, so heißt auch das neue Album der Erfolgsmusiker aus Essen-Kupferdreh, die seit 2014 mit ihren Alben „Boomshakkalakka“ und „Mikrokosmos“ die Charts stürmen. Die Singles „Holland“ und „Holz“ wurden mit Gold und Platin ausgezeichnet. An der Seite von Andreas Gabalier schafften sie sogar den Sprung in ein „MTV Unplugged“-Konzert. Und nun Almsick.

Hip-Hop-Duo 257ers dreht Videoclip mit Alpakas in der Stadtlohner Bauerschaft Almsick

Michael „Mike“ Rohleder mit einem Alpaka-Hengst © privat (Olbers)

Wie aber kommen die Ruhrpott-Rapper für einen Dreh in die Stadtlohner Bauerschaft? Markus Olbers weiß die Antwort. Er ist der stolze Besitzer der Alpaka-Herde. Als Finanz- und Vorsorgeberater ist er im Unternehmernetzwerk BNI Ahaus-Borken aktiv. Über dieses Netzwerk knüpfte Raphael Gudelius Kontakt zu ihm. Gudelius ist nicht nur Kameramann, sondern auch ein langjähriger Freund der 257ers. Und er war dringend auf der Suche nach Alpakas, um Werbeclips für das neue Album drehen zu können. „Ich bin nicht gerade ein Hip-Hop-Fan“, sagt Markus Olbers, „aber die 257ers mit ihren Hits Holland und Holz, die kannte ich schon.“ Und er sagte Ja zu den Dreharbeiten.

Rapper streichelten zum ersten Mal ein Alpaka

So war es jetzt an einem Samstag mit der Ruhe vorbei. Die Blödel-Rapper rückten mit einem Kamerateam, Fotografen und Gefolge an. Und Freunde und Nachbarn der Familie Olbers ließen sich das Spektakel nicht entgehen. Gerappt wurde allerdings nicht. Dafür posierten Shneezin und Mike für die Kamera ausgiebig mit den Alpakas. Und wie fühlte sich das an? Nach anfänglicher Zusage fanden die Rapper nach dem Dreh doch keine Zeit für ein Interview. Zu viel Stress, zu viele Termine vor der Veröffentlichung ihres neuen Albums. Kameramann Gudelius verriet aber: „Die Jungs waren Feuer und Flamme. Es war ja das erste Mal überhaupt, dass sie ein Alpaka gestreichelt haben.“

Vermutlich werden sie auch „Akk!“ gerufen haben. Diesen Schlachtruf haben Shneezin und Mike kreiert. Auf der Internetseite der Langenscheidt Verlagsgruppe belegte das Wort 2012 den ersten Platz bei der Wahl zum Jugendwort des Jahres. Aber warum haben die beiden ihr Album überhaupt Alpaka genannt? Wird es auf dem neuen Album ein Lied mit dem Titel Alpaka geben? „Nein“, verrät Raphael Gudelius, „eine Single mit diesem Titel wird es nicht geben. Die beiden haben einfach Freude daran, Klischees auf den Kopf zu stellen.“

Filmaufnahmen stressten Tiere nicht

Diesen Eindruck hatte auch Markus Olbers, der mit Argusaugen darauf achtete, dass seine Alpakas während der Drehaufnahmen nicht unter Stress gerieten. „Die beiden haben natürlich die verrückten Hip-Hopper gegeben. Aber eigentlich sind sie gestandene Familienväter.“

Zum Streicheln wurden ausschließlich Hengste genommen, die es gewohnt sind, auch am Halfter geführt zu werden. „Die Aufnahmen mit der Stutenherde waren gar nicht so einfach“, sagt Kameramann Raphael Gudelius. Als Fluchttiere suchten sie zunächst das Weite – bis die Neugierde sie am Ende doch wieder näher vor die Kamera lockte.

Alpakas sind die neuen Einhörner

Alpakas gehören zur Familie der Kamele. Sie stammen aus den südamerikanischen Anden. Vor allem in Peru werden sie wegen ihre Wolle gezüchtet. Markus Olbers ist seit sieben Jahren Hobbyzüchter. „Wir hatten eine Wiese am Haus und wussten nicht, wie wir sie nutzen sollten. Pferdehufe hätten die Grasnarbe zerstört. Nandus sind nicht kinderlieb. Dann sind wir bei unseren Überlegungen auf die Alpakas gestoßen.“

Hip-Hop-Duo 257ers dreht Videoclip mit Alpakas in der Stadtlohner Bauerschaft Almsick

Alpaca-Schur auf dem Hof Olbring © Stefan Grothues

Damals waren die Alpakas noch keine Modetiere. „Heute“, so sagt Markus Olbers, „sind die Alpakas die neuen Einhörner“. Auf T-Shirts oder auf Youtube seien sie ein echter Hype. Olbers weiß auch warum: „Die großen Augen, das kleine Gesicht, die lustige Frisur wird von vielen als einfach süß empfunden.“ Außerdem stünden die Wiederkäuer nicht nur für Ruhe und Entschleunigung, sondern würden immer öfter auch als Therapietiere eingesetzt. Das gilt nicht für seine 15-köpfige Herde. Nicht wenige Familien nutzen aber ihre Sonntagsradtour, um den Alpakas in Almsick einen Besuch abzustatten.

Tourneestart am 4. Mai

„Holland ist die geilste Stadt der Welt“, singen die 257ers mit ihrem berühmt-berüchtigten Sinn für schrägen Humor. Nachdem der aufregende Alpaka-Dreh in Almsick mit einem zünftigen Grillfest endete, dürfte Almsick für Shneezin und Mike wohl die schönste Bauerschaft der Welt sein. Vielleicht rappen die beiden irgendwann ja doch einmal über die Alpakas in Almsick.

Der Video-Clip soll in den nächsten Wochen veröffentlicht werden. Das Album „Alpaka“ erscheint am 3. Mai. Ab dem 4. Mai gehen die 257ers auf Tour. Dann haben Shneezin und Mike richtig Stress: sechs Auftritte in sechs Tagen in Rostock, Bremen, Düsseldorf, Nürnberg, Stuttgart und Dresden. Bei den Alpakas in Almsick ist längst wieder Ruhe eingekehrt.

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