Radfahrer sind nach Ansicht von Hans Stelzig auf der Kreuzung Grabenstraße/Pfeifenofen gefährdet, weil sie von Rechtsabbiegern häufig zu spät gesehen würden. Aus Stelzigs Sicht könnte ein Grünvorsprung für Radfahrer die Situation entschärfen. © Markus Gehring
Verkehrsprobleme

Hans Stelzig: Ampel gefährdet Radfahrer an der Grabenstraße in Stadtlohn

Hans Stelzig hält die Ampelschaltung auf der Kreuzung Grabenstraße/Pfeifenofen für gefährlich. Autofahrer übersähen zu oft Radfahrer und Fußgänger. Die Stadt lenkt den Blick auf Kreisel-Pläne.

Hans Stelzig ist fast täglich mit dem Fahrrad unterwegs, auch im Winter. Der 84-jährige pensionierte Lehrer genießt die Bewegung und die frische Luft. Nur auf der Kreuzung Grabenstraße/Pfeifenofen hört für ihn das Radfahrvergnügen auf.

„Dort sind Unfälle vorprogrammiert, weil die Ampel meiner Meinung nach falsch eingestellt ist“, sagt Hans Stelzig. Die aus Richtung Ahaus kommenden Autos, die von der Grabenstraße in die Straße Pfeifenofen rechts abbiegen wollen, übersähen oft die Radfahrer, die geradeaus fahren wollen. Auch für Fußgänger entstehen dort nach Stelzigs Beobachtungen durch Rechtsabbieger häufig gefährliche Situationen.

Hans Stelzig fordert mehr Sicherheit für Radfahrer an der Kreuzung Grabenstraße/Pfeifenofen.
Hans Stelzig fordert mehr Sicherheit für Radfahrer an der Kreuzung Grabenstraße/Pfeifenofen. © privat © privat

„Mir als Radfahrer wurde an dieser Stelle schon oft die Vorfahrt genommen“, sagt Stelzig. „Und ich habe selbst gesehen, wie eine Fußgängerin mit einem Kinderwagen von einem Autofahrer beschimpft wurde, weil sie seiner Ansicht nach zu lange brauchte, um die Straße zu überqueren.“

„Vorgezogene Grünphase würde helfen“

Hans Stelzig hat sich mit einer Idee an die Stadt Stadtlohn gewandt, die die gefährliche Situation „sofort entschärfen könnte“. Radfahrer und Fußgänger sollten durch eine vorgezogene Grünphase einen Vorsprung erhalten. Stelzig: „In Holland ist das üblich. Und auch die Ampelanlage am Düwing Dyk in Wüllen sei vorbildlich geschaltet.

Günter Wewers, der Erste Beigeordnete der Stadt Stadtlohn, bestätigt den Erhalt der Anfrage. „Herr Stelzig hatte sein Anliegen schon einmal im Jahr 2019 vorgetragen. Daraufhin hat sich auch die Verkehrsschau mit dieser Frage beschäftigt. Das Ergebnis, das Hans Stelzig Anfang 2020 mitgeteilt wurde, stellte ihn aber nicht ganz zufrieden.

Kreuzung ist kein Unfallhäufungspunkt

„Laut Straßen.NRW entspricht die jetzige Ampelschaltung den gültigen Regeln“, so Günter Wewers. Und weil die Kreuzung kein Unfallschwerpunkt ist, sieht Straßen.NRW auch keinen Änderungsbedarf, zumal die von Hans Stelzig gewünschte Ampelschaltung den Verkehrsfluss auf der meistbefahrenen Kreuzung der Stadt noch weiter verlangsamen würde.

Nach dem digitalen Verkehrsunfallatlas der statistischen Ämter von Land und Bund ereigneten sich auf der Kreuzung Grabenstraße/Pfeifenofen in den Jahren 2016, 2017 und 2018 keine Unfälle. 2019 kam es auf der Kreuzung zu drei Unfällen mit Personenschaden. An nur einem war allerdings ein Fahrrad beteiligt.

Über 12.000 Fahrzeuge passieren Knotenpunkt täglich

Es gibt aber noch einen anderen Grund, warum Straßen.NRW eine Änderung der Ampelschaltung für diese Kreuzung nicht oben auf der Agenda hat. Die Stadt Stadtlohn verfolgt seit mehreren Jahren das erklärte Ziel, diesen Verkehrsknotenpunkt mit weit über 12.000 Fahrzeugen am Tag zu einem Kreisverkehr umzugestalten.

„Wir sind auch schon tätig geworden. Notwendige Grundstücksverhandlungen sind geführt und ein erster Grundstückskauf ist schon unter Dach und Fach“, sagt der Erste Beigeordnete Günter Wewers. Zusätzliche Flächen sind nicht nur für den Kreisel an sich erforderlich. Wewers: „Es bietet sich an, am Kreisverkehr auch einen Knotenpunkt für zwei wichtige Busverbindungen zu bilden: für die R76 als Nord-Süd-Verbindung von Ahaus über Stadtlohn nach Südlohn und Borken sowie für die R61 als Ost-West-Verbindung von Coesfeld über Gescher und Stadtlohn nach Vreden.“

Kreisverkehr lässt noch Jahre auf sich warten

Den Bau des Kreisverkehrs hat die Stadt Stadtlohn allerdings nicht in eigener Hand. Das Land NRW als Eigentümer von drei der vier Kreuzungsarme wäre hauptverantwortlich für den Umbau und dessen Finanzierung. Wann ist es so weit? Eine genaue Prognose kann Günter Wewers nach eigener Aussage nicht treffen. „Wenn Sie mich fragen, ob es zehn Jahre dauert, dann sage ich, es müsste deutlich schneller gehen. Aber im nächsten Jahr wird es wohl noch nicht so weit sein.“

Was sagt Radfahrer Hans Stelzig zu den Kreisverkehrsplänen? „Damit bin ich sehr einverstanden. Wir haben ja schon Kreisverkehre in Stadtlohn und die funktionieren doch ganz vorzüglich.“ Aber weil der Kreisverkehr ja noch auf sich warten lasse, könne man doch vorher noch mit einer neuen Ampelschaltung für mehr Verkehrssicherheit sorgen.

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Stefan Grothues

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