Gute Noten fürs Freibad und Bürgerbüro, im Baubereich drückt der Schuh

dzOnlineumfrage

Gute Noten fürs Freibad, fürs Bürgerbüro und Sicherheit, weniger gute für Baustellen, Kultur und Digitalisierung. Das sind die Ergebnisse einer Onlineumfrage zur Stadtlohner Stadtverwaltung.

Stadtlohn

, 19.09.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wie zufrieden sind Sie mit Stadtlohns Stadtverwaltung? Das wollten wir von den Stadtlohnerinnen und Stadtlohnern wissen. 170 Menschen haben an unserer Onlineumfrage teilgenommen. Zwei von drei Umfrageteilnehmern sind mit der Arbeit im Rathaus mehr oder weniger zufrieden. Aber es gibt auch Kritikpunkte.

Unsere Umfrage zeigt, wo den Stadtlohnern der Schuh drückt – und wo die Stadtverwaltung offenbar gute Arbeit leistet.

Bürgermeister Helmut Könning nahm die Ergebnisse der nicht repräsentativen Umfrage und die Kommentare der Umfrageteilnehmer mit großem Interesse zur Kenntnis. „Ich hätte gedacht, dass die Zufriedenheit mit der Arbeit im Rathaus noch größer wäre“, sagt er. Auf jeden Fall aber sei das Umfrageergebnis bedenkenswert.

Thema Verwaltung: Das Rathaus und seine Mitarbeiter werden von den Stadtlohnern ganz unterschiedlich wahrgenommen. Ein Umfrageteilnehmer merkt an: „Die Stadtverwaltung macht ihre Arbeit sehr gut. Die Mitarbeiter sind sehr nett und hilfsbereit.“ Ein anderer kommentiert: „Ich finde, man wird dort nicht gerade nett behandelt...“

In Zahlen: 17 Prozent der Befragten waren sogar „sehr zufrieden“, 28 Prozent zufrieden und 18 Prozent eher zufrieden. Allerdings: 21 Prozent der Befragten waren eher unzufrieden, 11 Prozent unzufrieden und 5 Prozent sehr unzufrieden. Dreiviertel der Befragten bezeichnen das Bürgerbüro als „kundenfreundlich und serviceorientiert“.

Thema Wohnen: Über 60 Prozent der Umfrageteilnehmer halten es für schwierig, in Stadtlohn eine Wohnung zu finden. Viele fordern, die Stadt müsse mehr Wohnbauflächen ausweisen oder gar selber Wohnungen errichten. Bürgermeister Helmut Könning kann die Sorge nachvollziehen, sieht die Stadt aber an einem Wendepunkt.

„Zurzeit werden viele Wohnungen bereits geplant oder gebaut: auf dem Grundstück des ehemaligen Hotels Lembeck, in der Weststraße, am Alter Dyk, am Gescher Dyk oder auf dem ehemaligen Spahngelände – da tut sich eine ganze Menge“, so Helmut Könning. „Jetzt müssen wir die Entwicklung genau beobachten. Wir dürfen auch nicht zu viel machen, wenn wir keine Leerstände wollen. Ziel ist aber: Niemand soll von Stadtlohn wegziehen müssen, weil er hier keine Wohnung findet.“

Thema Sauberkeit und Grünpflege: Eine große Mehrheit der Befragten gibt der Stadt eher gute Noten.

Thema Sicherheit und Ordnung: Dreiviertel der Stadtlohner fühlen sich in Stadtlohn sicher. Allerdings fordern viele Umfrageteilnehmer mehr Polizei- und Ordnungsamtskontrollen in der Innenstadt und im Losbergpark. Bürgermeister Helmut Könning sagt: „Wir werden das zum Anlass nehmen, mit dem Jugendwerk, das ja aufsuchende Jugendarbeit betreibt, noch einmal gemeinsam zu überlegen, wo noch Ansatzpunkte sind. Wir werden auch mit den ,Nachtwanderern‘ sprechen, ob sie erneut aktiv werden wollen.“

Thema schlechte Straßen: 56 Prozent der Umfrageteilnehmer beklagen einen schlechten Straßenzustand in Stadtlohn. „Die haben recht“, sagt Bürgermeister Helmut Könning. Er verweist aber gleichzeitig auf das Bauprogramm für Straßen und Wirtschaftswege. „Wir tun was wir können.“

Thema Baustellen: Eine Mehrheit der Umfrageteilnehmer hält die Baustellen in Stadtlohn für weniger gut koordiniert und beklagt zu lange Planungs- und Bauzeiten. Bürgermeister Helmut Könning kann die Kritik verstehen, allerdings sieht er auch objektive Gründe: „Es gibt zum Beispiel viele ökologische Auflagen. Eine faunistische Untersuchung zum Beispiel braucht ein ganzes Jahr. Wir müssen den Bürgern das aber sicher besser erklären.“

Thema Kindergärten: Hier ist das Bild uneindeutig. Relativ viele Umfrageteilnehmer wollten sich nicht äußern, weil ihnen aktuelle Einblicke fehlten. Ein Drittel der Befragten ist über 50 Jahre alt, zwei Drittel über 40 Jahre. Häufig gewünscht wurden flexiblere Betreuungszeiten. Bürgermeister Könning: „Das ist Sache der Kindergartenträger. Die Stadt will in dieser Frage aber gerne Gespräche mit den Trägern führen.“

Thema Digitalisierung: 85 Prozent der Befragten würden gerne häufiger Rathausangelegenheiten digital erledigen. „Wir sind auf dem Weg“, sagt Bürgermeister Helmut Könning. „Die Sozialakten werden jetzt schon digitalisiert, 2021 ist der Posteingang an der Reihe. Ziel ist es, dass auch Personalausweise und andere Bescheinigungen digital angefordert werden können.“ Ein Digitalisierungsprogramm gebe es auch für alle Schulen. Fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer hält die gegenwärtige Ausstattung der Schulen für nicht zeitgemäß. Helmut Könning betont dagegen: „Die Schulen selbst sind mit dem Digitalisierungsprogramm sehr zufrieden.“

Thema Sportstätten, Spielplätze, Freibad: Eine klare Mehrheit der Umfrageteilnehmer meint: „Das Angebot ist gerade richtig.“

Thema kulturelle Angebote: Eine Mehrheit der Befragten findet, dass die Stadt zu wenig kulturelle Angebote macht. Theater, Open Air auf dem Markt, Kabarett, Konzerte, Festivals – die Liste der Wünsche ist lang. Bürgermeister Helmut Könning kann das gut verstehen: „In diesem Corona-Jahr gab es extrem wenig Angebote. Aber unabhängig davon wollen wir das Thema angehen.“

Der Marktplatz soll als Ort für Konzerte und Kultur noch stärker gefördert werden. Könning: „Wir wollen ja Leben in die Stadt holen. Die vier Konzerte 2019 zur Skulpturenausstellung waren ein guter Anfang.“

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