Großer Spaß seit Generationen – die Parkbahn im Losbergpark ist Kult

dzParkbahn im Losbergpark

Wenn die Parkbahn im Losbergpark losdampft, strahlen die Augen der kleinen Fahrgäste und großen Eisenbahnfans noch genauso wie vor 28 Jahren. Die Bahn ist ein Erlebnis für alle Generationen.

Stadtlohn

, 07.09.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Neben den schmalen Gleisen warten Dutzende Kinder gespannt, dass die Parkbahn ihre Runde beendet und sie endlich einsteigen können. Dann ist es so weit. Die Diesellok knattert los und als sie ihren Eltern aufgeregt winken, erfüllt ein strahlendes Lächeln die Gesichter der Kinder. Die Parkbahn im Losbergpark in Stadtlohn ist Kult. Sie begeistert heute noch genauso wie vor über 25 Jahren.

Ein Ticket nach dem anderen schiebt Rembert Vehlken, einer der Vorsitzenden des Eisenbahnclubs, über den kleinen Ticket-Schalter. „Heute ist es vergleichsweise noch ruhig“, meint er. Sonst gehen an einem guten Sonntag zwischen 100 und 150 Tickets über die Theke.

Ein Ticket für die Parkbahn ist für die kleinen Fahrgäste Gold wert.

Ein Ticket für die Parkbahn ist für die kleinen Fahrgäste Gold wert. © Christin Lesker

Generationen von Eisenbahn-Begeisterten

Viele aktive und ehemalige Eisenbahnclub-Mitglieder sitzen regelmäßig mit ihren Enkeln in der Bahn. Sie können sich noch gut erinnern, wie sie die Bahn 1992 selbst gebaut haben. „Vier Monate haben wir mit vier Männern jeden Tag daran gearbeitet“, erinnert sich einer. Oft wurden sie in der Stadt von den Kindern als „der Mann von der Eisenbahn“ erkannt.

Die vierjährige Viktoria wollte eigentlich zu den Pferden der Johannes-Reithalle. Das Ponyreiten fällt zwar wegen Corona weiterhin aus, „aber Eisenbahn fahren kann ich ja“, freut sie sich und nimmt aufgeregt im kleinen Wagon Platz. Um es über eine leichte Steigung zu schaffen, wird die Bahn so schnell, dass die Haare fliegen und das Leuchten in den Kinderaugen immer heller wird.

„Das war toll!“, ruft Viktoria und rennt ihrem Vater Ludger nach der aufregenden Fahrt durch den Park in die Arme. Genau wie ihr ging es schon den Kindern vor rund 28 Jahren. „Das ist jetzt die zweite Generation“, meint Rembert Vehlken, denn viele Eltern können sich noch gut erinnern, wie sie selbst als Kinder durch den Losbergpark getuckert sind.

Maskenpflicht und Desinfektionsmittel

Zieht die Lok gerade nicht dampfend ihre Bahnen, ruht sie sich im Holzschuppen neben ihren zwei Kolleginnen aus. Schraubenschlüssel und andere Werkzeuge hängen dort an der Wand, denn egal ob Räder oder Gleise, „wir bauen, wenn es geht, alles selber“, erzählt Heinz Garwer, einer der Vorsitzenden.

An die Masken mussten sich die Eisenbahnfreunde erst gewöhnen. Mittlerweile werden sie aber von allen gut angenommen.

An die Masken mussten sich die Eisenbahnfreunde erst gewöhnen. Mittlerweile werden sie aber von allen gut angenommen. © Christin Lesker

In diesem Jahr ist es für den Eisenbahnclub härter als in den vergangenen. Statt wie sonst im April dampfte die Parkbahn am 12. Juli zum ersten Mal durch den Losbergpark. Seitdem konnte sie nur an fünf Sonntagen fahren und auch die Umsetzung der Hygiene Bestimmungen kam dem Club zunächst schwierig vor.

„Jetzt bin ich froh, dass alle Gäste die Hygienemaßnahmen so gut annehmen“, sagt Rembert Vehlken. Nach jedem Passagierwechsel desinfiziert Dieter von Almsick die kleinen Wagons und dann steigen nur zehn statt wie sonst 20 kleine Fahrgäste ein. Wer älter als sechs ist, muss während der Fahrt eine Maske tragen.

Für jeden ein Erlebnis

Die strahlenden Augen sind aber auch mit Maske gut zu sehen, sie verraten, wie viel Spaß die Kinder haben. Zwei Euro kostet sie dieser Spaß. Dafür nimmt Parkbahnfahrer Herbert Switkowsky seine Fahrgäste zwei Runden mit über die rund 400 Meter lange Strecke durch den Losbergpark.

Herbert Switkowsky steuert die Parkbahn in den Sommermonaten schon seit vielen Jahren.

Herbert Switkowsky steuert die Parkbahn in den Sommermonaten schon seit vielen Jahren. © Christin Lesker

„Man fährt überall hin und kann gut beobachten“, findet Hanna Elfing. „Und es war so cool, als die Bahn einmal ganz schnell wurde“, ergänzt ihre Freundin Ella-Zoe. Noch bis Ende Oktober knattert die Diesellok an jedem schönen Sonntag von 14.30 bis 18 Uhr über die Gleise und zieht so Gäste aus dem ganzen Umkreis an.

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Diese Sommer-Sonntage sind für alle Generationen ein Erlebnis. „Ich freue mich immer riesig, wenn ich kommen kann“, erzählt Dieter von Almsick, der von Anfang an im Eisenbahn-Club dabei ist. Aber wie viele Eisenbahnfreunde ist er mittlerweile mehrfacher Großvater und freut sich am meisten, wenn die Kinder ihren Spaß haben.

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