Citymanager Giampietro Salerno hat konkrete Ideen gegen Leerstände in der Stadtlohner Innenstadt. Das Land NRW hilft mit einem Förderprogramm. © Stefan Grothues
NRW-Sofortprogramm

Gewürzladen und Kaffeerösterei setzen neue Duftnoten in Stadtlohn

„Zu vermieten“ steht auf dem Pappschild im Schaufenster. Aber nicht mehr lange. In besten Innenstadtlagen in Stadtlohn werden bald ein Gewürzladen und eine Kaffeerösterei öffnen. Leerstände ade.

Geld riecht bekanntlich nicht. Diese Fördergelder aus Düsseldorf aber werden Stadtlohn ein wenig mehr duften lassen. Nach frisch geröstetem Kaffee zum Beispiel. Oder nach Anis, Koriander oder Ceylon-Zimt. Im Kampf gegen Leerstände in der Stadtlohner Innenstadt gibt es gute Nachrichten.

Das Land Nordrhein-Westfalen hat im vergangenen Jahr ein „Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte und Zentren in Nordrhein-Westfalen“ aufgelegt. 70 Millionen Euro stehen bereit, um den Wandel im Handel aktiv zu begleiten. 143.000 Euro fließen nach Stadtlohn. Hier trägt das Förderprogramm bald erste Früchte.

Eine kleine Kaffeerösterei (Symbolbild) soll im Sommer im Stadtlohner Eschquartier eröffnet werden, sagt Citymanager Giampietro Salerno.
Eine kleine Kaffeerösterei (Symbolbild) soll im Sommer im Stadtlohner Eschquartier eröffnet werden, sagt Citymanager Giampietro Salerno. © picture alliance / dpa © picture alliance / dpa

Sechs Leerstände zählt Citymanager Giampietro Salerno im Kernbereich der Innenstadt. Jeder ist einer zu viel. Die gute Nachricht: Die Zahl der Leerstände ist in der Coronakrise nicht weiter gewachsen. Noch nicht. Der Einzelhandel leidet. Umso mehr freut es den Citymanager, dass jetzt positive Signale in der Innenstadt gesetzt werden.

Kaffeerösterei im Eschquartier

Und das kann er auch schon ziemlich konkret benennen: „Im Stadtzentrum wird im Herbst in einem leerstehenden Ladenlokal ein Gewürzladen eröffnen. Und schon im Sommer gründen Stadtlohner eine Kaffeerösterei im Eschquartier.“ Es gebe auch schon weitere Überlegungen für die anderen vier der sechs Leerstände, aber die seien noch nicht spruchreif.

Exotische Gewürze werden ab Herbst in einem Spezialgeschäft in der Stadtlohner Innenstadt angeboten. Das NRW-Sofortprogramm hilft bei der Vermietung des bisherigen Leerstandes.
Exotische Gewürze (Symbolbild) werden ab Herbst in einem Spezialgeschäft in der Stadtlohner Innenstadt angeboten. Das NRW-Sofortprogramm hilft bei der Vermietung des bisherigen Leerstandes. © picture alliance/dpa/dpa-tmn © picture alliance/dpa/dpa-tmn

Dass er den Gewürz-Anbieter, der sonst eher in größeren Städten zuhause ist, für Stadtlohn gewinnen konnte, freut Salerno besonders. „Wir wollen ja Alleinstellungsmerkmale in der Innenstadt. Individuelle Konzepte machen Stadtlohn auch für Besucher aus den Nachbargemeinden attraktiv. Dazu gehört bald auch die Kaffeerösterei im Eschquartier“, so der Citymanager im Gespräch mit unserer Redaktion. Salerno: „Das hilft unserer Qualitätsentwicklung und setzt neue Impulse.“

„Enormer Anreiz durch das Sofortprogramm“

Das NRW-Sofortprogramm habe dabei mit finanziellen Anreizen sehr geholfen. Der Verfügungsfonds Anmietung gibt Städten und Gemeinden in einem Zeitraum von zwei Jahren die Möglichkeit, neue Nutzungen in leerstehenden oder konkret von Leerstand bedrohten Ladenlokalen in den zentralen Lagen der Innenstädte und Zentren zu etablieren. Förderfähig ist eine Anmietung in Höhe von bis zu 70 Prozent der Altmiete. Davon übernimmt das Land für zwei Jahre 80 Prozent. „Das ist ein enormer Anreiz“, sagt Giampietro Salerno.

Nach Salernos Angaben kommt das Programm sowohl bei Immobilienbesitzern wie auch bei potenziellen Mietern gut an. Für beide Seiten gebe es in der Phase von Existenzgründungen oder Neueröffnungen mehr Sicherheit und faire Mieten. Salerno: „Ich bin ehrlich überrascht, wie groß auch die Investitionsbereitschaft der Immobilienbesitzer ist, um den neuen Mietern gute Startchancen zu geben.“

Kein Strohfeuer

Es gehe beim Förderprogramm auch nicht darum, ein Strohfeuer zu entfachen und einzelne Ladenlokale schnell neu zu beleben, betont Giampietro Salerno. „Wir wollen nachhaltige Konzepte, die auf mehrere Jahre angelegt sind.“ Das können Gastronomie-Startups sein, Direktverkauf landwirtschaftlicher Produkte, Showrooms für den regionalen Online-Handel oder Bildungsangebote.

Neue Ideen von Interessenten oder Investoren seien weiterhin willkommen, betont Giampietro Salerno. Nach seinen Worten hat Stadtlohn „hervorragende Perspektiven und Chancen“. Salerno: „Ich bin zuversichtlich, dass wir in den nächsten zwei Jahren noch einige gute Ideen auf den Weg bringen werden.“ Der Citymanager ist per E-Mail oder unter Tel. (02563) 87232 zu erreichen.

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