Ein Märchen in Georg Veits neuem Werk "Das Lachen des Winters" spielt in Stadtlohn. © privat
Moderne Märchen

Georg Veit verlegt Märchen ins Stadtlohn des 19. Jahrhunderts

Eines seiner drei modernen Märchen lässt der Coesfelder Autor Georg Veit in Stadtlohn spielen. Rund um das „Büldeken“ in Hengeler erlebt der Groote Jann, sein Protagonist, einige Abenteuer.

Das nennt man wohl ein Werk mit einer langen Anlaufzeit: „Die ersten Ideen für eines der Märchen hatte ich bereits Ende der 1980er Jahre“, erinnert sich Georg Veit an die Anfänge seines neuen Buches „Das Lachen des Winters“. Der Untertitel „Moderne Märchen aus dem Münsterland“ verrät: Hier soll die Gegenwart mit alten Geschichten und alten Bildern verknüpft werden.

Eines der drei Märchen spielt in Stadtlohn. Im Stadtlohn des 19. Jahrhunderts, auch die beiden anderen Märchen spielen in dieser Zeit. Diese verbindet eine Rahmenerzählung aus der Gegenwart. Ein merkwürdiger Gärtner erzählt seinem verstörten Gast Geschichten, die dessen Leben auf den Kopf stellen.

Grooter Jann will langen Stadtlohner Winter nicht akzeptieren

Eine dieser Geschichten handelt vom Grooten Jann, einem aus dem Holländischen nach Stadtlohn gezogenen starrköpfigen Schafzüchter, der nicht akzeptieren will, dass der Winter in einem Jahr nicht enden will. Als Frühjahr und Sommer ausbleiben, richtet er fast seine gesamte Familie, seinen Besitz und schließlich sich selbst zugrunde. „Das ist eine ökologische Thematik, eine Parabel auf den Versuch, die unbegreifliche Natur niederzukämpfen“, erklärt Georg Veit.

Auch diese Geschichte schlummert schon lange in den Gedanken des Coesfelder Autors, der vor allem durch seine Münsterland-Krimis um Ermittler „Pepa“ Pfühl bekannt ist. „Vor 20 Jahren habe ich eine Führung durch Stadtlohn mit dem Vorsitzenden des Heimatvereins gemacht und dabei Interesse an Bodendenkmälern und älteren Stätten gezeigt“, berichtet Georg Veit.

Protagonist wohnt im „Büldeken“ in Hengeler

Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm das „Büldeken“. Der Groote Jann wohnt im Märchen in Hengeler, unweit des alten Hofes Thesseling, in dieser uralten Speicherinsel. Außerdem finden Ortskundige in der Erzählung die Nepomukstatue, das Kirchspiel in Hengeler und den Ort der Lohner Schlacht. Janns Frau kommt aus Ahaus.

Den Anstoß, seine Märchenideen zu einem runden Werk zu machen, gab Georg Veit sein voriger Roman „Schwedings Handhabung der Wolken“, der vor drei Jahren erschienen ist. „Der enthält auch ein Märchen, darum habe ich mich wieder intensiv mit dem Thema befasst“, berichtet der 64-Jährige.

Interessant für Märchen- und Münsterlandliebhaber

Gründe dafür, sein neues Werk zu lesen, gibt es aus seiner Sicht viele. „Alle, die Lust am Märchenton haben, alle, die sich fürs Münsterland interessieren“, zählt Georg Veit zunächst auf.

Dann ergänzt er schnell: „Aber es sind Märchen, die man auf eine moderne Weise lesen kann.“ Man erfahre viel über die Gegend in der Vergangenheit, zum Beispiel über Textilproduktion und Eisenbahnbau. Schließlich waren die Recherchen intensiv und lang andauernd.

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Bastian Becker

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