Feuerwehrmänner rückten am Dienstag zum Brandherd vor. In dieser Garage ist das Feuer entstanden, das anschließend auf das Wohnhaus übergriff. © Stefan Grothues
Großbrand

Feuer am Richters Kamp: Kripo findet Brandursache in der Garage

In die Hunderttausende geht der Sachschaden, den der Großbrand vom Dienstagmittag an einem Wohnhaus am Richters Kamp verursacht hat. Die Kripo hat jetzt die Brandursache ermittelt.

Das war ein schwerer Gang für Hiltrud Südfels. Am Donnerstag, Tag 2 nach dem verheerenden Brand am Richters Kamp, hat die Bewohnerin in Begleitung des Stadtlohner Feuerwehrchefs ihre Wohnung betreten, um zu schauen, ob noch Wertsachen oder persönliche Dinge geborgen werden können. Gerne hätte sie auch noch etwas aus ihrer Fahrradtasche geholt. Doch die Tasche war nicht mehr da. Und auch vom Fahrrad fehlte jede Spur. „Es ist nichts davon übriggeblieben. Es war komplett geschmolzen und verbrannt“, so Wehrführer Günter Wewers.

Feuer brach an der E-Bike-Ladestation aus

Die Brandexperten der Polizei sind inzwischen sicher: Genau hier am Fahrradstellplatz in der Garage ist das Feuer ausgebrochen. Die Ermittler sind überzeugt davon, dass das E-Bike an der Ladestation den Brand verursacht hat. Das bestätigte am Donnerstag Polizeisprecher Thorsten Ohm auf Anfrage unserer Redaktion. Hiltrud Südfels hatte das Fahrrad kurz zuvor an die Ladestation angeschlossen.

„Es bleibt aber unklar, was genau den Brand ausgelöst hat“, sagt Thorsten Ohm. „Ob der Akku explodiert ist, ob es an einem schadhaften Kabel gelegen hat oder ob die Ladestation defekt war – das lässt sich anhand der Spurenlage nicht mehr klären.“

Brennende E-Bikes sind im Kreis Borken eine Seltenheit

Zu solchen Vorfällen kommt es nach Recherchen der Deutschen Presseagentur bundesweit immer wieder. Darum warnen Experten auch davor, E-Bike-Akkus in Wohnungen aufzuladen. Im Kreis Borken gibt es aber nach Erkenntnissen der Kreispolizei keine Häufung von Bränden in Zusammenhang mit E-Bikes.

Das bestätigt auch Kreisbrandmeister Stefan van Bömmel am Donnerstag im Gespräch mit unserer Redaktion. „Mir sind ein, zwei Fälle bekannt. Fahrradakkus sind nicht auffälliger als andere elektrische Geräte, bei denen immer wieder mal etwas durch Wärmestau oder Kurzschluss etwas passieren kann. Wäschetrockner sorgen am häufigsten für Probleme.“

Auch der Stadtlohner Fahrradhändler Franz-Josef Becking sieht nur ein vergleichbar kleines Risiko durch E-Fahrräder: „Im Kreis fahren Tausende von E-Bikes. Dies ist der erste Fall, der mir hier bekannt wird.“ Der Experte weiß aber auch, dass ein Restrisiko für Brände durch E-Bikes nicht auszuschließen ist. „Das gilt aber für alle akkubetriebenen Geräte, vom Handy über das E-Auto bis zum E-Bike“, sagt Franz-Josef Becking.

Experten empfehlen Umsicht beim Aufladen

Darum empfiehlt auch Franz-Josef Becking zur Umsicht beim Aufladen von E-Bikes. „Während des Ladevorgangs, der ja einige Stunden dauert, sollte das Fahrrad nicht unmittelbar neben brennbaren Materialien stehen“, empfiehlt der Fahrradhändler. Wer besonders vorsichtig sein wolle, könne den Akku auch vom Fahrrad trennen und an witterungsgeschützter Stelle im Freien aufladen.

Aus Sicht von Kreisbrandmeister Stefan van Bömmel muss besonders darauf geachtet werden, dass kein Wärmestau entsteht. Die Geräte sollten gut belüftet werden. Und generell, so van Bömmel im Gespräch mit der Redaktion, verringere man das Risiko eines Brandes, wenn Geräte, die nicht genutzt werden, vom Stromnetz genommen würden.

Bei dem Brand am Dienstag waren die Flammen von der Garage auf das Wohnhaus übergegriffen. Dabei entstand nicht nur erheblicher Sachschaden. Eine 89-jährige Frau im Obergeschoss war in Lebensgefahr geraten. Sie wurde durch das beherzte Eingreifen eines 23-jährigen Passanten gerettet.

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Stefan Grothues

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