Die Hilgenbergschule in Stadtlohn: Der Gebäudeteil A aus den 1930er-Jahren soll durch einen Neubau ersetzt werden. © Stefan Grothues
Grundschule

Ein Umzug der Hilgenbergschule zum Losberg war schnell vom Tisch

Auf die Stadt Stadtlohn kommt ein neues Millionen-Projekt zu: Der alte Gebäudeteil der Hilgenbergschule muss erneuert werden. Ein Grund, um über einen neuen Standort nachzudenken, meint die FDP.

Statische Probleme, bauliche Mängel, Brandschutzauflagen – der ältere, eingeschossige Gebäudeteil der Hilgenbergschule bereitet dem Bauamt schon seit längerer Zeit Kopfzerbrechen. Die statischen Probleme sind in den letzten Monaten behoben worden, doch der Sanierungsbedarf ist weiterhin hoch. Außerdem wird mehr Platz für die Offene Ganztagsschule benötigt.

Die Stadt will den Knoten nun durchschlagen. Der Bauausschuss hat am Dienstagabend mit breiter Mehrheit beschlossen, für eine eventuelle Sanierung oder – was wahrscheinlicher ist – einen Teilneubau einen Wettbewerb auszuloben. Um das A-Gebäude auf mängelfreien Stand zu bringen, müssten erhebliche Umbauten und Sanierungen vorgenommen werden, die nicht wirtschaftlich seien, so hieß es in der Sitzungsvorlage der Verwaltung.

3,3 Millionen Euro Baukosten erwartet

Für die Vorbereitung des Teilnahmewettbewerbs sind im Haushaltsentwurf 2021 rund 50.000 Euro für das Wettbewerbsbüro und für die Planungskosten veranschlagt. 2022 wird es richtig teuer, wenn die Umsetzung erfolgt. Die Stadt rechnet mit Baukosten in Höhe von rund 3,3 Millionen Euro.

Der Gebäudeteil aus den 70er-Jahren soll saniert werden. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

Auch der neuere Gebäudeteil, der aus den 1970er-Jahren stammt, ist sanierungsbedürftig. Die Mängel dort können aber nach Einschätzung der Bauexperten der Stadt mit geringerem Aufwand behoben werden.

Breite Mehrheit trägt Neubaupläne mit

Diesen von der Verwaltung vorgeschlagenen Weg wollen CDU, UWG, Grüne und SPD mittragen. Die FDP wollte einen ganz anderen Weg gehen und setzte auf eine alternative Unterbringung der Hilgenbergschule, die „ergebnisoffen“ geprüft werden sollte.

„Die frühere Johannesschule wäre ein optimaler Schulstandort. Das Gebäude ist auf dem neusten Stand der Technik. Dort könnte ein Schulcampus entstehen, an dem Mensa und Sporthalle ergänzend genutzt werden könnten“, erklärte Dennis Bausch (FDP) einen entsprechenden Antrag der FDP.

FDP will „alte Zöpfe“ abschneiden

Sein Fraktionskollege Dr. Albert Daniels erwartete in der schriftlichen Antragsbegründung, dass die Stadt mit diesem Schritt 1,5 bis 2 Millionen Euro einsparen könnte. Eine weitere mögliche Alternative zu einem teuren Neubau wäre seiner Ansicht nach auch die „Nutzung der leerstehenden Räume der St.-Anna-Realschule“.

Albert Daniels: „Wir sind der Meinung, dass vor einem Neubau der Hilgenbergschule die umfassende Prüfung aller möglichen Alternativen ergebnisoffen notwendig ist und auch mögliche ,alte Zöpfe‘ durchaus in Frage gestellt werden müssen.“

Das sah die Ausschussmehrheit ganz anders. Heinrich Ellers (CDU) erklärte kurz und knapp: „Der jetzige Standort der Hilgenbergschule ist gut gelegen. Wir sind für eine Sanierung oder einen Neubau.“

SPD will keinen Verdrängungswettbewerb

Tim Winking (UWG) betonte, dass die Hilgenbergschule an ihrem jetzigen Standort „starke und stabile Schülerzahlen“ vorweisen könne. Die UWG unterstütze daher die Neubaupläne für den Trakt A. Günter Dirks von den Grünen schloss sich diesen Argumenten an.

Der Vorsitzende des Umwelt- und Bauausschusses, Otger Harks (SPD), sieht die vier Grundschulen an ihren jetzigen Standorten „gut über die Stadt verteilt“. Er hob hervor, dass die Räumlichkeiten der früheren Johannesschule ja nicht leerstünden, sondern von der Losbergschule und vom Johanneswerk genutzt würden. Harks: „Ich bin gegen einen Verdrängungswettbewerb.“ Außerdem seien die Klassenraumzuschnitte der früheren Förderschule nicht für eine Grundschule geeignet.

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Stefan Grothues

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