Die Eibe an der Ecke Vredener Straße/Weststraße soll gefällt werden, damit ein Bildstock und Sommerblumen dort Platz finden. © Stefan Grothues
Baumfällung

Eibe an der Vredener Straße soll für Bildstock und Blumenbeete weichen

Der Bildstock, der früher in der Mauernische der van-Bömmel‘schen Fabrik in Stadtlohn stand, wird bald einen neuen Standort ganz in der Nähe finden. Allerdings soll dafür eine Eibe weichen.

Die ehemalige Textilfabrik van Bömmel an der Weststraße ist längst Geschichte. Die Fabrikgebäude sind Wohnhäusern gewichen. Der fast 300 Jahre alte Bildstock „Pieta vor dem Kreuz“, der früher in der Mauernische der van-Bömmel‘schen Fabrik stand, soll nun aber zurückkehren.

Bildstock stammt aus dem Jahr 1737

Der gereinigte und neu aufgearbeitete Bildstock aus dem Jahr 1737 soll seinen neuen Platz in unmittelbarer Nachbarschaft finden: auf der Grünfläche im Eck zwischen Vredener Straße und Weststraße. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Für die geplanten Blumebeete rund um den Bildstock soll eine alte Eibe weichen.

Die Verwaltung hatte dem Umwelt- und Bauausschuss zwei Planvarianten angeboten: In der ersten Variante wäre die Eibe wie auch eine ebenfalls auf der Grünfläche stehende Rosskastanie erhalten geblieben. Die Ausrichtung des Bildstocks wäre in dieser Variante zur Vredener Straße hin erfolgt.

Diese Variante hat aus Sicht der Verwaltung den Nachteil, dass der Bildstock im öffentlichen Raum nicht so gut wahrnehmbar wäre. Außerdem würden Sommerblumen im Schatten der Eibe nicht gedeihen. Dort wäre nur eine „extensive“ Bepflanzung möglich.

Fällung der Eibe schafft Platz für Blumenbeete

Aus diesem Grunde favorisierte die Verwaltung eine zweite Variante: Die Eibe im Spitz des Grundstücks soll gefällt werden. Ersatzweise solle im rückwärtigen Bereich ein neuer Baum gepflanzt werden. „Die zweite Variante bietet eine gute Wahrnehmung des Bildstocks vom öffentlichen Raum, sowohl von der Vredener Straße als auch von der Weststraße.“

Wenn die Eibe gefällt werde, sei „sogar eine saisonale Bepflanzung mit Blumenzwiebeln im Frühjahr und Sommerblumen danach möglich“, so die Darstellung der Verwaltung. Auch die Aufstellung einer Sitzbank sei denkbar.

Marianne Stübbe (CDU) erklärte: „Wir sind für die zweite Variante – auch wenn es schade um die Eibe ist.“ Der sachkundiger Bürger Ludger Bergerbusch (FDP) hingegen plädierte für die erste Variante: „Es wäre schade, wenn die Eibe geschlagen wird, um ein Stück Stein dahinzusetzen.“

Gnadenfrist für den Baum bis zum Herbst

Auch die sachkundigen Bürger Harald Musholt (Grüne) und Darius Sonnenberg (Jugendwerk) sowie der Ausschussvorsitzende Otger Harks (SPD) setzten sich für den Erhalt der Eibe ein. Harks: „So viele Eiben haben wir ja nicht im Stadtgebiet.“ Er schlug vor, die Variante 2 mit dem Erhalt der Eibe zu kombinieren. Diesen Vorschlag ließ der Ausschuss ins Leere laufen.

Mit acht zu sechs Stimmen beschloss der Ausschuss die Fällung der Eibe. Die hat aber noch eine Gnadenfrist bis zum Herbst, weil eine Fällung im Sommer nicht erlaubt ist.

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Stefan Grothues

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