E-Tankstellennetz in Stadtlohn könnte um zehn Säulen anwachsen

dzE-Mobilität

Fünf neue Stromtankstellen sollen die Elektromobilität in Stadtlohn beflügeln. Auf Vorschlag der FDP überlegt der Rat, ob nicht zehn Ladesäulen besser wären – wenn es nicht zuviel kostet.

Stadtlohn

, 12.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Rat der Stadt Stadtlohn will den Ausbau der Elektromobilität durch den Ausbau des E-Tankstellennetzes fördern. Doch wie groß soll das Engagement sein? Und was darf es kosten? Darüber hat der Rat am Mittwochabend diskutiert.

Bislang gibt es in Stadtlohn nur eine öffentliche E-Ladesäule der SVS-Versorgungsbetriebe. Am Rathaus, Markt 3, können parallel zwei E-Autos ihren Akku wieder aufladen. Zurzeit sogar noch kostenlos. Jetzt aber soll das Netz der E-Tankstellen ausgebaut werden. Für fünf Standorte in Stadtlohn gibt es schon konkrete Überlegungen. Die SVS-Versorgungsbetriebe haben bereits Förderanträge für diese fünf Standorte gestellt:

  • Lessingstraße (Parkplatz Friedhof)
  • Bakenstraße/Vredener Straße (Parkplatz Kindergarten St. Joseph)
  • An der Welle/Josefstraße (Parkplatz ehemalige Marienschule)
  • Brakstraße (Parkplatz Busbahnhof)
  • Uferstraße (Parkplatz Hülsta-Sportpark)

Wie Mathias Pennekamp, Fachbereichsleiter im Rathaus, erläuterte, sei die Initiative von der Stadt Vreden ausgegangen, über die SVS für E-Ladesäulen einen Förderantrag zu stellen. Diese Anfrage wurde über die SVS auch an die Stadt Stadtlohn und an die Gemeinde Südlohn gerichtet. Alle drei Kommunen gehören zum Versorgungsgebiet der SVS.

Warten auf die Fördermittel

Die Stadt Stadtlohn hat daraufhin für ihren Bereich die genannten fünf Standorte vorgeschlagen. Alles weitere wird nun über die SVS-Versorgungsbetriebe abgewickelt. „Wir als SVS unterstützen gern den weiteren Ausbau der E-Mobilität in Stadtlohn, Vreden und Südlohn“, erklärte SVS-Geschäftsführer Thomas Spieß im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. Diese Planungen werden jedoch nur umgesetzt, wenn die Anträge der SVS auf Fördermittel bewilligt werden.

„Fünf E-Ladesäulen reichen für Stadtlohn nicht aus“, sagt der FDP-Fraktionsvorsitzende Bernd Schöning am Mittwochabend im Stadtlohner Rat. Er beantragte, zusätzlich für fünf weitere Schnellladesäulen Standorte zu finden sowie Bundes- und Landesmittel zu beantragen. Weiterhin beantragte Schöning, die Stadt Stadtlohn solle die Bauvorschriften für Mehrfamilienhäuser ändern und vorschreiben, dass bei Neubauprojekten Leerrohre für Ladesäulen verlegt werden. Zudem solle in Zusammenarbeit mit Stadtwerken geprüft werden, ob die Stromabnahme für E-Autos in Neubaugebieten auch über die Straßenlaternen möglich ist.

CDU mahnt, Kosten und Notwendigkeit sorgfältig abzuwägen

CDU und SPD reagierten zum Teil verhalten auf die Vorschläge der FDP. „Niemand hier im Raum ist gegen die E-Mobilität“, betonte Cäcilia Völker (CDU). Andererseits müsse das Netz der Ladesäulen in Stadtlohn nicht so dicht sein. „Die Struktur ist hier durch Eigenheime geprägt. Die meisten Menschen könnten ihre Autos zuhause aufladen.“ Der CDU-Fraktionsvorsitzende Helmut Stowermann sah noch viele offene Fragen: „Wie wird die Abrechnung erfolgen? Darf die Stadt Strom verkaufen? Was kostet uns der Spaß? Und ist Elektromobilität wirklich eine zukunftsweisende Lösung oder setzt sich nicht am Ende doch die Brennstoffzelle durch?“

Ludger Brockherde (SPD) sprach sich für den Netzausbau aus, aber nicht mit den von der FDP geforderten Schnellladesäulen. „Die kosten 25.000 Euro, eine standardmäßige 22-kW-Ladesäule nur 4000 bis 6000 Euro. Wir sollten lieber die kleineren Säulen nehmen. Viele E-Autos können technisch gar nicht an den Schnellladesäulen aufgeladen werden.“ Skepsis überwog bei CDU und SPD zu den FDP-Vorschlägen für verschärfte Bauvorschriften und Laternenladestation.

Richard Henrichs (Die Grünen/Bündnis 90) und Erwin Plate (UWG) stellten sich uneingeschränkt hinter die FDP-Vorschläge. Henrichs: „Es geht um eine Grundsatzprüfung. Wir wollen den Weg mitgehen.“ Plate: „Das ist ein Antrag, der in die Zukunft gerichtet ist und Menschen dazu anregt, E-Fahrzeuge zu kaufen.“

Prüfauftrag an die Verwaltung

Nach längerer Diskussion näherten sich die Fraktionen an. Einstimmig beschloss der Rat am Ende, Verwaltung und SVS sollten prüfen, was der Ausbau des E-Tankstellennetzes um weitere fünf Säulen kosten werde und welche Technik sinnvoll sei. Zudem soll geprüft werden, ob und wo Laternenladestationen möglich und sinnvoll sein können. Abgelehnt wurde jedoch der FDP-Antrag, in den Bauvorschriften technische Vorrichtungen für Ladestationen an Mehrfamilienhäusern verbindlich vorzuschreiben. Dafür stimmten nur die FDP und die UWG. Dieser Schritt, so Helmut Stowermann, würde Bauherren nur zusätzlich belasten und das Bauen verteuern.

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