An der Kreuzstraße in Höhe des Geschwister-Scholl-Gymnasiums stehen die LED-Straßenlaternen etwa 80 Meter weit auseinander. © Anne Winter-Weckenbrock
Straßenbeleuchtung

Dunkle Ecken in Stadtlohn: LED-Leuchten können nachgerüstet werden

Hier und da ist es nach der Umstellung auf die LED-Technik an manchen Straßen dunkler als vorher. Vor allem an Schulwegen soll nun nachgebessert werden, ist das Fazit einer gemeinsamen Tour.

Es gibt 2150 Straßenlaternen in Stadtlohn, 1425 davon leuchten mit LED-Technik. Und bei diesen ist es durchaus unterschiedlich mit dem Lichtempfinden: Die jeweilige Umgebung der LED-Laternen hat mitunter auch Einfluss auf die Leuchtkraft. Das stellten Kommunalpolitiker sowie Mitarbeiter der SVS-Versorgungsbetriebe und der Stadtverwaltung bei einer abendlichen Tour fest.

In der Sitzung des Umwelt- und Bauausschusses am Dienstag blickten SVS-Geschäftsführer Thomas Spieß und der Technische Leiter des Versorgungsunternehmens, Stefan Emming, auf die Tour zurück, erklärten, warum es hier und da dunkler ist als anderswo und zeigten Lösungswege auf.

Insgesamt wird in Stadtlohn, Vreden und Südlohn seit 2016 bei der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik umgestellt, sagte Thomas Spieß zu Beginn.

„Neuralgische Punkte“ angefahren

Der Grund: Energie sparen. Nach der Umstellung seien „eine Handvoll Anrufe eingegangen, gefühlt mehr aus der Politik“, blickte Thomas Spieß zurück.

Bei der Bustour im Dunkeln waren dann „neuralgische Punkte“ angefahren worden. Stefan Emming ging auf einige Beispiele ein, die aufzeigten, dass auch der Standort der Laterne offensichtlich mit der Leuchtstärke zu tun hat.

So sehen die LED-Leuchten von nahem aus. Bestimmte Panels oder Platten können nachgerüstet werden, um mehr Streulicht zu erreichen.
So sehen die LED-Leuchten von nahem aus. Bestimmte Panels oder Platten können nachgerüstet werden, um mehr Streulicht zu erreichen. © Anne Winter-Weckenbrock © Anne Winter-Weckenbrock

Zum Beispiel am Fockengraben: „Das ist keine durchgängige Straße, sie macht einen Knick“, sagte Emming. Dass LED-Laternen weniger Streulicht geben, wirke sich dann aus.

Zum Teil weite Entfernungen zwischen Laternen

Eine andere Erfahrung machten die Teilnehmer der Tour an der Kreuzstraße. Dort stehen zum einen die Laternen bis zu 80 Meter auseinander. Durch dichte Bebauung im Umfeld kommen manche Leuchten mit ihrem Licht weniger weit. An der Overbergstraße ähnliches: Weite Abstände – und beide Straßen sind Schulwege. „Man kann weitere Leuchtpunkte setzen“, lautete die Empfehlung von Stefan Emming.

An der Kreuzstraße in Höhe des Geschwister-Scholl-Gymnasiums stehen die LED-Straßenlaternen etwa 80 Meter weit auseinander.
An der Kreuzstraße in Höhe des Geschwister-Scholl-Gymnasiums stehen die LED-Straßenlaternen etwa 80 Meter weit auseinander. © Anne Winter-Weckenbrock © Anne Winter-Weckenbrock

Zusätzliche Laternen seien das eine, aber einzelne Laternen an sich könnten auch optimiert werden, betonte Thomas Spieß. Mit dem Hersteller der verwendeten Leuchten, die im übrigen laut Spieß eine Lebensdauer von 25 Jahren haben, habe man sich seitens der SVS zusammengesetzt und beraten. Ein Kontingent an Panels sei schon bestellt worden: Damit könne an den einzelnen Leuchten für mehr Streulicht gesorgt werden.

Das wolle die SVS nun an einigen Stellen testen. Mit dem Hubsteiger an die Laterne fahren und anbringen – viel mehr Aufwand sei das nicht. Und wenn eine Laterne zusätzlich aufgestellt werden sollte: Leitungen seien ja vorhanden und große Baustellen seien da nicht zu erwarten, so die SVS-Vertreter.

SVS trägt Investitionen, Stadt zahlt Miete

Wo sich die Bürger denn melden sollten wegen der Laternen in ihrer Straße, fragte Erwin Plate (UWG) und auch, wer das Aufrüsten bezahlen wird. Die Bürger sollten sich bei der Stadt melden, meinte Thomas Spieß. Stadt und SVS würden sich dann austauschen. Auch bei den Kosten sind beide im Boot: die SVS unmittelbar, weil sie die Investitionen finanziert, die Stadt mittelbar über die Miete für das Straßenbeleuchtungsnetz.

Ebenso wie Erwin Plate zeigte sich Dennis Bausch (FDP) zufrieden, dass durch Streuwinkel und Abstände die Situation entschärft werden könne. Er bat, die Abstände zwischen den Laternen zu prüfen. Dahin zielte auch die Frage von Heinrich Ellers (CDU): Ob es denn nicht eine DIN-Norm für Straßenlaternen gebe?

„Wie viel Lux – das kommt auf die Situation an“

„Aus der Historie heraus“, so Thomas Spieß, habe die Stadt Stadtlohn keine DIN-Ausleuchtung, das habe die SVS seinerzeit im Vertrag so übernommen. „Wie viel Lux – das kommt auf die Situation an“, erläuterte er.

Wann jeweils die Leuchten in Stadtlohn gedimmt und wieder auf volle Kraft umgestellt werden, richte sich nicht nach Uhrzeiten, sondern nach Helligkeit und Dunkelheit in Dortmund, wie die Kommunalpolitiker erfuhren: Von dort aus werde das vom Unternehmen Westnetz gesteuert, erläuterte Stefan Emming.

Über die Autorin
Redaktion Ahaus
Hat besondere Freude daran, das Besondere im Alltäglichen zu entdecken
Zur Autorenseite
Anne Winter-Weckenbrock

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.