Der König der St.-Otgerus-Schützen, Reinhard Heetpaß, mit seiner Königin Conni Vens bei der großen Schützenparade 2019. Damals ahnten die beiden noch nicht, dass sich ihre Regentschaft über drei Jahre erstrecken würde. © Raphael Kampshoff
Coronavirus

Drei Stadtlohner Schützenvereine sagen ihre Schützenfeste 2021 ab

Im April wollen Schützenvereine gemeinsam bekannt geben, wie die Schützenfestsaison 2021 aussehen wird. Schon jetzt ist klar: Die Aussichten sind düster. Drei Vereine haben schon abgesagt.

In einem Monat, drei Wochen und fünf Tagen hätte er beginnen sollen: der Reigen der zehn Schützenfeste 2021 in Stadtlohn. Traditionell hätten die Hengeler-Schützen an Christi-Himmelfahrt mit der Kinderbelustigung, dem Schmücken des Gemeindehauses und einem Fass Freibier ihr Schützenfest eröffnet – hätten, wenn die Coronazahlen andere wären.

Der Vorsitzende der Hengeler-Schützen führte 2019 die Parade an. In diesem Jahr wird es keinen gemeinsamen Marsch zum Schützenfest geben.
Der Vorsitzende der Hengeler-Schützen führte 2019 die Parade an. In diesem Jahr wird es keinen gemeinsamen Marsch zum Schützenfest geben. © Susanne Dirking © Susanne Dirking

Am Montagabend hat der Vorstand des Schützenvereins Hengeler beschlossen, das Schützenfest abzusagen. Das erklärte am Mittwoch der Vorsitzende Paul Kahmen auf Anfrage unserer Redaktion. „Schauen Sie sich die steigenden Inzidenzzahlen von gestern oder heute an! Da können wir kein Schützenfest mit vielen Menschen planen“, sagt Paul Kahmen

Auch die Otgerus-Schützen und Liudger-Schützen sagen ihre Feste ab

Das sehen auch die Vorstände der St.-Otgerus-Schützengilde und der Wessendorfer St.-Liudger Schützen so. Hier wie dort fielen in den letzten Tagen gleichlautende Beschlüsse: Die beiden für Juni geplanten Schützenfeste werden nicht stattfinden.

In einem online veröffentlichten Brief teilen der Vorsitzende und der Oberst der St.-Otgerus-Schützengilde, Mike Eilhardt und Dirk Hoge, ihren Mitgliedern das aus ihrer Sicht „Unvermeidbare“ mit. Der Beschluss in der digitalen Vorstandssitzung sei einstimmig gefallen.

„Viele hatten schon mit diesem Schritt gerechnet“

„Wir sind fest davon überzeugt, dass es bis Ende Juni nicht möglich sein wird, ein großes Schützenfest ohne enorme Einschränkungen und ohne ein kompliziertes Hygienekonzept feiern zu können“, heißt es in dem Brief an die Mitglieder.

„Wir haben nicht lange diskutiert“, erklärte Mike Eilhardt im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Infektionszahlen und die Impfrate seien ja allen bekannt. Proteste aus den Reihen der Mitglieder habe es nach der Veröffentlichung des Briefes nicht gegeben. Eilhardt: „Viele hatten ja ohnehin schon mit diesem Schritt gerechnet.“ Das seit 2019 regierende Königspaar Reinhard Heetpaß und Conni Vens wird seine Regentschaft noch um ein weiteres Jahr verlängern.

Genehmigungslage ist noch unklar

Berthold Feldhaus, der Präsident des St. Schützenvereins Wessendorf St Liudger, schreibt an seine Mitglieder: „Als ich euch im vergangenen Jahr über die Absage unseres Schützenfestes 2020 informieren musste, hatte ich gehofft, dass es bei einer einmaligen Ausnahme bleiben wird. Leider wissen wir heute, dass die Pandemie noch nicht überstanden ist.“

Helmut Gehling und Sabine Terpelle, hier nach dem Königsschuss 2019, werden die Wessendorfer St.-Liudger-Schützen noch bis 2022 regieren.
Helmut Gehling und Sabine Terpelle, hier nach dem Königsschuss 2019, werden die Wessendorfer St.-Liudger-Schützen noch bis 2022 regieren. © Stefan Hubbeling © Stefan Hubbeling

Die momentanen Verordnungen und Einschränkungen ließen zur Zeit keine Großveranstaltungen zu. Ob sich die Situation bis zum Schützenfest-Wochenende vom 2. bis zum 5. Juni ändern werde, könne heute noch keiner sagen. Feldhaus: „Trotz dieser Ungewissheit sah sich unser Vorstand gezwungen, eine Entscheidung zum Schützenfest zu treffen. Wir haben einstimmig beschlossen, alle Vorbereitungen und Planungen für das Schützenfest 2021 einzustellen.“

Planungen und Vorbereitungen kosten Geld

In diesen Wochen hätten die Planungen und Vorbereitungen in die entscheidende Phase gehen müssen. „Die Genehmigungen, das Festzelt und viele weitere Voraussetzungen für unser Fest verursachen Kosten. Kosten, die anteilsmäßig oder im Gesamten gezahlt werden müssten, auch wenn wir dann doch kein Schützenfest feiern“, so Berthold Feldhaus. Nun werden Schützenkönig Helmut Gehling und Königin Sabine Terpelle noch für ein drittes Jahr in Amt und Würden bleiben.

Und die anderen Schützenvereine? „Unser Festtermin ist erst im August, wir werden eine Entscheidung Anfang April treffen“, sagt Günter Wewers, der Vorsitzende des Schützenvereins St. Sebastian Wessendorf-Breul. Im April wollen alle Schützenvereine gemeinsam ihre Marschroute bekannt geben. So viel kann Günter Wewers aber schon heute sagen: „Die Erwartungen sind angesichts der Corona-Zahlen nicht gerade optimistisch.“

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Stefan Grothues
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