Die gelbe Tonne ersetzt in Stadtlohn ab dem 1. Januar den gelben Sack

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Die Zeit der gelben Säcke läuft in Stadtlohn ab. Die gelbe Tonne kommt. Ab dem 1. Januar soll die Entsorgung nur noch über die Tonnen erfolgen. Allerdings nicht mehr alle 14 Tage.

Stadtlohn

, 26.09.2019, 15:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit über 25 Jahren gehören die gelben Säcke in Stadtlohn wie die blaue Papiertonne und die Restmülltonne zur Mülltrennung dazu. Und genauso alt sind die Diskussionen um die mögliche Einführung einer gelben Tonne. Am Mittwochabend hat der Rat den Knoten durchgeschlagen: Ab dem Jahreswechsel wird der Verpackungsmüll in Stadtlohn nur noch über die gelbe Tonne entsorgt werden.

Die gelbe Tonne ersetzt in Stadtlohn ab dem 1. Januar den gelben Sack

Die neuen Tonnen werden im November an die Stadtlohner Haushalte ausgeliefert, sodass ab dem 1. Januar 2020 die Entsorgung komplett über Tonnen erfolgt. © Stefan Grothues

„Die neuen Tonnen werden im November ausgeliefert, sodass ab dem 1. Januar 2020 die Entsorgung komplett über Tonnen erfolgt“, sagt Kämmerer Matthias Wesker.

Allerdings wird die Abfuhr dann nicht mehr 14-tägig erfolgen wie bislang beim gelben Sack. Das wäre vielen Stadtlohner Politikern am liebsten gewesen. Allerdings hatte die Stadt in dieser Frage keinen Verhandlungsspielraum. Denn die Verhandlungen mit Vertretern der Dualen Systeme haben die Kommunen im Kreis Borken an eine Verhandlungskommission des Kreises übertragen. „Die Verhandlungsführer des Kreises konnten die vierzehntägige Leerung nicht durchsetzen“, sagte Bürgermeister Helmut Könning.

Für Stadtlohn und die anderen „Umsteiger“ auf die gelbe Tonne (Südlohn, Borken, Heiden, Isselburg, Raesfeld, Reken und Velen) gilt nach den Verhandlungen ein flächendeckender vierwöchentlicher Abfuhrrhythmus. Lediglich in Rhede und Schöppingen gebe es Bestandsschutz. Dort gibt es bereits gelbe Tonnen, die alle zwei Wochen geleert werden – und das soll auch so bleiben.

Umstieg auf eine kleinere Tonne ist möglich

Grundsätzlich wird erst einmal je eine 240-Liter-Tonne für jeden Haushalt bereitgestellt. Haushalte können später aber auch noch auf die kleinere 120-Liter-Tonne umsteigen. Bei besonderem Bedarf in Mehrfamilienhäusern werden auch 1,1-Kubikmeter-Container ausgeliefert.

Ganz unabhängig von den Behältergrößen entstehen den Haushalten für die Bereitstellung und für die Leerung der gelben Tonnen keine gesonderten Kosten.

Den Verzicht auf die 14-tägige Abfuhr konnten die Politiker aber am Ende verschmerzen, obwohl Jürgen Wörmer von der UWG vermutete: „Vielen Stadtlohner wäre eine zweiwöchige Abfuhr lieber als eine vierwöchige.“ Otger Harks von der SPD erklärte: „Ich habe meine Kreistagskollegen aus den Nachbarkommunen gefragt, in denen es bereits einen vierwöchigen Rhythmus gibt. Da gibt es keine Probleme.“ So sah es auch Martin Könning von der CDU: „Die Tonne ist auf jeden Fall besser als der Sack. Wir haben keine Bedenken.“

Neuregelung ohne Gegenstimme verabschiedet

Keiner im Rat wollte nur wegen dieser Frage das Wagnis eingehen, aus der Verhandlungsphalanx des Kreises auszuscheiden und neue, getrennte Verhandlungen mit unsicherem Ausgang anzustreben. Am Ende stimmte der Rat einstimmig bei einer Enthaltung für die Einführung der gelben Tonne im vierwöchigen Abfuhrrhythmus.

In der Vergangenheit war die gelbe Tonne immer wieder mal Thema im Stadtlohner Rat gewesen. In den Diskussionen spielten Hygiene, Ratten, die Beeinträchtigung der öffentlichen Ordnung durch beschädigte und herumfliegende Säcke, aber auch Stellplatznot bei der Einführung der Tonnen eine Rolle.

Künftig sechs statt fünf Abfuhrbezirke

Für einige Stadtlohner Haushalte wird das Jahr 2020 eine weitere Neuerung in Sachen Abfallentsorgung bringen, berichtete Bürgermeister Helmut Könning am Mittwoch in der Ratssitzung. Bislang gibt es fünf Abfuhrbezirke in Stadtlohn. Zum neuen Jahr werden es sechs sein. „Durch den neuen Zuschnitt werden sich die Anwohner einiger Straßen umstellen müssen“, so der Bürgermeister. Hintergrund der Neueinteilung sind die sonst zu langen Fahrtzeiten für die Fahrer der Entsorgungsfahrzeuge.

Verpackungsverordnung und Verpackungsgesetz

  • Im Jahr 1991 wurde die Verpackungsverordnung verabschiedet. Sie verpflichtet Produzenten, für die Verwertung der von ihnen in Verkehr gebrachten Verpackungen zu sorgen.
  • Dafür hat der Handel die Dualen Systeme ins Leben gerufen, die mithilfe von Entsorgungsunternehmen die Verpackungsrücknahme logistisch und finanziell organisieren.
  • Die Entsorgung des Verpackungsmülls über die gelben Säcke und Tonnen ist für die Haushalte kostenlos. Verbraucher bezahlen allerdings die Entsorgung der Verpackung schon an der Supermarktkasse über den Produktpreis mit.
  • Seit Anfang 2019 gilt das neue Verpackungsgesetz, das die Verpackungsverordnung ablöst. Es behält das Prinzip der sogenannten Herstellerverantwortung bei.
  • Um mit dem Vertretern der dualen Systeme Abstimmungsvereinbarungen zu treffen, haben die Kommunen im Kreis Borken eine gemeinsame Verhandlungskommission unter Federführung des Kreises gebildet.
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