Corona kann Kinder nicht von einer „Reise um die Welt“ abhalten

dzFerienspiel

Corona kann den Ferienspaß nicht stoppen. Das Jugendwerk Stadtlohn hat mit einem Flexi-Ferien-Programm auf die Pandemie reagiert. Die Kinder genießen eine Mottoreise rund um die Welt.

Stadtlohn

, 07.08.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir haben in der Eifel Urlaub gemacht und sind den ganzen Tag gewandert. Das ist da ja so üblich. Was will man dort sonst machen?“ Diese Urlaubserfahrung hat Finn (9) in diesen Sommerferien mit seiner Familie gemacht. Jetzt macht er noch eine zweite: Das Jugendcafé „Jump In“ an der Dufkampstraße bietet mehr als Wandern: eine Reise um die ganze Welt.

Finn ist eines von 15 Kindern im Alter von acht bis elf Jahren, die in dieser Woche an den Flexi-Ferien des Jugendwerks teilnehmen. Jeder Tag steht unter einem anderen Erdteil- oder Länder-Motto: Am Arktis-Dienstag gab es natürlich Eis, am Italien-Mittwoch wurden gefüllte Nudeln selbst gemacht, am Afrika-Donnerstag stand Fufu, ein afrikanischer Brei, auf dem Speiseplan. Jeden Tag wir von 10 bis 17 gebastelt, gespielt, und gekocht.

Endlich wieder mit anderen Kindern spielen

Julia (12) findet das Programm toll. Aber noch schöner sei es, einfach wieder mit vielen anderen Kindern zusammenzusein. Wegen Corona ist ihr Ameland-Urlaub ins Wasser gefallen. Und in den letzten Monaten war sie viel zu oft zuhause. „Ich habe zwar eine Schwester. Aber man will ja auch mal andere Leute als die kleine Schwester sehen“, sagt Julia. Das findet auch Lukas (9), der nach Urlaubstagen in Norddeich nun die Reise um die Welt antrat. Besonders gut haben ihm die Bastelangebote gefallen, zum Beispiel der „Urlaub im Schuhkarton“, für den die Kinder ein Mittelmeer-Strandidyll im Miniaturformat kreierten.

Die Sozialpädagoginnen Anna Bancken (Mitte l.) und Valerina Fischer (Mitte r.) freuen sich über die gute Resonanz, die die "Reise um die Welt" bei den Kindern findet.

Die Sozialpädagoginnen Anna Bancken (Mitte l.) und Valerina Fischer (Mitte r.) freuen sich über die gute Resonanz, die die "Reise um die Welt" bei den Kindern findet. © Stefan Grothues

Für die Reise um die Welt gelten strenge Corona-Regeln, sagt Sozialpädagogin Valerina Fischer. Schließlich soll das Virus ja nicht mit um die Welt gehen. Regelmäßiges Händewaschen und Desinfektion sind Pflicht. Abstand und Masken sind es nicht. „Wir bilden ja eine feste Bezugsgruppe“, erklärt Valerina Fischer. Und das gefällt den Kindern, sagt Sozialpädgogin Anna Bancken. „Das hören wir immer wieder, dass den Kindern das gemeinsame Essen besondere Freude macht.“

Am Freitag offenes Adventure-Angebot im Losbergpark

Gute Stimmung herrschte auch bei den vorangegangenen Flexi-Ferienangeboten des Jugendwerks, an denen im Verlauf der Ferien rund 100 Kinder (inklusive „Wiederholungstätern“) teilgenommen haben: Römertage, Outdoor-Action, Modellfliegen oder Summer-Girlie-Days. Der Adventure-Tag im Losbergpark mit vielen Spielangeboten war so erfolgreich, dass er bereits einmal wiederholt wurde. Eine dritte Auflage des offenen Angebots für jedermann beginnt am Freitag, 7. August, um 15 Uhr im Losbergpark.

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Und nächste Woche naht schon das Ferienende. Für die Kinder ist das kein Unglück. Julia und Lukas freuen sich drauf, ihre Mitschüler wieder zu sehen. Und Finn ist auch angesichts der Schule noch zu Späßen aufgelegt: „Ich weiß nicht ob der Unterricht nach der langen Pause nicht meinen Kopf sprengt. Aber unsere Lehrerin wird das schon zurecht rütteln.“

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