Corona: Freibad ist bald startklar, doch die Saison steht auf der Kippe

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In diesem Sommer werden wegen der Corona-Krise viele Menschen zu Hause bleiben. Werden wenigstens die Freibäder in Stadtlohn und Vreden für Urlaubsgefühle sorgen? Geputzt wird jedenfalls schon.

Stadtlohn

, 26.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zentimeter um Zentimeter sinkt der Wasserstand im Schwimmbecken des Freibades. Das Losbergbad lässt den Winter ab. Es braucht einige Tage, bis das grün veralgte Wasser seinen Weg durch den Abfluss gefunden hat.

Schwimmmeister Oliver Karlsberg setzt mit klarem Wasserstrahl nach, um das Edelstahlbecken zu reinigen. Derweil poliert Azubi Erwin Erbis das Geländer des Sprungturms mit einem Tuch auf Hochglanz. Wenn im April die Sonne lacht und das Bad aus dem Winterschlaf erweckt wird, dann schlägt das Herz des Schwimmmeisters immer höher.

Schwimmmeister Oliver Karlsberg hofft, dass die Freibadsaison in diesem Jahr trotz des Coronavirus nicht ins Wasser fällt.

Schwimmmeister Oliver Karlsberg hofft, dass die Freibadsaison in diesem Jahr trotz des Coronavirus nicht ins Wasser fällt. © Markus Gehring

Drei Wochen dauert es, das Freibad inklusive der Grünanlagen auf Vordermann zu bringen. „Am 11. Mai bekommen wir die neuen Einsätze für die Filteranlage“, sagt Oliver Karlsberg. „Am 15. Mai könnten wir in die Freibadsaison starten.“ Könnten – in Coronazeiten hat der Konjunktiv Hochkonjunktur. Ob das Freibad in diesem Jahr wirklich seine Pforten öffnen wird, das steht noch in den Sternen.

Freibadöffnung wäre für Familien wichtig

„Wir bereiten in den Freibädern in Stadtlohn und Vreden alles soweit vor, dass wir je nach Wetterlage ab Mitte Mai loslegen können“, sagt auch Thomas Spieß, Geschäftsführer der SVS-Versorgungsbetriebe, deren Tochter, die SV-Bäder GmbH, die Frei- und Hallenbäder in Stadtlohn und Vreden betreibt. Spieß: „Ich habe die ganz große Hoffnung, das wir die Freibäder in diesem Jahr öffnen können. Das ist ja umso wichtiger, wenn viele Familien in den Ferien nicht in Urlaub fahren können.“

Noch sieht das Wasser im Schwimmbecken wegen der Algenbildung in der Winterpause nicht einladen aus. Aber das soll sich in den nächsten Wochen ändern.

Noch sieht das Wasser im Schwimmbecken wegen der Algenbildung in der Winterpause nicht einladend aus. Aber das soll sich in den nächsten Wochen ändern. © Markus Gehring

Doch Thomas Spieß weiß auch um die vielen offenen Fragen und Probleme. Welche Infektionsgefahren könnten im Wasser lauern? Was ist mit den Dusch- und Umkleidebereichen? Wie könnte die Einhaltung des Distanzgebotes gesichert werden? Spieß: „Bei erwachsenen Schwimmern ist das sicher kein Problem, bei planschenden und tobenden Kindern aber schon.“

Land wird eine Entscheidung treffen

Die Entscheidung, ob die Freibäder in Stadtlohn und Vreden geöffnet werden, liegt auch nicht in seiner Hand. „Es wird Vorgaben vom Land geben. Und die Kommunen im Kreis Borken werden sich sicher auf ein gemeinsames Vorgehen einigen.“ So sei es ja auch gewesen, als vor einigen Wochen Hallenbäder geschlossen wurden. Seither sind einige der 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bäder in Stadtlohn und Vreden in Kurzarbeit.

Schwimmbad-Azubi Erwin Erbis bringt das Geländer des Sprungturm auf Hochglanz.

Schwimmbad-Azubi Erwin Erbis bringt das Geländer des Sprungturms auf Hochglanz. © Markus Gehring

Die Stadt Stadtlohn blickt in Sachen Freibaderöffnung ebenfalls nach Düsseldorf. „Wir müssen abwarten, welche Verordnungen das Land zum Betrieb von Sportstätten erlassen wird“, sagt der Erste Beigeordnete Günter Wewers. In Abstimmung mit den SVS-Versorgungsbetrieben sei die Stadt jedenfalls dafür, das Freibad startklar zu machen.

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Wewers gibt sich eingeschränkt optimistisch: „Wir haben die Freibadsaison 2020 auf keinen Fall schon abgeschrieben. Wir müssen einfach abwarten, was geht. Aber wenn was geht, dann möchten wir vorbereitet sein.“

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