Parkettlegemeister Christoph Oberzaucher: Handwerk hat einen goldenen Boden. Oder doch lieber Parkett? © Markus Gehring
Parkett Star 2021

Christoph Oberzaucher legt erfolgreiche Handwerkskarriere aufs Parkett

„Eiche, Eiche, Eiche!“ Das ist der Trend bei Holzfußböden. Parkettlegemeister Christoph Oberzaucher freut sich seit der Firmengründung 2008 über Wachstum. Jetzt hat er den Parkett Star gewonnen.

„Das Handwerk hat goldenen Boden“ – diese alte Spruchweisheit war in der Corona-Krise häufiger zu hören. Das Handwerk hat sich in der Krise als ein stabiler Wirtschaftsfaktor erwiesen. Christoph Oberzauchers Handwerk ist der hölzerne Boden. Aber auch der erlebt goldene Zeiten.

Ende der Erfolgskurve noch nicht in Sicht

Der Stadtlohner Parkettlegemeister sagt: „Das Jahr 2020 war das stärkste Jahr in unserer Firmengeschichte. Und ein Ende ist noch nicht absehbar.“ Der Erfolg wird lediglich durch den Fachkräftemangel ein wenig ausgebremst. „Ich würde gerne noch zwei/drei Gesellen einstellen“, sagt Christoph Oberzaucher (45). Aber das gibt der Arbeitsmarkt gerade nicht her.

Die Erfolgsgeschichte des Unternehmens Oberzaucher Parkett- und Fußbodentechnik begann im Jahr 2008, als der junge Firmengründer Christoph ein Ausrufezeichen setzte: In der neugeschaffenen Ausstellung an der Thyssenstraße zeigt er die ganze Welt das Parketts auf 450 Quadratmetern.

Christoph Oberzaucher vor dem 2008 eröffneten Ausstellungsgebäude an der Thyssenstraße 27 in Stadtlohn.
Christoph Oberzaucher vor dem 2008 eröffneten Ausstellungsgebäude an der Thyssenstraße 27 in Stadtlohn. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

„Der erste Eindruck ist wichtig. Mein Handwerk funktioniert nicht aus der Garage heraus“, sagt Christoph Oberzaucher. Das Auge entscheidet mit. Und die Fingerspitzen, die hier der Struktur des Holzes nachspüren können. Der Erfolg gibt ihm recht. „Seit 2008 geht es eigentlich nur aufwärts.“

Die Firmen- und Familiengeschichte reicht noch weiter zurück. Sie hat auch österreichische Wurzeln, wie der Name Oberzaucher schon verrät. Und sie hat mit Holz, Liebe und dem grauen Estrich zu tun.

Christoph Oberzauchers Großvater Ferdinand Imping hatte 1967 eine Estrich- und Fußbodenverlegebetrieb gegründet. Den übernahm 1981 Schwiegersohn Rudolf Oberzaucher, Christoph Oberzauchers Vater.

Der Maurermeister aus Österreich hatte seine spätere Frau Dorothea Imping bei einem Verwandtenbesuch in Stadtlohn kennengelernt. Dass Rudolf Oberzaucher Verwandte in Stadtlohn hatte, hatte auch mit Holz zu tun: Das Stadtlohner Möbelunternehmen Hülsta hat bei der Suche nach Fachkräften weite Kreise gezogen.

10.000 D-Mark aus den Händen von Kanzler Helmut Kohl

Christoph Oberzaucher ging beim Stadtlohner Parkettlegebetrieb Gottfried Kessels in die Lehre. Wegen der Familientradition. Und wegen der Leidenschaft für das Naturprodukt Holz.

Wo Leidenschaft ist, bleibt der Erfolg nicht aus. Seine Ausbildung schloss Christoph Oberzaucher 1995 als bundesweit bester Parkettlegergeselle ab. Aus den Händen des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl erhielt er ein Fördergeld in Höhe von 10.000 D-Mark.

Das Geld investierte Christoph Oberzaucher in seine Meisterausbildung, die er berufsbegleitend neben der Arbeit im elterlichen Betrieb in Angriff nahm. Nach der erfolgreichen Meisterprüfung entschied sich Christoph Oberzaucher mit Unterstützung seiner Eltern für eine für Firmenneugründung ohne eigene Estrichsparte.

Eiche ist ein beständiger Trend

„Es ist sehr schwierig, Fachkräfte im Estrichbereich zu bekommen. Das ist ein echter Knochenjob“, sagt Christoph Oberzaucher. Der Parkettbereich erschien im deutlich interessanter: „Parkett ist Leidenschaft, Emotion. Das ist etwas, für das man Menschen begeistern kann.“

Wenn er dann Dielen aus belgischen oder italienischen Manufakturen zeigt oder über edle Hölzer wie Sucupira oder Wenge spricht, dann leuchten seine Augen. Und natürlich: „Eiche, Eiche, Eiche!“ Das sei der beständigste Trend der letzten Jahre. Rustikales Vintage ist zurzeit ebenfalls ein großes Thema: Holz mit Macken.

Hier legt der Chef noch selbst Hand an. Christoph Oberzaucher schätzt die Baustelle mehr als das Büro.
Hier legt der Chef noch selbst Hand an. Christoph Oberzaucher schätzt die Baustelle mehr als das Büro. © Markus Gehring © Markus Gehring

„Wir Menschen haben ja auch Macken“, sagt Christoph Oberzaucher lachend. Wer damit leben könne, für den sei ein Holzfußboden nicht nur im Wohnzimmer, sondern auch im Bad oder in der Küche die richtige Wahl. „Ein geölter Holzfußboden wird mit der Zeit immer schöner“, sagt er.

Oberzauchers Kundschaft kommt aus dem ganzen Münsterland und aus dem nördlichen Ruhrgebiet in die Ausstellung, um die Wirkung des Parketts oder der Dielen in Musterkojen zu erleben. „Internetpräsenz ist wichtig“, sagt Christoph Oberzaucher. „Aber online gibt es nur einen ersten Eindruck. Die Menschen entscheiden beim Holz lieber dann, wenn sie es berührt und mit eigenen Augen gesehen haben.

70 Prozent seiner Kunden sind private Haushalte. In Banken, Versicherungen oder anderen öffentlichen Gebäuden verlegt Oberzaucher auch Teppichböden. „Wir können alle Fußbodenbeläge – bis auf Fliesen.“

Ausstellung mit dem Branchenpreis Parkett Star 2021 ausgezeichnet

Für die Ausstellung ist Oberzaucher in diesem Jahr eine besondere Auszeichnung zuteil geworden: der Parkett Star 2021. Damit zeichnet die Branche die besten Parkettpräsentationen im Holzhandel aus.

„Der Gesamtauftritt zeugt von eigenen Ideen, stilvoller Umsetzung und ehrlichem Handwerk“, urteilte die Parkett Star-Jury. „Ich freue mich, dass unsere Ausstellung so gut bei den Fachleuten ankommt“, sagt Christoph Oberzaucher.

18 Mitarbeiter zählt sein Unternehmen heute. Dem Wachstum sind eher durch Mitarbeitermangel als durch fehlende Aufträge Grenzen gesetzt. Obwohl Oberzaucher auch in Schulveranstaltungen informiere, sei es auch nicht einfach, freie Ausbildungsstellen zu besetzen.

Christoph Oberzaucher lebt seine Liebe zum Holzhandwerk auch als erfolgreicher Unternehmenschef weiter aus. Nach wie vor legt er lieber auf den Baustellen selbst Hand an, als nur im Büro oder in der Ausstellung zu arbeiten.

„Seit 2008 hält mir David Lensker dort den Rücken frei. Er betreut die Ausstellung, bei ihm laufen viele Fäden zusammen“, sagt Christoph Oberzaucher. Sein Metier ist eben das Parkett.

David Lensker (links) betreut die Ausstellung von Anfang an, das verschafft seinem Chef Christoph Oberzaucher (r.) die Möglichkeit, das zu tun, was er wirklich gerne tut: Parkett verlegen.
David Lensker (links) betreut die Ausstellung von Anfang an, das verschafft seinem Chef Christoph Oberzaucher (r.) die Möglichkeit, das zu tun, was er wirklich gerne tut: Parkett verlegen. © Stefan Grothues © Stefan Grothues
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