Großer Andrang am Wertstoffhof: Lange Autoschlangen bildeten sich am Freitag und am Samstag auf dem Schützenweg. © privat
Wertstoffhof

Chaotische Verhältnisse am Wertstoffhof – Stadtlohn zieht Konsequenzen

Stau am neuen Wertstoffhof: Auf dem Schützenweg und auf der Hölderlinstraße stauten sich am Wochenende die Autos. Anwohner beklagen chaotische Verhältnisse. Die Stadt hat nun schnell reagiert.

Der Frühling beginnt in den Stadtlohner Gärten. Und die Stadtlohner Hobbygärtner räumen auf: Heckenschnitt und altes Laub wollen entsorgt sein. Am Schützenweg führt das zu chaotischen Verkehrsverhältnissen. Auf einer Strecke von bis zu 500 Meter stauten sich am Freitag und Samstag die Autos mit ihren beladenen Anhängern vor der Einfahrt zum neuen Wertstoffhof

„Der Freitag hat alles getoppt“

Für die Anlieferer bedeutete das eine Wartezeit von bis zu einer halben Stunde. „Für die Anwohner und für die Firmen hier ist das eine Katastrophe,“ sagt Anne Mauritz, die selbst am Schützenweg zu Hause ist. „Es gab ja in den vergangenen Wochen immer wieder mal Staus“, berichtet sie. „Aber der Freitag jetzt hat alles getoppt.“

Schon vor der Öffnung des Wertstoffhofes am Freitag um 13 Uhr standen die Autos in einer langen Schlange bis zur Hölderlinstraße. „Für uns gibt es dann kaum noch eine Chance, auf dem schmalen Schützenweg am Stau vorbeizufahren. Bei Gegenverkehr stand alles. Dann ging erst mal gar nichts mehr“, sagt Anne Mauritz. Sie weiß auch von Firmen am Schützenweg und an der Hölderlinstraße, deren Lkw nicht mehr auf das Betriebsgelände fahren konnten.

Direkt an den Bürgermeister geschrieben

Auf Facebook sorgte der Stau für rege Diskussionen. „Wir standen da auch. Wollten zu unserem Pferd. Haben aber nach fünf Minuten umgedreht“, schreibt eine Stadtlohnerin. Eine andere Userin: „Wir standen dort heute auch im Stau.

Meine fünfjährige Tochter sagte, hoffentlich schmeißen die Erwachsenen nicht wieder alles in unsere Natur.“

Der Wertstoffhof am Schützenweg wurde im Januar eröffnet.
Der Wertstoffhof am Schützenweg wurde im Januar eröffnet. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

„Ich war richtig sauer“, sagt Anne Mauritz am Montag im Gespräch mit unserer Redaktion. Sie wollte aber nicht nur schimpfen. „Ich bin direkt zum Bürgerbüro gegangen. Die wussten aber auch keine schnelle Lösung. Ich habe auch dem Bürgermeister geschrieben. Der hat sich heute auch zurückgemeldet und versprochen, eine Lösung zu suchen.“

Gespräche mit der EGW geführt

Anne Mauritz selbst hält den Standort des Wertstoffhofes für „definitiv falsch gewählt“. Der Wertstoffhof am Schützenweg wurde im Januar eröffnet. Aber nun sei er einmal da. Daher hat Anne Mauritz zwei Lösungsvorschläge. Erstens: Der Wertstoffhof müsse im Frühjahr und im Herbst zusätzliche Öffnungszeiten anbieten. Zweitens: In der Einfahrt des Wertstoffhofes sollten sich die Fahrzeuge in Dreierreihen aufstellen, das würde den Stau zumindest etwas verkürzen.

Nachfrage bei der Stadtverwaltung Stadtlohn am Montagnachmittag. Pressesprecher Günter Wewers sagt: „Das Problem ist bestens bekannt. Ich selbst habe am Freitagnachmittag 25 Minuten im Stau gestanden, als ich Grünabfälle wegbringen wollte. Wir sind im Gespräch mit der Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland (EGW) und suchen nach Lösungen.“

Öffnungszeiten bis Ende April verdoppelt

Keine 30 Minuten später meldet Günter Wewers Vollzug: „Ich habe gerade mit der EGW gesprochen. Bis Ende April wird der Wertstoffhof an jedem Wochenende statt nur alle zwei Wochen geöffnet sein.“ Bislang war der Wertstoffhof vierzehntägig freitags von 13 bis 18 Uhr und samstags von 8 bis 13 Uhr geöffnet.

Die neue Regelung gilt schon ab dem kommenden Wochenende. Eigentlich wäre der Wertstoffhof dann geschlossen. Aber nun werden auch am Freitag, 12. März, und Samstag, 13. März, Grünabfälle und Sperrmüll entgegengenommen.

Die Stadt Stadtlohn erhoffe sich durch diesen Schritt eine deutliche Entspannung, sagt Günter Wewers. Er will aber auch nicht verschweigen, dass durch die Ausweitung der Öffnungszeiten auch die Kosten für die Stadt Stadtlohn und damit auch für die Abfallgebührenzahler steigen werden. „Aber“, so Günter Wewers, „der Schritt ist wohl notwendig – für die Anlieferer, die im Stau stehen, und für die Anlieger, die unter dem Stau leiden.“

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Stefan Grothues

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