Borgers realisiert am FMO besonderes Großprojekt für Beresa

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Das Generalbauunternehmen Borgers liefert Kunden maßgeschneiderte Konzepte. Der Prozess hinter dem 13-Millionen-Euro-Projekt „Beresa Airport-Center" war eine besondere Herausforderung.

Stadtlohn

, 05.06.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Mit dem Konzept des Airport-Centers am Flughafen Münster/Osnabrück geht Mercedes-Benz Beresa neue Wege. Das Aufbereitungs- und Logistikzentrum gilt als richtungsweisendes Projekt in der deutschen Autohaus-Landschaft. Zur Umsetzung dieser 13-Millionen-Euro-Investition, davon allein zehn Millionen Baukosten, setzte Beresa auf das Know-how des Generalbauunternehmers Borgers aus Stadtlohn – vom ersten Spatenstich bis zur Schlüsselübergabe verging nur rund ein Jahr.

Komplette Aufbereitung unter einem Dach

Das System: In der „Gebrauchtwagen-Factory“ werden auf einer Grundstücksfläche von 42.000 Quadratmetern sämtliche Prozesse des Gebrauchtwagengeschäftes in Form eines „Fließbandes“, sozusagen „im Takt“, aufeinander abgestimmt und in einem Aufbereitungs- und Logistikzentrum zusammengefasst. Auch die Prozesse der Neufahrzeug-Aufbereitung können integriert werden. Auf die gesamte Logistik, auf deren Basis Beresa in einer vierjährigen Planungsphase effiziente Prozesse entwickelte, stimmte Borgers ein maßgeschneidertes Konzept ab.

Rund 20.000 Fahrzeuge werden auf dem Areal jährlich aufbereitet und abgewickelt.

Rund 20.000 Fahrzeuge werden auf dem Areal jährlich aufbereitet und abgewickelt. © Beresa GmbH & Co. KG

Gerade der Prozess, der hinter diesem Projekt steht, war für das Stadtlohner Unternehmen, seit mittlerweile 110 Jahren am Markt, die besondere Herausforderung. „Wir führen natürlich Bauvorhaben für unterschiedlichste Prozesse aus, sie sind quasi der Motor unserer täglichen Arbeit. Aber dieser Prozess war für uns schon eine besonders ehrgeiziger und spannender. Anders als bei vielen anderen Bauvorhaben stand hier eben nicht das repräsentative Gebäude im Vordergrund, sondern der Prozess dahinter. Das Produkt muss kosteneffizient und funktionell sein“, erklärt Thomas Müggenborg, Projektentwickler im Hause Borgers.

Prozess hinter der Fassade als Herausforderung

Spannend sei dabei nicht nur das Gebäude an sich, es seien auch die Außenanlagen, die bei diesem Projekt wesentliche logistische Funktionen erfüllten. „Man darf nicht vergessen, dort rollen jährlich 20.000 Fahrzeuge über den Hof“, so Müggenborg. Dass auch dieses Großprojekt termingerecht und exakt budgetiert übergeben werden konnte, das macht Geschäftsführer Dr. Herbert Daldrup am Know-how im Unternehmen fest.

„Wir können dem Kunden Kompetenz in allen Bereichen liefern – inklusive sämtlicher Planungsleistungen. Wir sind im Grunde das Bauunternehmen mit einem der größten Architekturbüros im Münsterland, bieten Planen und Bauen aus einer Hand“, so Daldrup. „Wir stimmen die Rahmenbedingungen auf das Projekt ab und nicht umgekehrt“, berichtet Müggenborg.

Punktlandung bei Kosten und Bauzeit

Damit eine solche Punktlandung bei dieser Dimension gelinge, sei ein früher Kontakt zum Kunden die Basis. „Wir stellen die Weichen mit dem Kunden und dritten Unternehmen gemeinsam.“ Der Ablauf reflektiert dies: Zunächst gibt der Generalunternehmer dem Kunden wichtige Eckdaten an die Hand zu Grundstücken, zur Bebauung, zum Budget. Mit diesen kann der Kunde dann arbeiten – so bewertete die Beresa-Unternehmensleitung im Vorfeld ganze 40 Standorte.

40 Standorte bewertete das Unternehmen im Vorfeld, derjenige am Flughafen Münster/Osnabrück entsprach letztlich den Vorgaben zur Umsetzung dieses Großprojekts.

40 Standorte bewertete das Unternehmen im Vorfeld, derjenige am Flughafen Münster/Osnabrück entsprach letztlich den Vorgaben zur Umsetzung dieses Großprojekts. © Beresa GmbH & Co. KG

„Wir können im nächsten Schritt an wesentlichen Stellschrauben justieren – immer mit Blick auf Optimierung und Wirtschaftlichkeit“, so Müggenborg. Weiter: „Das Gebäude ist zum Beispiel sehr energieeffizient und ressourcenschonend konzipiert und erfüllt natürlich auch die hohen Anforderungen des KfW55-Standards.“

Verlässliches Netzwerk regionaler Unternehmen

Am Ende dieses Entwicklungsprozesses stehe ein Leistungsverzeichnis/Angebot mit Festpreis und Bauzeitgarantie inklusive aller Planungsleistungen, so Daldrup. Ein weiterer Vorteil: „An der Ausführung sind viele gewerbliche Unternehmen aus der Region beteiligt.“ Thomas Müggenborg ergänzt: „Wir setzen auf ein verlässliches Netzwerk.“

Auch für Borgers galt es bei der Ausführung, stets alle Teilprozesse im Blick zu haben: „Durch parallele Planungen werden alle Teilprozesse gleichzeitig fertig, zum Beispiel mussten Lackierkabinen oder Fotoboxen schon während einer frühen Bauphase installiert werden“, erklärt der Projektentwickler.

Komplexes Bauen ganzheitlich abgebildet

Dieses Projekt sei trotz seiner Dimension aber nur eines von vielen. „Autohäuser sind ein wichtiges, aber nur ein Segment. Wir liefern im Industrie- und Gewerbebau auch Lösungen für Verwaltungen, die Produktion, die Logistik und Lagerhaltung oder auch die Gesundheitsbranche, wobei Münster/Osnabrück schon zu den regionaleren zählt. Es ist immer wieder spannend, sich in die vielfältigen Prozesse hineinzudenken“, betont Müggenborg noch einmal. Letztlich sorge die umfassende Kompetenz unter einem Dach für eine „hohe Tiefenschärfe in den Projekten“.

Für den Generalbauunternehmer Borgers stand bei diesem Projekt einmal nicht der repräsentative Charakter des Objektes im Mittelpunkt, sondern der Prozess dahinter.

Für den Generalbauunternehmer Borgers stand bei diesem Projekt einmal nicht der repräsentative Charakter des Objektes im Mittelpunkt, sondern der Prozess dahinter. © Beresa GmbH & Co. KG

„Wir bilden komplexes Bauen ganzheitlich ab“, erklärt der Borgers-Geschäftsführer. Das alles sei auch nur mit einem eingespielten Team von motivierten Mitarbeitern umsetzbar. „Auch deshalb ist es uns wichtig, dieses Know-how selbst auszubilden – vom gewerblichen bis in den technischen Bereich“, schließt Herbert Daldrup ab.

Infos zum Airport-Center

  • Investiert wurde von Beresa nicht nur in Gebäude, sondern auch in den Aufbau eines einmaligen Datenmanagements, das die Hebung von Effizienzen erst möglich macht.
  • Auf einer Grundstücksfläche von rund 42.000 Quadratmetern wurden für Mercedes Beresa drei Gebäudekomplexe mit einer Brutto-Geschossfläche von circa 7.500 Quadratmetern erstellt. Die befestigten Außenflächen umfassen nahezu 27.000 Quadratmeter.
  • Optimiert sind alle Abläufe von der Anlieferung über Fahrzeugwäsche, Begutachtung und Bewertung, Karosseriearbeiten, mechanische Reparaturen, Smart Repair, Lackierung, Aufbereitung bis zur Internetfotografie und Auslieferung. E-Mobilität ist dabei selbstverständlich berücksichtigt.
  • Beresa-Geschäftsführer Thomas Ulms hob bei der Eröffnung die Attraktivität des Standorts hervor: „Das AirportCenter integriert sich perfekt in das bereits vorhandene Beresa-Netz und vereinfacht in Zukunft die Übernahme von Fahrzeugen für Kunden innerhalb und außerhalb des Wirtschaftsraums Münster/ Osnabrück und Bielefeld.“ Das Bauprojekt werde die bestehenden Standorte um interne Prozesse entlasten und die Bearbeitungszeit der Fahrzeuge für den Vertrieb deutlich reduzieren.
  • Rund 70 neue Arbeitsplätze werden in Greven geschaffen. Jährlich sollen dort zentral bis zu 20.000 Neu- und Gebrauchtfahrzeuge für die einzelnen Standorte vorbereitet werden, die durch die Bündelung dieser Aktivitäten deutlich entlastet werden. Die neue Infrastruktur ermöglicht zudem die Umsetzung neuer Qualitätsstandards im Gebrauchtfahrzeuggeschäft.
  • Am AirportCenter werden außerdem die Fäden für die neu strukturierten Online-Vertriebsaktivitäten zusammenlaufen. Ziel sei ein deutlicher Ausbau des E-Commerce- und Vermiet-Angebots.
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