Berkel: Neue digitale Einblicke in das größte Projekt der Stadtgeschichte

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Mit 30 Millionen Euro Kosten ist das Projekt „natürlich Berkel“ das größte Vorhaben, das Stadtlohn je angestoßen hat. Corona hat den Berkel-Dialog eingeschränkt. Jetzt wird er digital geführt.

Stadtlohn

, 24.08.2020, 17:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Kameraflug gleitet über die Berkelschleifen in die Innenstadt. Aus der Vogelperspektive ist der Oberlauf des Flusses zu sehen, die Berkelmühle in trostlosem Umfeld, das Wehr mit sprudelnden Wassermassen. So wie alle Stadtlohner es schon lange kennen.

Dann löst sich das Bild in einer Skizze auf, die wie von Zauberhand koloriert wird. Das Berkelufer der Zukunft nimmt Gestalt: ein aufgeweiteter Fluss, großzügige Promenaden, Treppenanlagen, die zum Verweilen einladen – die Zukunft der Berkel in Stadtlohn.

Mehr als nur schöne Bilder

Schon das Intro zum digitalen Berkel-Dialog ist einen Besuch der neuen Internetseite wert. Die Stadt Stadtlohn hat sie am Wochenende scharf gestaltet. Aber eigentlich geht es um mehr als nur schöne Bilder. „Es geht darum, den Bürgern das größte Projekt, das die Stadt je angestoßen hat, näher zu bringen und es transparenter zu machen“, sagt Bürgermeister Helmut Könning.

Er braucht nur eine Zahl zu nennen, um das Ausmaß des Berkelprojekts zu verdeutlichen: „30 Millionen Euro werden alle Maßnahmen unterm Strich kosten.“ Zu 80 Prozent werden die Maßnahmen gefördert, 20 Prozent trägt die Stadt aus eigenen Mitteln.

Ein Projekt für anderthalb Jahrzehnte

Den Stadtlohnern ist längst klar, dass die schöne neue Berkel-Welt nicht über Nacht kommt und schon gar nicht von Zauberhand wie beim digitalen Auftritt. Aber dass es von den ersten Überlegungen 2009 ein Jahrzehnt dauerte, bis es sichtbar losgeht, und dass die Umsetzung noch bis 2024 dauern wird, das hat bei manchem auch Ungeduld, wenn nicht gar Unmut ausgelöst.

Städtebau, Hochwasserschutz und Ökologie miteinander verwoben

Bürgermeister Könning weiß das. Er erinnert an die Anfänge des Projekts im Jahr 2009. „Lange Zeit hat die Innenstadt der Berkel den Rücken zugewandt. Der Fluss war nicht erlebbar. Aber die städtebauliche Neugestaltung ist nur ein Aspekt unter vielen. Der Hochwasserschutz und ökologische Verbesserung sind weitere wichtige Bausteine. Und alle Aspekte sind komplex miteinander verwoben.“

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30 Einzelprojekte wurden geplant. Im neuen digitalen Berkeldialog sind alle Projekte auf einer nutzerfreundlichen Grafik zum Anklicken aufbereitet – von der Hinterlandentwässerung bis zur Fischtreppe, von der Neugestaltung des Mühlenplatzes bis zur Umnutzung des Berkelstadions. Eine Zeitleiste zeigt an, was bisher geschah und wie es in den nächsten vier Jahren weitergehen soll.

Dies Grafik zeigt die geplante Fischaufstiegsanlage am Mühlenwehr.

Dies Grafik zeigt die geplante Fischaufstiegsanlage am Mühlenwehr. © Stadt Stadtlohn

Den „Berkel-Dialog“ wollten Anna Sperlbaum und Gerd Große Fericks eigentlich persönlich mit den Stadtlohnern in einer Reihe von Informationsveranstaltungen in diesem Jahr führen. Doch dann kam Corona. „Wir bedauern das sehr, dass wir die Veranstaltung im Frühjahr kurzfristig absagen mussten“, sagt Anna Sperlbaum. Darum wurde mit Hochdruck am digitalen Berkel-Dialog gearbeitet.

Veranstaltung im Herbst zu Mühlenplatz und Berkelstadion

„Noch im Herbst aber soll in der Stadthalle zusätzlich wieder ein persönlicher Berkel-Dialog geführt werden, vorausgesetzt die Corona-Entwicklung lässt das zu“, sagt Gerd Große Fericks. Dann geht es um zwei Themen, die publikumswirksam sein dürften: die Neugestaltung des Mühlenplatzes und die Umnutzung des alten Berkelstadions.

Eine Übersichtskarte mit interaktiven Buttons erläutert auf der Internetseite natuerlich-berkel.de die zahlreichen Berkelprojekte.

Eine Übersichtskarte mit interaktiven Buttons erläutert auf der Internetseite natuerlich-berkel.de die zahlreichen Berkelprojekte. © Stadt Stadtlohn

Bis dahin hält ein Berkelblog die Stadtlohner regelmäßig auf dem Laufenden. Zum Beispiel über Bauverzögerungen zum Schutz der Groppe, einem bodenlebenden und besonders geschützten typischen Berkel-Fisch, über die Kampfmittelüberprüfung und die geplante Berkelumleitung. „In Kürze können die Bauarbeiten an der Mühle auch per Webcam live verfolgt werden“, verspricht Anna Sperlbaum.

Darüber hinaus laden Videos, historische Bilder, Baudokumente interessierte Stadtlohner zum Stöbern im neuen digitalen Bürger-Dialog ein. natuerlich-berkel.de

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