Bahnallee: Anwohner fürchten soziale Probleme durch verdichtete Bauweise

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Anwohner der Wohngebiete rund um die Bahnallee kritisieren scharf die Vorüberlegungen für eine Bebauung des ehemaligen Spahn-Geländes. Sie fürchten soziale Probleme und zu viel Verkehr.

Stadtlohn

, 16.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anwohner der Bürgermeister-Ellers-Straße und der Bürgermeister-Wewers-Straße machen sich Sorgen, dass die geplante Wohnbebauung auf dem Spahngelände, auf den Freiflächen Imminghof und auf der Freifläche Alter Dyk (ehemals Bautreff Voss) „sich an großstädtischer Bebauung auf Kosten von Menschen und Grünflächen orientiert“, so heißt es in einer Pressemitteilung der Interessengemeinschaft „Immings Grün“.

Die Interessengemeinschaft ist ein Zusammenschluss von Anliegern, Grundstückseigentümern und Interessierten, die sich mit dem Rahmenplanung der landeseigenen Stadtplanungsgesellschaft für das Spahngelände und die Freiflächen des Imminghofes auseinandersetzt.

Anwohner stellen gemeinsam Forderungen auf

Am 12. Juni haben sich 30 Anwohner zu einem Gedankenaustausch mit Anliegern der Kreuzstraße, der Klosterstraße, des Alten Dyks sowie mit Pächtern der Schrebergärten an der Kreuzstraße getroffen, um die möglichen Probleme und das weitere Vorgehen zu erörtern.

Der Anfang Mai von NRWUrban vorgelegte Entwurf eines Rahmenplans sieht vor, dass zum Beispiel im Bereich der Bahnallee auf dem ehemaligen Gelände der Firma Spahn neue Wohnquartiere entstehen sollen. Je nach Variante könnten dort 17 Einfamilienhäuser, 29 Mehrfamilienhäuser sowie neun Stadtvillen mit insgesamt 350 Wohneinheiten geschaffen werden.

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Die Interessengemeinschaft kritisiert, dass der Entwurf „eine höchstmögliche Verdichtung mit Ghettocharakter“ beinhalte. Die dreigeschossige Bauweise mit Flachdächern und einer hohen Anzahl von Wohnungen widerspricht nach Ansicht der Interessengemeinschaft „rücksichtslos dem Grundsatz des Baugesetzbuches, nämlich dass sich Art und Maß der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, in die Eigenart der näheren Umgebung einzufügen hat“.

„Hohe Baudichte gefährdet das friedliche Miteinander“

Die hohe Verdichtung gefährde durch mögliche „Ghettobildung“ nicht nur das friedliche Miteinander, sondern sorge auch ein um 500 bis 700 Fahrzeuge erhöhtes Verkehrsaufkommen. „Zwingend erforderlich ist daher, die Bahnallee für den allgemeinen öffentlichen Verkehr offen zu lassen“, so die Interessengemeinschaft. Die Planerinnen von NRWUrban hatten empfohlen, die Bahnallee teilweise nur noch für Fahrräder zu öffnen und für Pkw zu sperren.

Diese Idee stieß auch im Planungs- und Bauausschuss auf wenig Gegenliebe. Er hat bereits beschlossen, dass sich ein Arbeitskreis kritisch mit den Ideen der Stadtplanerinnen auseinandersetzen soll.

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Dabei, so die Interessengemeinschaft, müsse auch die Schulwegsicherheit, der Erhalt des Spielplatzes, des Bolzplatzes und der Streuobstwiese ein wichtige Rolle spielen. Die Interessengemeinschaft erwartet auch von Bürgermeisterkandidaten „verbindliche Aussagen“ zur Planung noch vor der Kommunalwahl im September.

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