Alter Friedhof wird zum Bürgerpark und Marienschule zum Kulturzentrum

dzInnenstadt Stadtlohn

Stadtlohn soll schöner werden. Der Alte Friedhof wird zum Bürgerpark und der Vorplatz der ehemaligen Marienschule wird gestalterisch aufgewertet. Erste Entwürfe wurden jetzt präsentiert.

Stadtlohn

, 30.05.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es wird weitergearbeitet an der Umsetzung des Integrierten Handlungskonzepts „Perspektive Innenstadt Stadtlohn 2020“, kurz IHK: Der Planungsausschuss beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit den ersten Entwürfen für eine Neugestaltung des Areals an der ehemaligen Marienschule und des Alten Friedhofs.

Marienschule soll als Kulturzentrum von außen wahrgenommen werden

Peter Ferdinand Drecker vom gleichnamigen Planungsbüro aus Bottrop zeigte zunächst, wie er und seine Kollegen sich den Vorplatz der Marienschule, die als Kulturzentrum sichtbar werden soll, vorstellen könnten. „Den Eingang räumen wir auf“, kündigte der Bottroper an. „Der Blick aufs schöne Portal“ solle nicht gestört werden. Er schlug für den Boden roten Klinker als Pflastersteine vor. Die Zahl der Parkplätze werde bleiben, diese werden aber anders angeordnet.

Einen Abriss der Garage schlägt das Planungsbüro vor. Für den Vorplatz der Marienschule, deren Gebäude ja auch Sitz der Musikschule Stadtlohn ist, stellt sich der Bottroper ein Kunstwerk in Form einer Stimmgabel vor. Diese Idee kam bei Erwin Platze (UWG) nicht so besonders an. Er brachte das Bronzerelief zur Butenstadt in Erinnerung, das derzeit am Bauhof gelagert werde. Das sollte an der gleichnamigen Straße auf dem Platz an der Marienschule aufgestellt werden, wünschte er sich. „Die goldene Stimmgabel können wir uns nicht leisten“, schob er hinterher.

Bei der Gestaltung des Alten Friedhofs, der zu einem „Bürgerpark Owwering“ umgestaltet werden soll, ging das Planungsbüro behutsam vor. „Jeder soll wissen, dass er nicht auf einem Kirmesplatz ist, sondern auf einem ehemaligen Friedhof“, betonte Drecker.

Alte Bäume am Alten Friedhof sollen erhalten bleiben

Die Parkplätze, die aktuell zur Klosterstraße hin liegen, sollen dort zugunsten einer Grünfläche aufgegeben und längs der Parkfläche in gleicher Anzahl angeordnet werden, so der Vorschlag. Wichtig: Die Bäume dort bleiben stehen. Das hörten die Kommunalpolitiker gern. Überhaupt: Dass die historische Wegeachse und die Figuren der Schäfergruppe an ihren angestammten Orten bleiben sollen ebenso wie der Spielplatz, fand große Zustimmung.

Jetzt lesen

„Man muss nicht immer alles ändern, wir wollen nur das, was da ist, verbinden“, betonte Peter Ferdinand Drecker. So weit wie möglich sei versucht worden, die Bäume dort zu erhalten. Flächen sollen gepflastert werden, genauso aber sind Streifen und Beete vorgesehen, die „Blühaspekte für das ganze Jahr bieten“.

Der Alte Friedhof soll ein "Bürgerpark Owwering" werden – aber der Besucher soll durch die Gestaltung die Würde des Ortes weiterhin erkennen.

Der Alte Friedhof soll ein "Bürgerpark Owwering" werden – aber der Besucher soll durch die Gestaltung die Würde des Ortes weiterhin erkennen. Nur behutsam soll verändert werden, die Figurengruppe um den Schäfer bleibt an ihrem Platz. © Markus Gehring

„Es ist gut, wenn wir unseren Friedhof wiedererkennen“, sagte Cäcilia Völker (CDU) zu den Plänen. Als „gut gelungenes Werk“ bezeichnete Erwin Plate (UWG) die Planungen, fragte aber noch nach der Beleuchtung: „Wir wollen keine dunklen Ecken schaffen.“ Der Planer beruhigte: Fokussiert nach Punkten sei die Beleuchtung sowohl an der Marienschule als auch im Bürgerpark geplant.

Diese Entwürfe wurden erst einmal nur zur Kenntnis genommen und gehen nun den Fraktionen zu, die sich dann genauer damit befassen. Dann geht es im zuständigen Fachausschuss mit der konkreten Planung weiter.

Stadt investiert über 600.000 Euro in beide Maßnahmen

Die Verwaltung hatte für die Haushaltsjahre 2020 und 2021 für den Bürgerpark Owwering Ausgaben in Höhe von 260.000 Euro vorgesehen. Von den 180.000 Euro, die für die Umgestaltung der Grünanlage kalkuliert sind, werden 60 Prozent vom Land im Rahmen der Städtebauförderung bezuschusst. Die 80.000 Euro für die Stellplätze muss die Stadt alleine finanzieren.

Jetzt lesen

Für die Marienschule sieht die Kalkulation insgesamt 483.000 Euro vor. Die 150.000 Euro für die Umgestaltung der Außenanlagen werden zu 60 Prozent vom Land gefördert, 125.000 Euro für die Stellplätze nicht. Dazu kommen 40.000 Euro Kosten für eine Kanalsanierung in der Marienschule, die Sanierung außen, die mit rund 168.000 Euro zu Buche schlägt, kann zu 50 Prozent gefördert werden.

Lesen Sie jetzt