Seit Jahren liegt das Gelände zwischen Brakstraße, Kalterweg und Engelstraße brach. Jetzt sollen dort 70 Wohnungen entstehen. © Markus Gehring
Nachverdichtung

70 neue Wohnungen an der Brakstraße: Bald kommen die Pläne auf den Tisch

Der Investor scharrt schon seit dem Herbst mit den Hufen: Auf der Brache im Bereich Kalterweg/Brakstraße in Stadtlohn soll ein neues Wohnquartier entstehen. Konflikte sind nicht ausgeschlossen.

Da sind sich eigentlich alle Politiker einig: Stadtlohn braucht neue Wohnungen, vor allem auch öffentlich geförderte Wohnungen mit moderaten Mieten. Einig sind sich auch alle: Flächen für Landwirtschaft und Natur müssen möglichst geschont werden. Was bleibt, ist eine Nachverdichtung der Wohnbebauung auf freien Flächen in der Innenstadt.

Und dann ist der Konflikt nicht mehr weit, wenn sich die Interessen der Anlieger und der Investoren nicht decken. Wie zuletzt bei den Planungen für Wohnbauprojekte am Alten Dyk oder an der Kreuzwegstraße. Dann geraten die Politikerinnen und Poliitker leicht zwischen die Fronten. Zu hoch, zu groß, zu viele Wohnungen, zu viel Verkehr, das befürchten die Anwohner. Auf der anderen Seiten fürchten die Investoren um die Wirtschaftlichkeit ihrer Projekte, wenn sie die knappe Fläche nicht intensiv ausnutzen.

Mehrfamilienhäuser und Einfamilienhäuser

Die Projekte am Alten Dyk und an der Kreuzwegstraße sind noch nicht ausgefochten, da gerät schon ein neues in den Blickpunkt. Die Grünewald und Niesing Immobilien GmbH trägt sich schon seit längerer Zeit mit Wohnbauplänen für die rund 8000 Quadratmeter große Fläche zwischen Brakstraße, Engelstraße und Kalterweg.

Rund 70 Wohneinheiten, überwiegend in Mehrfamilienwohnhäusern und teilweise in Einfamilienwohnhäusern will der Investor auf der Brachfläche bauen, auf der früher mal ein Baustoffhandel und später ein Sonderpostenmarkt angesiedelt waren.

Bürgerversammlung am 30. Juni

Das Plankonzept wird am Mittwoch, 30. Juni, der interessierten Öffentlichkeit auf und gleichzeitig auch den Kommunalpolitikern einer Bürgerversammlung vorgestellt. Dann sollen auch die Unterlagen für Stellungnahmen öffentlich ausgelegt werden. Uhrzeit und Ort werden eine Woche vor der Bürgerversammlung bekannt gemacht, erklärte Fachbereichsleiter Mathias Pennekamp in der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Bauausschusses.

Dennis Bausch (FDP) positionierte sich schon klar. „70 Wohneinheiten – das ist schon ein großer Schluck aus der Pulle. Wir wollen jetzt erst einmal die Pläne sehen. Für uns ist aber jetzt schon klar: So einen Wahnsinnsbau wie am van-Bömmel-Eck wollen wir an der Brakstraße nicht.“

„Etliche Konfliktpotenziale“ sah auch Hermann Lensker (CDU). „Die geplante Bebauungsdichte ist sehr sportlich – gelinde gesagt.“ Interessant wäre es zu wissen, wie hoch der Anteil der Sozialwohnungen sei, so Lensker.

„Anwohner nicht prinzipiell gegen eine Bebauung“

Tim Winking (UWG) sagte, er wisse aus Gesprächen mit Anwohnern, dass sich die Nachbarn nicht prinzipiell gegen eine Bebauung der Brache sträuben. Aber das Maß müsse stimmen. Jetzt sei es erst einmal wichtig, die Pläne zu sehen und genaueres zu erfahren.

Dafür, so der Ausschussvorsitzende Otger Harks (SPD), müsse der Ausschuss nun erst einmal das Verfahren einleiten. „Wir können es ja auch wieder stoppen, wenn die Interessen nicht ausgeglichen werden können.“ Er stellte den Aufstellungsbeschluss für den erforderlichen Bebauungsplan zur Abstimmung. Einstimmig leitete der Bauausschuss das Verfahren ein und beschloss die öffentliche Auslegung des Plankonzeptes im Anschluss an die Bürgerversammlung.

Die Zahl der Sozialwohnungen in Stadtlohn ist in den vergangenen 15 Jahren von 182 auf 152 gesunken. Allein von 2019 nach 2020 sei für 15 Wohnungen in Stadtlohn die Mietpreisbindung entfallen, erklärte Wirtschaftsförderer Bernhard Mesken in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Die acht neuen Sozialwohnungen im Baugebiet Erningfeld sollen planmäßig im November fertiggestellt werden. Mesken: „Aufgrund der hohen Nachfrage hätten die Reihenhäuser durch die WohnBau Westmünsterland sogar mehrfach vermietet werden können.“

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Stefan Grothues

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