Nach einer Karnevalsparty 2019 war der 36-jährige Mann mit der Polizei in Stadtlohn aneinander geraten. Jetzt wurde das Verfahren gegen ihn vor Gericht eingestellt (Symbolbild). © Markus Gehring

36-Jähriger gerät nach Karneval mit der Polizei in Stadtlohn aneinander

Mit der Polizei hat sich ein 36-jähriger Velener nach einer Karnevalsparty angelegt. An den Angriff will er sich nicht mehr erinnern können. Vor Gericht tat es ihm dennoch leid.

Nach einer Karnevalsfeier geriet im Jahr 2019 ein heute 36-jähriger Mann aus Velen in Stadtlohn mit der Polizei aneinander. Beim Versuch, seine Personalien festzustellen, hatte der Mann eine Polizistin angegriffen und sich dann auch der Festnahme widersetzt. Die Beamten setzten auch Reizgas ein und konnten den Mann erst mit vereinten Kräften überwältigen. Das brachte ihn am Freitag vor das Amtsgericht in Ahaus.

Vor Gericht erklärte der Mann, dass es ihm wahnsinnig leid tue. An den Vorgang selbst habe er allerdings keinerlei Erinnerung. Erst am nächsten Morgen sei er wieder zu sich gekommen.

36-Jähriger randaliert im Krankenhaus

Was war genau geschehen? Der Mann war in der Nacht ins Stadtlohner Krankenhaus eingeliefert worden. Er hatte zuvor mit seiner Ehefrau auf einem Fest in Velen gefeiert. Zuhause sei er dann zusammengebrochen und wurde per Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.

Dort habe er dann randaliert und das Krankenhaus schließlich verlassen. Auf der Straße traf ihn eine dazugerufene Polizeistreife an. Ein 38-jähriger Polizeibeamter schilderte vor Gericht das weitere Geschehen. Demnach habe er versucht, den Mann zu kontrollieren. Der sei dann aggressiv geworden und habe versucht, nach ihm zu schlagen. Eine weitere Polizeibeamtin habe den Mann dann erst weggestoßen. Danach sei er auf die Kollegin losgestürmt. Die habe sich mit Reizgas zu wehren versucht. Damit habe sie jedoch nicht getroffen. In einem Handgemenge habe der Mann ihn dann gegen das Auge geschlagen oder gestochen. Dadurch wurde er leicht verletzt.

Zu zweit gefesselt und mit mehreren Polizisten nach Ahaus gebracht

Zu zweit hätten sie den Mann dann auf dem Boden fixiert. Auch dagegen habe er sich nach Kräften gewehrt. Mit Unterstützung von weiteren Kollegen wurde er dann nach Ahaus in die Polizeiwache gebracht. „So einen Angriff habe ich noch nicht erlebt“, schilderte der Polizeibeamte, der vor Gericht auch als Nebenkläger auftrat.

Bei der Polizei wurde später ein Alkoholwert von über 1,6 Promille festgestellt. Weitere Substanzen fanden sich jedoch nicht im Blut des Veleners. Seine Frau hatte vor Gericht noch den Verdacht geäußert, dass man ihm vielleicht etwas in eines seiner Getränke gemischt habe. „Wir sind lange verheiratet, so habe ich ihn noch nie erlebt“, sagte die 34-Jährige. Bevor sie den Krankenwagen gerufen habe, sei ihr Mann plötzlich zuhause zusammengesackt und sei nicht mehr ansprechbar gewesen.

Entschuldigung vor Gericht und per E-Mail kommt nicht an

Vor Gericht entschuldigte sich der Mann bei den beiden Polizisten. Das hatte er zuvor auch schon per E-Mail getan. Dazu hatte der 38-jährige Polizeibeamte aber zunächst noch erklärt, dass er die Entschuldigung nicht annehmen wolle. „Er hat uns zwei Mal massiv angegriffen“, sagte er. Mehr als um Entschuldigung zu bitten, könne er aber jetzt nicht mehr tun, warf der Verteidiger des Mannes ein.

Die Richterin stellte das Verfahren schließlich gegen die Zahlung einer Geldauflage ein. Jeweils 250 Euro muss der Mann an die beiden Polizeibeamten bezahlen. Noch einmal 1000 Euro gehen an die Staatskasse.

„Das war ein absoluter Ausnahmefall und eine besondere Situation“, erklärte die Richterin. Dennoch könne nach dem Handgemenge, bei dem der eine Polizist leicht verletzt wurde, nicht von einem zielgerichteten Angriff auf ihn die Rede sein. Auch dass der Mann bisher strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten war, wertete sie zu seinen Gunsten.

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Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape