Potthink Michael, mischte mit Nachwuchspferden vorne mit. Das Archivbild zeigt ihn auf Conny TW. © Weitzel
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Zurück im Turniersport: Michael Potthink gewinnt in Heiden

Normalerweise ist Reiter Michael Potthink jede Woche auf Turnieren unterwegs. So eine lange Pause wie in der Corona-Krise hatte er noch nie. Das Comeback im Viereck glückte auf ganzer Linie.

Michael Potthink ist einziger Berufsreiter beim RV Lützow. Damit genoss er das Privileg, bereits vor den Amateurreitern wieder auf speziellen Turnieren starten zu dürfen. In Wipperfürth war er vor einer Woche platziert, in Heiden gewann Potthink sogar. Die Turniere unterscheiden sich aber gravierend von anderen. Und sind ein Vorgeschmack auf das Turnier, das der RV Lützow für August selbst plant.

„Ich mache das jetzt schon viele Jahre. Aber so eine lange Pause hatte ich noch nie und solche Bedingungen habe ich auch noch nie gehabt. Aber das gilt ja für alle Sportarten“, sagte Michael Potthink am Freitagnachmittag, als er mit einem Sieg, aber ohne Schleife wieder aus Heiden zurückkehrte.

Denn die Platzierung, wie der Reitsport die Siegerehrung nach einer Prüfung nennt, gibt es kurz nach dem Lockdown nicht. „Keine Ehrenpreise, keine Schleifen“, sagt Potthink. Die Schleifen werden normalerweise seitlich am Hals erfolgreicher Pferde befestigt. „Ob ich mit meinen 50 Jahren noch für Platzierungen Schleifen erhalte, ist nicht so interessant wie für Jugendliche“, findet Potthink.

In Wipperfürth ein erstes Turnier seit Monaten

Berufsreiter sind Reiter, die mit der Reiterei ihr Geld verdienen. „Da komme ich schon deswegen nicht drumherum, weil ich Pferdewirtschaftsmeister mit Schwerpunkt Reiten bin“, sagt Potthink. Vor dem Turnier in Heiden, für das er sehr kurzfristig nannte, besuchte er vergangenen Sonntag in Wipperfürth ein Turnier für Berufsreiter. Hier wurden nur auf einem Platz Springprüfungen ausgetragen, Potthink durfte nur eine angegebene Begleitperson mitbringen, musste viele Formulare mit Daten ausfüllen.

Und auch Verpflegung gab es bei dem Turnier nicht. „Da bringst du deinen Kaffee und dein Brot schon mal selbst mit. Aber wir sind ja alle froh, dass es wieder anläuft“, sagte er. Er habe zahlreiche Pferde, die in diesem Jahr noch kein einziges Turnier absolviert hätten. Für ihre Entwicklung hin zum Turniersport ist die Pause nicht gut gewesen. Nun muss Wettkampfpraxis her.

Reiten vor leeren Rängen

Der Ablauf des Turniers habe reibungslos funktioniert, die Reiter sich gut verhalten, auch wenn Zuschauer noch ausgeschlossen gewesen seien. So kann es vorkommen, dass noch nicht mal der Besitzer des Pferds zum Beobachten des Rittes seines Bereiters zugelassen ist. „Die Bundesliga spielt natürlich auch nicht gerne vor leeren Stadien“, sagt Potthink.

Sportlich war die Woche erfolgreich: Mit Viva Feliz war Potthink in Wipperfürth platziert. In Heiden gewann er Freitag auf Diorissimo eine A-Dressur (8,7) und landete in der gleichen Prüfung mit Zoul Beat auf Rang vier (8,1) – so kann es weitergehen.

Über den Autor
Redakteur
Sportler durch und durch, der auch für alle Sportarten außerhalb des Fußballs viel übrig hat. Von Hause aus Leichtathlet, mit einer Faszination für Extremsportarten, die er nie ausprobieren würde. Gebürtig aus Schwerte, hat volontiert in Werne, Selm, Münster und Dortmund.
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Sebastian Reith

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