Der SC Capelle hatte eine ganz besondere Idee. © Sebastian Reith
Fußball

„Total überraschend“: Ex-Capelle-Trainer wird bei seinem Verein plötzlich entlassen

Gegen 12 Uhr mittags rief der Sportliche Leiter ohne Vorankündigung an. Fünf Minuten später war der Ex-Trainer des SC Capelle ohne Job. Jetzt genießt er aber erstmal seine freie Zeit.

Nur drei schwache Punkte aus fünf Spielen holte der Fußball-A-Ligist zum Saisonstart. Eine Bilanz, die die Hoffnungen der Vorbereitung im Keim erstickte. Dass die Trainerentlassung allerdings zu diesem Zeitpunkt kam, überraschte dann doch.

Über zwei Jahre trainierte Martin Ritz den TuS Ascheberg, nachdem dieser sein Traineramt beim SC Capelle an Reinhard Behlert weitergegeben hatte. Gerade im vergangenen Jahr schöpfte der A-Ligist nach einem guten siebten Platz Hoffnung auf eine noch bessere Saison. Allerdings wird dieser Weg von nun an ohne Martin Ritz beschritten werden.

Martin Ritz macht die Art und Weise der Entlassung zu schaffen

„Es ist superschade. Ich hatte eine extrem gute Zeit in Ascheberg und habe mich auf jedes Training und Spiel gefreut“, so der Ex-Capeller. Dabei macht Ritz nicht unbedingt die Entlassung an sich, sondern viel mehr die Art und Weise des Vorgangs zu schaffen.

„Am Mittwoch gegen 12 Uhr rief mich unser Sportlicher Leiter an und nach fünf Minuten war ich nicht mehr Trainer der Mannschaft. Es gab nie ein Vorgespräch oder auch nie eine Tendenz in diese Richtung. Das war für mich schon total überraschend“, sagt der Behlert-Vorgänger.

TuS Ascheberg bedankt sich für die Zusammenarbeit

Aschebergs Sportlicher Leiter Oliver Gellenbeck bestätigt gegenüber dieser Redaktion: „Wir hatten das Gefühl, dass die Mannschaft einen neuen Impuls braucht. Drei Punkte waren einfach zu wenig für unsere Ziele. Dennoch bedanken wir uns natürlich bei Martin für zweieinhalb tolle Jahre und wünschen ihm viel Glück für seine Zukunft.“

Besonders der erste Teil hatte Martin Ritz aber auch schon bei seiner Entlassung zu denken gegeben. „Sie sagten mir, dass ich die Mannschaft nicht mehr erreichen würde. Allerdings haben mir die Reaktionen gestern und heute gezeigt, dass die Jungs eher sehr traurig sind, dass ich jetzt nicht mehr da bin. Ich frage mich da schon, was der wirkliche Grund gewesen ist.“

Martin Ritz besucht den SC Capelle

Dennoch hat seine Entlassung natürlich auch nun ein paar Vorteile. „Ich werde an einigen Abenden zu Hause sitzen und mir denken, dass es doch besser ist, als draußen in der Kälte zu sein“, sagt Martin Ritz lachend. „Jetzt kann ich mir auch mal Spiele von anderen Mannschaften anschauen und habe generell etwas mehr Freizeit. Am Sonntag werde ich auch sofort nach Capelle fahren und meinen Sohn spielen sehen.“

Wie es für den ehemaligen SC-Trainer nun weitergeht, steht noch in den Sternen. Ein erneutes Engagement in Capelle kann er aber ausschließen. „Mit Reinhard Behlert hat der SC den besten Trainer, den er haben kann. Da will ich gar nicht reinfunken“, sagt Martin Ritz mit einem Schmunzeln.

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Freier Mitarbeiter
Gebürtig aus dem wunderschönen Ostwestfalen zog es mich studienbedingt ins Ruhrgebiet. Seit ich in den Kinderschuhen stand, drehte sich mein ganzes Leben um Sport, Sport und Sport. Mittlerweile bin ich hierzulande ansässig geworden und freue mich auf die neuen Herausforderungen in der neuen Umgebung.
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Nico Ebmeier

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