In den Reihen des SC Capelle steht ein sehr talentierter Spieler. © Jürgen Weitzel
Fußball

SC Capelle hat ein Supertalent in seinen Reihen, das das Zeug zum Profi hat

Beim SC Capelle gibt es einen hochtalentierten Spieler, der trotz seines jungen Alters viel Verantwortung übernimmt. Nicht nur wegen der sportlichen Leistung hat der SCC mehrere Spiele gewonnen.

Die Fußball-Regionalliga ist die Spielklasse, in der Berufsfußballer auf Amateure treffen. Bei Vereinen wie beispielsweise Rot-Weiss Essen, Spitzenreiter der Regionalliga West, Preußen Münster oder den Zweitvertretungen der Bundesligaklubs herrschen Profi-Bedingungen, die Spieler gehen einzig und allein dem Fußballspiel nach, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Andere Teams, besonders jene aus den unteren Tabellenregionen, trainieren nicht unter solchen Voraussetzungen, werden gemeinhin als Halbprofis bezeichnet.

Es in die vierthöchste Liga zu schaffen, gelingt jedoch nur den wenigsten Fußballern. Joel Grodowski aus Bork und der Olfener Dominik Klann haben das geschafft, spielen gemeinsam für Preußen Münster. Der Südkirchener Dustin Willms läuft sogar regelmäßig in der 3. Liga für den FSV Zwickau auf.

Janik Hülsmanns Weg könnte über die Kreisliga B hinausgehen

Beim B-Ligisten SC Capelle gibt es einen Spieler, dessen Weg in ähnliche Sphären führen könnte. „Aktuell ist es gut, wenn Janik Hülsmann in die Kreisliga B reinriecht. Hier kann er sich die Härte der unteren Klassen erarbeiten“, sagt Helmut Schulz, Trainer der Jugendspielgemeinschaft Nordkirchen/Südkirchen/Capelle (JSG NordSüdCap) über seinen Schützling. „In ein oder zwei Jahren traue ich ihm aber die Regionalliga zu.“

Janik Hülsmann trauen seine Trainer beim SCC Capelle einen deutlichen Sprung zu.
Janik Hülsmann trauen seine Trainer beim SCC Capelle einen deutlichen Sprung zu. © Sebastian Reith © Sebastian Reith

Eigentlich ist Hülsmann fest als Spieler der A-Jugend eingeplant. Der 18-Jährige hat aber auch schon einige Partien in der B-Liga absolviert. Dort spielt er, wenn JSG kein eigenen Spiel hat. So stand Hülsmann in den drei Liga-Begegnungen vor dem erneuten Lockdown in der Startelf des SCC. Zudem nimmt Hülsmann auch am Training der Senioren-Mannschaft teil. „Es macht mir Spaß, dort zu trainieren“, sagt der angehende Abiturient.

Reinhard Behlert findet lobende Worte

Reinhard Behlert hat die Auftritte Hülsmanns im Training und den Meisterschaftsspielen wohlwollend zur Kenntnis genommen. „Janik ist sehr spielintelligent und vorausschauend, in der Defensive sehr zweikampfstark und trotz seiner zentralen Position einen guten Zug zum Tor“, meint der Trainer der ersten Mannschaft des SCC.

Auch Schulz lobt die fußballerischen Qualitäten seines Spielers in den höchsten Tönen: „Ich habe ihn in der B-Jugend kennengelernt, da konnte man sein Potenzial schon erkennen.“ Der A-Jugend-Coach hebt aber nicht nur die spielerischen Qualitäten hervor: „Er ist ein super Typ, der hochinteressiert ist an allem, was Fußball angeht.“

Helmut Schulz lobt Janik Hülsmann in den höchsten Tönen.
Helmut Schulz lobt Janik Hülsmann in den höchsten Tönen. © Volker Engel © Volker Engel

Schulz fallen noch weitere Attribute ein, wenn er über Hülsmann spricht. „Hochtalentiert, kämpferisch, ehrgeizig“ sei der 18-Jährige, auch wenn er noch ein wenig reifen müsse.

Außerdem übernimmt Hülsmann trotz seines jungen Alters schon einiges an Verantwortung – auf und neben dem Platz. In der A-Jugend trägt Hülsmann die Kapitänsbinde. Gleichzeitig weiß er auch sich hintenanzustellen, wie Behlert sagt: „Bei uns hält er sich total zurück, was ich in so einem Alter aber für absolut richtig halte. Es gibt eine gewisse Hackordnung in unserer Mannschaft und Janik akzeptiert diese zu 100 Prozent.“

Hülsmann übernimmt bei der JSG Verantwortung

In der A-Jugend geht Hülsmann aber voran. „Generell sehe ich es so, dass wenn ich viel erreichen will, ich auch viel Verantwortung übernehmen sollte“, meint der 18-Jährige. Dennoch wolle er sich bei den Herren hintenanstellen.

Und dann ist da ja noch die Verantwortung, die Hülsmann neben dem Feld übernimmt. Bei der JSG fungiert der Schüler als stellvertretender Jugendvertreter. Wenn Spieler aus Mannschaften Probleme haben, diese aber nicht mit den Trainern oder dem Vorstand klären können oder wollen, stehen die Jugendvertreter bereit. „Bislang ist das aber noch nicht so wirklich passiert“, so Hülsmann.

Zu der Verantwortung gesellt sich außerdem noch eine andere Eigenschaft, die Schulz sehr an Hülsmann schätzt: dessen Spielintelligenz. „Er setzt nicht jede Idee unwidersprochen um“, so der Jugendtrainer. „Aber er hat viele gute Ideen. Ich weiß, dass es mindestens zwei Spiele gibt, die wir gewonnen haben, weil Janik mir Hinweise gegeben hat.“

Zudem genießt Hülsmann ein hohes Standing in der eigenen Mannschaft. Daher kommt es bisweilen vor, dass Schulz bei Ansprachen an seine Jungs seinem Kapitän das letzte Wort vorbehält.

Der Jugendtrainer fasst dann noch mal zusammen, was Hülsmann auszeichnet: „Ich habe lange keinen Spieler in seinem Alter gesehen, der so viel Fußballverstand hat und so engagiert spielt. Er ist ein Spieler, den sich jeder Trainer wünscht“, meint Schulz und ergänzt: „Außerdem ist sein Umfeld top. Ich bin mir sicher, dass er am Boden bleibt und dann wird er durch die Decke schießen.“

Noch spielt Janik Hülsmann für den SC Capelle

Solche Spieler wecken natürlich früher oder später Begehrlichkeiten. Noch aber darf der SC Capelle auf die Dienste von Hülsmann zählen. „Ich habe für das nächste Jahr zugesagt“, sagt der Abiturient. „Ich habe einfach Bock, mit der Mannschaft zu pöhlen.“

Dann will er mit dem SC Capelle möglichst in die Kreisliga A aufsteigen. „Dieses Jahr wäre das natürlich schön, aber danach sieht es nicht aus.“ Spätestens in der anschließenden Saison soll es dann klappen.

Wie es danach für Janik Hülsmann weitergeht, kann er noch nicht sagen. Vermutlich wird sein Talent zu groß für die Kreisliga sein und er sich an höheren Aufgaben orientieren. Vielleicht führt der Weg ja sogar bis in die Regionalliga.

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Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel

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