Mit der Entwicklung eines Spielers ist Mario Plechaty beim FC Nordkirchen besonders zufrieden. © Sebastian Reith

Mario Plechaty: „Wenn man bedenkt, wo er herkommt, hat er den größten Sprung gemacht“

Acht Spiele hat der FC Nordkirchen in der vergangenen Bezirksliga-Saison bestritten. In sieben von ihnen stand ein Akteur auf dem Platz, den viele gar nicht auf dem Zettel hatten.

Für den FC Nordkirchen lief die annullierte Saison richtig gut. Das Team von Trainer Mario Plechaty stand zum Zeitpunkt der Unterbrechung auf Rang eins in der Fußball-Bezirksliga. Ein Spieler, der dabei zum Stammpersonal gehörte und somit maßgeblich dazu beitrug, ist in der Spielzeit davor noch in der Kreisliga B aufgelaufen. Ihm bescheinigt sein Trainer den größten Sprung.

Bis vor dieser Saison gehörte Lars Wannigmann fest zur zweiten Mannschaft des FC Nordkirchen und spielte in der Kreisliga B gegen Teams wie Saxonia Münster II oder die dritte Mannschaft des VfL Senden. Die Vorbereitung im vergangenen Sommer absolvierte er dann probeweise mit der ersten Mannschaft unter Trainer Mario Plechaty – und ist seitdem fester Bestandteil dieser.

Wannigmann selbst wollte nicht sprechen. Dafür tut das sein Trainer: „Ich hatte mich wirklich gewundert, dass er in der Zweiten spielt“, war Plechaty selbst von den Qualitäten Wannigmanns überrascht, „weil Lars im Grunde alles mitbringt. Ich fand ihn sofort interessant“.

Lars Wannigmann ist voll angekommen in der Bezirksliga.
Lars Wannigmann ist voll angekommen in der Bezirksliga. © Hendrik Skirde © Hendrik Skirde

Seit dieser Saison gehört Wannigmann also fest zum Kader der Bezirksliga-Mannschaft. Seine Gegner heißen nun anders: TuS Eichlinghofen, Mengede 08/20 oder Blau Gelb Schwerin. Dass der Nordkirchener nun plötzlich zwei Klassen höher spielt, merkt man ihm nicht an. Das zeigen schon seine Einsatzzeiten: Nur in einem Spiel stand er nicht auf dem Platz.

Mario Plechaty weiß gleich mehrere Qualitäten des großgewachsenen Wannigmann zu schätzen: „Er ist ein sehr angenehmer Spieler und bodenständiger Typ. Lars ist immer beim Training, hat ein gutes Auge für den Mitspieler und ist sehr flexibel einsetzbar.“

Unter Plechaty lief Wannigmann zumeist als Teil der defensiven Fünferkette auf: entweder ganz links außen oder die linke Innenposition. Je nach Gegner oder Spielsituation beorderte der Trainer Wannigmann aber auch schon in offensivere Gefilde: „Er kann auch vorne spielen und die Bälle da gut festmachen oder mit seiner Körpergröße verlängern.“

Auch die Mentalität des Spielers lobt Plechaty: „Er hatte zwischenzeitlich eine kleine Delle in der Form, was ja auch ganz normal ist. Da hat er sich aber schnell wieder gefangen. Wenn man bedenkt, wo er herkommt, hat er von allen den größten Sprung gemacht in dieser Saison.“

Taktisch kann Wannigmann noch dazulernen

Dass da in einigen Bereichen noch Luft nach oben ist, verschweigt Plechaty nicht: „Taktisch kann er sicherlich noch dazulernen und ich würde mir wünschen, dass er noch ein bisschen selbstbewusster auftreten würde. Aber er hat es sich wirklich verdient, so viel zu spielen.“

Auch in der kommenden Saison setzt Nordkirchens Trainer deshalb voll auf Wannigmann. Eine Rückkehr in die zweite Mannschaft kommt nicht infrage. „Da hat er wirklich nichts zu suchen“, betont Plechaty. Auf den variabel einsetzbaren Fußballer kommt also eine weitere Bezirksliga-Spielzeit zu. Steht Nordkirchen an deren Ende nochmal ganz oben, werden die gegnerischen Teams von Lars Wannigmann künftig schon wieder andere Namen haben.

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Seit 2019 als freier Mitarbeiter für Lensing Media im Einsatz. Hat ein Faible für sämtliche Ballsportarten und interessiert sich für die Menschen, die den Sport betreiben - von der Champions League bis zur Kreisliga.
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