Die Kreisliga A2 Recklinghausen macht einen verrückten Eindruck. © Rik Amann
Fußball

Kreisliga A2 Recklinghausen: Wenn Mannschaften doppelt so oft spielten wie andere

Es klingt eigentlich zu kurios um wahr zu sein: In der Kreisliga A2 Recklinghausen haben einige Teams bereits acht Spiele gemacht, andere aber erst vier. Und mittendrin ist Westfalia Vinnum.

Eine Tabelle, die kaum weniger aussagen könnte: eine Mannschaft, die bisher alles gewann, aber trotzdem nicht Erster ist und ein Team, das bisher erst halb so viele Partien absolviert hat wie die gegnerischen Klubs.

Ein knappes Viertel der bisherigen Saison ist rum, da machte der zweite Corona-Lockdown allen Plänen einen großen Strich durch die Rechnung. Eigentlich wäre es nun angemessen, auch in der Fußball-Kreisliga A2 Recklinghausen ein erstes Zwischenfazit zur Saison zu ziehen. Doch von einer wirklich aussagekräftigen Tabelle kann nach acht Spieltagen mal so überhaupt keine Rede sein.

Das Positive zuerst: Der Tabellenkeller ist weitestgehend bereinigt. Westfalia Vinnum ist sowohl nach Punkten als auch nach dem Quotienten (Punkte geteilt durch Spiele) mit vier beziehungsweise 0,57 Punkten Tabellenvorletzter. Nur die SW Meckinghoven ist in beiden Fällen (3/0,42) schlechter. Bis einschließlich Platz elf entspricht die Konstellation nach der Quotienten-Regelung genau den Punkteausbeute nach acht Spieltagen – selbst, wenn kein einziges Team bisher alle acht Partien absolviert hat. So weiß Vinnum immerhin, woran es ist.

Aber ab Platz zehn wird es dann völlig verrückt. Die DTSG Herten stand bisher erst vier Mal auf dem Feld. Das ist geteilter Ligatiefstwert aller A-Ligen in Westfalen, keine einzige Mannschaft hatte mehr Spielausfälle. Nach zwei Siegen und einem Unentschieden stehen die Hertener auf Platz zehn der Tabelle. Nach dem Quotienten wäre es aber sogar noch vier Ränge besser.

In der oberen Tabellenhälfte haben drei von acht Teams erst fünf Spiele gemacht und verzerren deshalb das Bild deutlich. Besonders auf den obersten vier Rängen zeigt sich das besonders.

Der SV Hochlar 28 hat alle Spiele gewonnen, hat dementsprechend logischerweise einen Quotienten von 3,0 und ist trotzdem nicht Tabellenführer. Ganz oben steht nämlich der FC 96 Recklinghausen, der ebenfalls sechs Spiele gewann und nur aufgrund der mehr erzielten Tore dort rangiert – ungeachtet der zwei Pleiten im Saisonverlauf. Mit einem Quotienten von 2,25 wäre der FC 96 sogar nur Dritter in dieser Rechnung.

Auf Platz zwei stände der SuS Concordia Flaesheim (2,4), das vier der fünf Partien gewann und nur aufgrund der vielen Spielausfälle noch nicht in den Aufstiegskampf eingreifen konnten. Der drittplatzierte SV GW Erkenschwick würde nach der Quotienten-Regelung den größten Abfall erleben. Da man in acht Spielen solide 13 Punkte holte, steht Erkenschwick oben in der Tabelle. Nach der Rechnung würde Grün-Weiß aber maximal einen Platz im Mittelfeld belegen.

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Gebürtig aus dem wunderschönen Ostwestfalen zog es mich studienbedingt ins Ruhrgebiet. Seit ich in den Kinderschuhen stand, drehte sich mein ganzes Leben um Sport, Sport und Sport. Mittlerweile bin ich hierzulande ansässig geworden und freue mich auf die neuen Herausforderungen in der neuen Umgebung.
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Nico Ebmeier

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