Daniel Krüger (r.) und der FC Nordkirchen konnten in 2020 häufiger jubeln. © Nico Ebmeier
Fußball

Jahresbilanz: FC Nordkirchen krönt (fast) perfektes 2020 mit der Tabellenführung

In unserer Jahresbilanz-Reihe schauen wir uns das gesamte Kalenderjahr der heimischen Teams an. Auch, wenn nur knapp fünf Monate Fußball gespielt wurde, hatte 2020 Einiges zu bieten.

Wenn David Handrup, Vorsitzender der Fußball-Abteilung des FC Nordkirchen, an Silvester das Jahr 2020 noch einmal vor sich herziehen lässt, wird er ganz sicher mit einem breiten Grinsen den Kalender umklappen. Nur zwei Pflichtspielniederlagen gab es für den FCN im gesamten Kalenderjahr, eine davon war sogar ganz leicht zu verkraften.

Unglaubliche 15 Siege in Serie holte Fußball-Bezirksligist in Liga-, Pokal- und Testspielen zwischen Februar und September 2020 und was wäre vielleicht noch möglich gewesen, wenn Ex-Trainer Issam Jaber und Co. nicht von der Corona-Pandemie gestoppt worden wären. Besonders der 5:1-Kantersieg im Spitzenduell gegen die SF Merfeld machte Eindruck, aber letztendlich kam der Aufschwung zu spät.

Am Ende waren es unnötige Punktverluste der Hinrunde und eine nicht zu patzen scheinende Reserve des TuS Haltern an der Spitze, die den geplanten Aufstieg um ein weiteres Jahr verschoben. Aber aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben.

Nordkirchens Aufstieg ist aufgeschoben, aber nicht aufgehoben

Im Sommer 2020 ging der FC Nordkirchen dann in die Vollen. An der Seitenlinie steht nun mit Mario Plechaty vielleicht einer der bekanntesten und gefragtesten Trainer der Region und auch die Neuzugänge auf dem Platz kamen mit Junioren-Bundesliga-, Westfalenliga- und Landesligaerfahrung in die Schlossgemeinde.

War wohl zu Beginn der Testspielzeit noch das ein oder andere Fragezeichen offen, wie gut diese Mannschaft funktionieren würde, war spätestens nach den sechs Siegen gegen die Konkurrenz aus der Westfalen- oder Landesliga klar, dass der Aufstieg in der – für den FCN neuen – Bezirksligastaffel 9 nur über die Plechaty-Truppe gehen wird.

Anfang Oktober gab es dann den allerersten, kleinen Rückschlag. Nach mittlerweile elf Siegen in Folge unter dem neuen Coach und einem berauschenden Erfolg im Topspiel bei RW Germania verlor der FCN in der zweiten Runde des Kreispokals gegen die Münsteraner vom TuS Freckenhorst. Da Nordkirchen mit der kompletten Reserve zur Partie gereist war und Mario Plechaty den Pokal sowieso nur als Bonus sah, war diese Pleite zwar schade, aber durchaus nicht überraschend für den aktuellen Bezirksliga-Tabellenführer.

Doch irgendwie war nach diesem Spiel die Leichtigkeit der vergangenen Wochen verloren gegangen. Mit großen Verletzungssorgen mühte sich Nordkirchen zu einem 2:0 gegen Viktoria Kirchderne, einem Last-Minute-Unentschieden bei Blau Gelb Schwerin und einem zwar vom Ergebnis souveränen 5:1 gegen den FC Castrop-Rauxel, doch auf dem Platz ging das Spiel deutlich enger zu.

Der große Jahres-Tiefpunkt kam dann aber eine Woche später beim Gastspiel bei BW Huckarde. Ein krachendes 0:3 beim Kellerkind aus Dortmund brachte ein Frustgefühl nach Nordkirchen, das im ganzen Kalenderjahr so nie da gewesen ist. Danach stoppte das Corona-Virus den Amateursport und Linksverteidiger Florian Siemerling beschrieb treffend: „Wir hätten es gerne wieder gut gemacht, aber vielleicht tut uns die Pause dann auch ganz gut.“

FC Nordkirchen ist Tabellenführer in der Bezirksliga 9

Wann der Ball am Nordkirchener Schloss wieder rollt, ist weiter unklar. Dafür ist sicher, dass der FCN sein erstes Spiel als Tabellenführer absolvieren wird und alles daran setzen wird, auch im Sommer 2021 dort oben zu stehen. Mit dem Derby gegen Olfen und den Krachern gegen Roj und Mengede stehen dann „Wochen der Wahrheit“ auf dem Programm.

Gewinnt die Plechaty-Truppe alle drei Spiele, ist wohl endgültig Ruhe in Nordkirchen. Gehen diese Spiele nicht erfolgreich aus, wird der FCN möglicherweise noch ein weiteres Jahr auf den langersehnten Landesliga-Aufstieg warten müssen.

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Freier Mitarbeiter
Gebürtig aus dem wunderschönen Ostwestfalen zog es mich studienbedingt ins Ruhrgebiet. Seit ich in den Kinderschuhen stand, drehte sich mein ganzes Leben um Sport, Sport und Sport. Mittlerweile bin ich hierzulande ansässig geworden und freue mich auf die neuen Herausforderungen in der neuen Umgebung.
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Nico Ebmeier

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